Sanimir Cufurovic ist Pächter der Hornemühle. Seine Frau Zerine und seine Söhne Anil und Haris unterstützen ihn. © Privat
Nach Corona

Restaurants in Werne: Preiserhöhung ist nur noch eine Frage der Zeit

Nach der langen Corona-Zwangspause können Restaurant wieder Gäste empfangen. Viele Betriebe mussten ihre Preise erhöhen. Zwei Gastronomen aus Werne ziehen eine Bilanz.

Bars, Kneipen, Restaurants und Cafés, sie alle konnten nach langer Corona-Zwangspause in diesem Jahr endlich wieder ihre Türen für Besucherinnen und Besucher öffnen. Dem ein oder anderen Gast wird aufgefallen sein, dass man für Bier und Steak mittlerweile ein paar Cent mehr auf den Tresen legen muss.

Im Restaurant Hornemühle in Werne steigen die Preise nach Sim-Jü

Sanimir Cufurovic ist Inhaber des Restaurants Hornemühle in Werne. Auf seiner Speisekarte haben sich die Preise bislang noch nicht verändert, aber das ist nur noch eine Frage der Zeit. „Sim-Jü warten wir noch ab, bis dahin möchten wir nichts erhöhen. Danach muss ich mich in Ruhe hinsetzen und die Preise überdenken“, so der Gastronom. Wie viel Mehrkosten pro Gericht dann entstehen werden, ist für ihn derzeit noch nicht absehbar.

„Mir tut das sehr leid, natürlich möchte ich meine Gäste schützen. Aber ich muss auch mich selber schützen. Momentan wird alles teurer und zwar Woche für Woche, vor allem Fleisch“, sagt Cufurovic.

Die Mehrzahl der Besucher hat Verständnis für Preiserhöhungen

Bei Steffen Kroes, Inhaber des Hotels am Kloster, sieht die Situation derzeit ein wenig anders aus. „Wir erhöhen alle ein bis zwei Jahre sukzessiv unsere Preise. Das betrifft aber nicht nur das Restaurant, sondern alle Bereiche im Haus, zum Beispiel auch Hotelzimmer, Tagungspauschalen oder Veranstaltungspreise“, sagt er. Dann stiegen die Preise um zwei bis drei Prozent.

„Die Inflation ist momentan sehr hoch, das bemerkt ja auch jeder Kunde im Supermarkt“, so Kroes weiter. Er betont, dass der Kostenanstieg aber nicht nur eine Auswirkung der Pandemie sei, sondern beispielsweise auch an steigenden Personalkosten liege.

Eine Rückmeldung erhielte er nach so einer Preiserhöhung von den Gästen aber nur selten. „Die Mehrzahl hat Verständnis dafür. Den meisten Menschen ist bewusst, dass man beispielsweise ein Schnitzel nicht für sieben Euro anbieten kann. Wir kalkulieren regelmäßig unsere Produkte und verhindern so, dass unter Wert verkauft wird“, sagt Steffen Kroes. Außerdem bezahle man nicht nur die Mahlzeit, sondern auch den guten Service und den gedeckten Tisch. Kroes: „Dann ist es in Ordnung, wenn das Bier beim nächsten Besuch auch mal 10 Cent teurer ist.“

Hotel- und Gaststättenverband bestätigt Kostenanstieg

Lars Martin, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) in Westfalen, schätzt die allgemeine Situation der Gastronomen nach der Corona-Pandemie wie folgt ein: „Einige Betriebe sind zu Erhöhungen übergegangen, aber damit ist die Gastronomie nicht allein.“ Er bestätigt die hohe Inflation, dadurch seien Lebensmittel überdurchschnittlich teuer.

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