Prozess um Elternmord: Carsten O. wollte Anwalt absetzen

WERNE/DORTMUND Mit einer Überraschung ist am Donnerstag der Prozess gegen dem mutmaßlichen Elternmörder Carsten O. fortgesetzt worden. Der 41-jährige Mann aus Werne beantragte, seinen Bielefelder Verteidiger Dr. Holger Rostek abzusetzen. Angeblich ist das Vertrauensverhältnis völlig zerrüttet. Das Dortmunder Schwurgericht lehnte den Antrag jedoch ab.

von Von Irina Fernandez

, 26.06.2008, 14:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Prozess um Elternmord: Carsten O. wollte Anwalt absetzen

Carsten O. will sich nicht länger von seinem Anwalt, Dr. Holger Rostek, verteidigen lassen.

Es war das erste Mal, dass sich Carsten O. im Prozess zu Wort gemeldet hat. Bisher soll ihm sein Verteidiger untersagt haben, sich zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft zu äußern.

Anwalt habe sich nicht an Absprachen gehalten

„Mir wurde jedes Recht auf Äußerung oder Stellungnahme verwehrt“, sagte Carsten O. den Richtern. Außerdem habe sich der Anwalt nicht an Absprachen gehalten, sei viel zu selten bei ihm vorbeigekommen und habe auf Anfragen nicht reagiert.

Dr. Holger Rostek reagierte völlig überrascht und wies die Vorwürfe des 41-Jährigen umgehend zurück. Er habe Carsten O. nach allen Regeln der Kunst verteidigt, alle Schritte seien abgesprochen gewesen.

Genehmigung der Richter erforderlich

Wörtlich sagte der Anwalt: „Sämtliche Vorwürfe treffen nicht zu.“ Da aber auch er das Vertrauensverhältnis nun ebenfalls als zerstört ansieht, beantragte auch er seine sofortige Absetzung. Ohne Erfolg. Ohne Genehmigung der Richter darf Rostek nicht von seinem Pflicht-Mandat zurücktreten.

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