Rätsel um grüne Baum-Planen: Sollen sie Pinkel-Attacken abwehren?

rnMarktplatz Werne

Seit dieser Woche sind die jungen Bäume auf dem Marktplatz in Werne am Fuß mit dunkelgrünen Planen umwickelt. Ein Pinkelschutz gegen Hunde, die ihr Bein heben?

Werne

, 17.04.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was hat es mit den dunkelgrünen Planen auf sich, die seit Mitte der Woche die sechs jungen Bäume auf dem Marktplatz umgeben? Sollen die festen Planen Pinkel-Attacken von Hunden abwehren.

„Nein“, schmunzelt Detlev Bruns auf eine entsprechende Anfrage der Redaktion. Die Planen erfüllten eine ganze andere Funktion, sagt der Leiter des Bauhofes Werne. Zumal es gar keine Planen sind, sondern befüllbare Säcke.

Ein Schild gibt Hinweise, dass es sich bei den Planen um Wassersäcke zur Bewässerung der Bäume handelt.

Ein Schild gibt Hinweise, dass es sich bei den Planen um Wassersäcke zur Bewässerung der Bäume handelt. © Jörg Heckenkamp

Und damit kommen wir des Rätsels Lösung schon näher. Es handelt sich bei dem rätselhaften Gegenstand um Wassersäcke. Die sollen eine kontinuierlichere Wasserversorgung der Bäume sichern „und uns außerdem Arbeit beim Gießen ersparen“, sagt Bruns.

Die Bäume in der Innenstadt müssen in den mittlerweile üblichen warmen und trockenen Sommerzeiten regelmäßig gewässert werden. Je nach Witterung sind die Mitarbeiter des Bauhofes täglich mit dem Gießfahrzeug unterwegs, um Trockenschäden zu vermeiden. Die Wassersäcke, eine Entwicklung aus den USA, sollen diesen Aufwand reduzieren. „Wir hoffen, dass wir nur noch halb so oft zum Gießen herausfahren müssen“, sagt der Bauhof-Leiter.

Probelauf an der Saline Werne war erfolgreich

Die Stadt Werne hatte einen Probelauf mit drei solcher Wasserspeicher an Gewächsen in Nähe der Saline vorgenommen. „Das war sehr erfolgreich“, so Bruns. Daraufhin habe man sich im Winter dazu entschlossen, drei Dutzend dieser Speicher anzuschaffen. „Es sind genau 35, weil wir sonst mehr Portokosten hätten zahlen müssen“, sagt Bruns mit einem Schmunzeln.

Die Wassersäcke werden eng um den Baumstamm gelegt. Daher konnte der erste Eindruck entstehen, es handele sich um eine Art Schutzmantel. Durch ein Ventil füllt man dann Wasser hinein. Pro Sack etwa 55 Liter. „Das versickert dann langsam in den Wurzelbereich des Baumes“, sagt Bruns. Mit dem Effekt einer kontinuierlicheren Bewässerung sowie der Einsparung von Arbeit beim Bauhof.

Kein Pinkelschutz gegen Hunde, sondern bei den Planen handelt es sich um Wassersäcke zur kontinuierlichen Bewässerung der Bäume.

Kein Pinkelschutz gegen Hunde, sondern bei den Planen handelt es sich um Wassersäcke zur kontinuierlichen Bewässerung der Bäume. © Jörg Heckenkamp

Nicht nur die sechs Bäume auf dem Markt sind mit dem neuen System ausgerüstet. Städtische Gewächse an der Bonenstraße, der Konrad-Adenauer-Straße und dem Bült sollen laut Bruns ebenfalls in den Genuss dieser besonderen Art der Wasserversorgung kommen. Bedingt durch das anhaltend trockene Wetter könnte schon in den nächsten Tagen die Befüllung der Wasserspeicher nötig sein, meint er.

Die ist übrigens keine Domäne nur von kommunalen Einrichtungen. Detlev Bruns hat beobachtet, dass beispielsweise auf „einem Privatgrundstück Richtung Herbern sind diese Säcke auch an Bäumen angebracht“.

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