Praktikum: Wernerin zählte Wildtiere in Südafrika

Tierschutz im Nationalpark

Ein Praktikum einfach so hinter sich bringen? Das ist nichts für Chiara Borrmann (17). Die Wernerin reiste für ihr Schülerpraktikum nach Südafrika in den „Marakele National Park“, wo sie Freiwilligenarbeit im Tierschutz leistete, Löwen und Elefanten hautnah erlebte. Ein Erlebnisbericht von einem sehr außergewöhnlichen Praktikum.

WERNE

, 04.08.2017, 07:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Die Schule fand mein Vorhaben gut und beurlaubte mich für eine Woche“, erzählt die Schülerin des Landschulheims Schloss Heessen. „Ich wollte etwas Sinnvolles machen, etwas, bei dem ich helfen konnte und mit Menschen und Tieren zu tun hatte.“ Eine weitere Woche nahm sie in den Ferien hinzu.

Sie ist noch ganz angetan von dem Aufenthalt und möchte am liebsten gleich wieder hinfahren. Begeistert erzählt die Schülerin von ihrer Freiwilligenarbeit mit den wilden Tieren, den „Big Five“ Südafrikas (Büffel, Nashorn, Elefant, Löwe und Leopard). Chiara begegnete ihnen hautnah. „Anthony“, der König der Tiere, hat es ihr angetan.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Wernerin zählte in Südafrika Tiere

Im Marakele Nationalpark in Südafrika machte die 17-jährige Chiara Borrmann ihr Schülerpraktikum. Die Wernerin assistierte bei der Überwachung und Identifizierung der wilden Tiere, indem sie Fotos der Wildkamera auswertete. Besonders der Löwe „Anthony“ mit seinem majestätischen Blick hat es ihr angetan
04.08.2017
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Chiara Borrmann machte ihr Praktikum im Nationalpark in Südafrika.© Foto: Chiara Borrmann
Chiara Borrmann machte ihr Praktikum im Nationalpark in Südafrika.© Foto: Chiara Borrmann
Chiara Borrmann machte ihr Praktikum im Nationalpark in Südafrika.© Foto: Chiara Borrmann
Chiara Borrmann machte ihr Praktikum im Nationalpark in Südafrika.© Foto: Chiara Borrmann
Vier Wochen hat Chiara Borrmann während ihres Schul-Praktikums mit den wilden Tieren in Südafrika im Nationalpark verbracht.© Foto: Helga Felgenträger
Chiara Borrmann machte ihr Praktikum im Nationalpark in Südafrika.© Foto: Chiara Borrmann
Chiara Borrmann machte ihr Praktikum im Nationalpark in Südafrika.© Foto: Chiara Borrmann
Chiara Borrmann machte ihr Praktikum im Nationalpark in Südafrika.© Foto: Chiara Borrmann
Chiara Borrmann machte ihr Praktikum im Nationalpark in Südafrika.© Foto: Chiara Borrmann
Chiara Borrmann machte ihr Praktikum im Nationalpark in Südafrika.© Foto: Chiara Borrmann
Chiara Borrmann machte ihr Praktikum im Nationalpark in Südafrika.© Foto: Chiara Borrmann
Chiara Borrmann machte ihr Praktikum im Nationalpark in Südafrika.© Foto: Chiara Borrmann
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„Er war wunderschön, er war ganz hell und hatte eine blonde Mähne“, sagt sie und strahlt. Die Löwen trugen Namen aus griechischen Heldensagen: Medusa, Venus, César, Zeus, Eros. „Anthony aber war etwas ganz Besonderes. Wenn er einem in die Augen schaute, war man ganz verzaubert“, schwärmt sie.

Als Volunteer Wildkameras ausgewertet

Bei ihrer Freiwilligenarbeit wertete sie als Volunteer (freiwillige Helferin) sogenannte Wildkameras aus. Das waren Fotoapparate, die an Bäumen hingen und bei Bewegung sowohl tags als auch nachts selbst auslösten. „Diese Bilder gaben den Tierschützern Einblick in den Bestand des Nationalparks“, berichtet sie. „Tausende von Fotos sichteten wir.“

Viele Bilder waren unbrauchbar. So löste die Kamerafalle auch bei einem Windstoß aus und nahm nur einen Ast auf. Aber schon ein kleiner Ausschnitt wie das Ohr eines Elefanten half den Tierschützern bei ihrer Identifizierung der Tiere. „Interessanterweise hat jeder Elefant ein anderes Ohr, das sich gut erkennen lässt“, hatte sie auf den Fotos entdeckt und konnte anschließend in freier Wildbahn die Tiere teilweise selbst auseinanderhalten. Nashörner hingegen waren gekennzeichnet, die Mitarbeiter hatten bestimmte Einkerbungen (auf Englisch „Notches“) ins Ohr geschnitten. Auch kranke Tiere erkannten sie anhand der Bildanalyse. 

Chiara erinnert sich an eine unangenehme Begebenheit, es war ihr erster Einsatz in dem Lodge. Der Fahrer hatte die Helfer mitgenommen auf Antilopenfang, er schnitt das tote Tier in der Mitte durch und brach die Wirbelsäule mit seinen bloßen Händen durch. „Das Knacken der Wirbelsäule höre ich heute noch“, erzählt sie. Die Antilope setzten sie dem Geparden zum Fraß vor.

Schülerin will Umweltprojekt unterstützen

Ihre Freiwilligenarbeit hat die Schülerin zu einer Idee inspiriert, sie möchte das bekannte Umweltprojekt „Plastic free july“ unterstützen. „Wenn die Menschen so weitermachen wie bisher, gibt es 2050 mehr Plastiktüten im Meer als Fische“, sagt sie. In Deutschland halte sich die Verschwendung von Plastiktüten im Gegensatz zu Südafrika noch in Grenzen. „Aber in Südafrika bekomme man zu jedem Getränk noch einen Plastik-Strohhalm hinzu“, so die Schülerin verärgert.

„Das muss sich ändern“, sagt sie und möchte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sie plant Präsentationen zu diesem Umweltprojekt in Schulen und möchte gleichzeitig für die Tierschutzarbeit im Nationalpark Geld sammeln. „Die Vereinigung braucht unbedingt weitere Wildkameras und SD-Cards.“

Gerne wäre die Schülerin noch weitere zwei Wochen geblieben, doch leider erkrankte sie am Zeckenfieber. „Meine Eltern baten mich, nach Hause zu kommen.“ Ihre Mutter habe sich nicht auf die medizinische Versorgung in Südafrika verlassen wollen, sagt sie mit einem Schmunzeln. Also kam sie zurück.

Ehrenamtlicher Tierschutz
Bei der Freiwilligenarbeit im Marataba Safari Lodge des assistieren Volunteers bei der Überwachung und Identifizierung der wilden Tiere in Südafrika.
Das , das sich gegen Plastikverschwendung einsetzt, möchte Chiara unterstützen. Entsprechende Präsentationen hat sie geplant.

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