Mehr PV-Anlagen auf Dächern Stadt Werne will eigene Gebäude aufrüsten

Redakteur
Ein Mann montiert PV-Module auf einem Dach.
Auf verschiedenen Dächern von öffentlichen Gebäuden in Werne sollen Fotovoltaikanlagen entstehen. © picture alliance/dpa
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Wenn es um den Ausbau der Fotovoltaikanlagen geht, dann schaut die Stadt Werne auch auf ihre eigenen Dächer. Aber wo ist die Installation von PV-Anlagen überhaupt möglich – und wo ist sie auch wirtschaftlich sinnvoll? Um letztere Frage beantworten zu können, hat sich die Verwaltung das Ingenieurbüro EPPS aus Lünen mit ins Boot geholt. Eine erste Auswahl potenzieller Flächen hatte die Stadt allerdings bereits im Vorfeld selbst getroffen.

Angesichts des Zustands der Dachflächen, ihrer Größe, Tragfähigkeit und mit Blick auf eine langfristige Gebäudenutzung blieben sechs Gebäude übrig: das Anne-Frank-Gymnasium (AFG), die Uhlandschule, die Kardinal-von-Galen-Schule, das Alte Amtsgericht, das Sportzentrum Dahl und das Sportzentrum Lindert.

Das Ingenieurbüro EPPS stellte nun im Ausschuss für den Kommunalbetrieb (KBW) die Ergebnisse seiner Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vor. Würde die Stadt tatsächlich alle Dächer optimal belegen, käme man auf anfängliche Brutto-Investitionskosten von 758.000 Euro. Davon würden allein auf das AFG 456.000 Euro entfallen. Dort gibt es allerdings auch den meisten Platz auf dem Dach – und den mit Abstand höchsten Energieverbrauch im Vergleich der Gebäude (380.000 kw/h).

AFG hat das größte Potenzial

Lohnen würde sich die Investition rein rechnerisch jedoch allemal. Versorgt sich das AFG künftig selbst mit PV-Strom, dann läge die Gesamtersparnis nach 20 Jahren bei rund 900.000 Euro. Im Falle der Uhlandschule läge die Ersparnis über diesen Zeitraum bei 175.000 Euro. Bei der Kardinal-von-Galen-Schule wären es 52.000 Euro und beim Alten Amtsgericht 100.000 Euro. Und genau auf letzterem soll nun zunächst einmal der Fokus liegen.

Die Verwaltung will schnellstmöglich Fördergelder beantragen, um das Dach des Alten Amtsgerichts mit der entsprechenden Technik zu bestücken – in Verbindung mit einem Batteriespeicher. Und tatsächlich müsste die Kommune die Anschaffung nicht aus eigener Tasche bezahlen. Mehrere Förderbausteine ermöglichen eine Förderquote von letztlich 100 Prozent.

Quasi zu den Akten legen kann man hingegen bereits die Pläne für die potenziellen PV-Flächen in den Sportzentren Lindert und Dahl. Von denen raten die Experten des Ingenieurbüros nämlich ganz klar ab. Die Installation von PV-Modulen wäre dort schlichtweg unwirtschaftlich, hieß es. Die Energie werde zu sonnenschwachen Zeiten benötigt. Hauptverbraucher seien die Flutlichtanlagen. In diesem Fall also keine guten Aussichten. Für die anderen Dächer gilt das hingegen schon.