Einen Gottesdienst im Autoscooter - wie hier 2020 in Magdeburg zu sehen - wird es auch auf Sim-Jü in Werne in diesem Jahr geben. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Sim-Jü in Werne

Premiere auf Sim-Jü in Werne: Gottesdienst steigt im Auto-Scooter

Eine besondere Premiere gibt es in diesem Jahr auf Sim-Jü in Werne: Zum ersten Mal findet der traditionelle ökumenische Gottesdienst an einem ganz speziellen Ort statt: in Petters Auto-Scooter.

Achterbahn, Riesenrad, Mandeln, Bratwurst, Bier, Lebkuchen-Herzen und spektakuläre neue Karussells. Vieles wird die Besucherinnen und Besucher an eine typische Sim-Jü in Werne erinnern. Einige Änderungen allerdings gibt es aufgrund der weiter anhaltenden Corona-Situation dennoch für die Kirmes, die vom 23. bis 26. Oktober steigt. So fällt etwa das Feuerwerk aus, auch das Partnerschafts- und Gewerbezelt wird es nicht geben. Zudem fehlt das Festzelt. Und somit kommt es zu einer außergewöhnlichen Premiere auf Sim-Jü 2021.

Zum ersten Mal findet der traditionelle ökumenische Gottesdienst an einem neuen und speziellen Ort statt: im Auto-Scooter des Schaustellers Petter. Normalerweise laden Veranstalter und christliche Gemeinden ins Festzelt ein, um den Gottesdienst zur Kirmes zu begehen. Doch weil der Zeltbetreiber Peter Böseler für Sim-Jü abgesagt hat, wird es kein Festzelt in diesem Jahr auf dem Parkplatz Am Hagen geben.

Gottesdienst findet seit Jahrzehnten zu Sim-Jü in Werne statt

Somit muss ein alternativer Veranstaltungsort für den Gottesdienst her. Dass dieser nun auf die Fläche des Auto-Scooters verlegt wird, ist in Werne einmalig, wie Sim-Jü-Experte Rainer Schulz erklärt: „Wir hatten ja seit den 1920er-Jahren immer ein Festzelt auf Sim-Jü. Seit Mitte oder Ende der 1970er-Jahre findet der Gottesdienst auf Sim-Jü im Festzelt statt. Einen Gottesdienst im Auto-Scooter haben wir also zum ersten Mal.“

Der Klingelbeutel wird durch die Besucher, die im Auto-Scooter sitzen, gereicht.
Der Klingelbeutel wird durch die Besucher, die im Auto-Scooter sitzen, gereicht. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Ein besonderer Anblick wird es in jedem Fall. Die Fahrzeuge des Auto-Scooters werden für den Gottesdienst an die Seiten geschoben. Für eine angemessene Bestuhlung sorgen die Gemeinden. Den Gottesdienst, der am Sonntag (24. Oktober) um 10 Uhr beginnt, gestalten der katholische Zirkus- und Schaustellerpfarrer Sascha Ellinghaus sowie der evangelische Zirkus- und Schaustellerpfarrer Torsten Heinrich gemeinsam mit Pfarrdechant Jürgen Schäfer aus der St.-Christophorus-Gemeinde sowie Pfarrerin Carolyne Knoll aus der evangelischen Kirchengemeinde in Werne.

Während der Gottesdienst in Werne erstmals auf einer Fläche eines Fahrgeschäftes stattfindet, ist es bei vielen Schaustellerfamilien Tradition, im Auto-Scooter zu heiraten oder etwa eine Taufe, Kommunion oder Konfirmation zu feiern. Zwischen Kirchen und Schaustellern herrscht eine langjährige Verbindung. Auch Sim-Jü in Werne steht bekannterweise eng mit einer christlichen Tradition im Einklang. So richtet sich das Volksfest, das es seit 1362 gibt, stets am Festtag „Simon und Judas“ am 28. Oktober aus. Und der Festtag gab der Kirmes zudem seinen Namen Sim-Jü.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek