Raserin aus Werne fährt in Dortmund mit 245-PS-Golf auf Fußgänger zu

rnAutorennen in Dortmund

Mit einer Geld-, eventuell sogar einer mehrjährigen Haftstrafe muss eine 21-jährige Wernerin rechnen. Sie hatte bei einem nächtlichen Rennen in Dortmund das Leben von Menschen gefährdet.

Werne, Dortmund

, 20.07.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die junge Frau aus Werne war mit einem PS-starken VW-Golf in der Nacht von Freitag auf Samstag (17. auf 18. Juli 2020) auf dem Wall in Dortmund unterwegs. Statt mit 50 raste sie mit bis zu 100 km/h über den Wall rund um die Dortmunder Innenstadt. An einem Überweg hätte sie beinahe zwei Fußgänger überfahren. Die konnten sich laut Polizeibericht nur durch einen geistesgegenwärtigen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen.

Nachdem die Polizei die 21-jährige aus Werne angehalten hatte, weigerte sie sich, ihre Daten anzugeben. Sie ist zwar im Besitz eines Führerscheines, hatten ihn aber nicht dabei. Die Polizei beschlagnahmte daraufhin ihr Handy sowie den weißen VW-Golf und erstatteten eine Strafanzeige wegen eines verbotenen Rennens.

Weißer Golf mit DO-Kennzeichen hat 245 PS

Es stellte sich heraus, dass der weiße Golf mit Dortmunder-Kennzeichen nicht der Frau aus Werne gehört, sondern einem Dortmunder. Der Wagen verfügt über 245 PS. Es könnte sich um einen Golf GTI Performance handeln, der genau diese PS-Stärke aufweist.

Jetzt lesen

Die ganze Aktion fand am frühen Samstagmorgen, 18. Juli, gegen 3 Uhr statt. Ausgangspunkt war eine Kontrolle der Polizei auf einem Parkplatz am Schwanenwall in Dortmund. Dort versammeln sich des öfteren Mitglieder der sogenannten Raser-Szene. An diesem Wochenende hatte die Polizei wieder an den Hotspots der Szene verstärkt nächtliche Kontrollen durchgeführt.

Die Frau aus Werne fuhr mit einem 245-PS-starken Golf fast doppelt so schnell wie erlaubt.

Die Frau aus Werne fuhr mit einem 245-PS-starken Golf fast doppelt so schnell wie erlaubt. © Polizei Dortmund (Symbolbild)

Plötzlich vernahmen die Polizisten vom Schwanenwall ein lautes Röhren. Auf dem Außenring des Walles war ein weißer Golf mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit und „aggressiver Fahrweise unterwegs“, wie Polizeisprecher Peter Bandermann auf Anfrage der Redaktion sagt. Die Polizisten brachen die Kontrolle ab und postierten ihren Streifenwagen so, dass sie die Verfolgung aufnehmen konnten, falls der weiße Golf noch einmal vorbeikommen würde. Was wahrscheinlich war.

Jetzt lesen

So kam es dann auch. Die Situation stellte sich wie folgt dar: Die 21-jährige Wernerin lieferte sich eine Art Ampelrennen mit einer Frau in einem Daimler mit Krefelder Kennzeichnen. Doch während der Daimler nur laut und schnell beschleunigte, bei 50 km/h aber abbremste, raste die Wernerin mit dem PS-starken Golf mit überhöhter Geschwindigkeit weiter.

Polizei: Frau aus Werne zeigt „sehr aggressive Fahrweise“

Zwischendurch legte sie etliche Spurwechsel hin, um die „Kontrahentin“ zu überholen. „Insgesamt zeigte die Frau in dem Golf einer sehr aggressive Fahrweise“, sagt der Polizeisprecher. Bis zu 100 km/h, und damit doppelt so schnell wie erlaubt, sei sie gefahren.

Diese aggressive Fahrweise hätte beinahe zwei Fußgänger um Leib und Leben gebracht. Diese wollten an der Einmündung Wall/Rheinische Straße regelkonform die Straße überqueren, als sich der Golf mit hoher Geschwindigkeit näherte. Die Passanten bemerkten das noch rechtzeitig „und konnten schnell zur Seite rennen“, sagt Polizeisprecher Peter Bandermann. Der Golf raste weiter.

Sichergestellte Fahrzeuge werden oft, wie auf diesem Symbolbild, durch ein Sachverständigenbüro untersucht.

Sichergestellte Fahrzeuge werden oft, wie auf diesem Symbolbild, durch ein Sachverständigenbüro untersucht. © Polizei Dortmund

Der Streifenwagen hatte sich schon einige Zeit hinter die beiden Fahrzeuge geklemmt. Nach dieser Szene mit dem Fußgängern beendete die Polizei schließlich an einer roten Ampel auf dem Hiltropwall das Rennen. Während die Krefelderin mit ihrem Daimler weiterfahren konnte, da sie sich an die Vorschriften gehalten hatte, sah die Sache für die 21-Jährige schon anders aus. Je nach Einschätzung der Sachlage kann es zu einer Geldstrafe bis zur mehrjährigen Haft kommen.

Lesen Sie jetzt