Schätze erinnern in Cappenberg an Barbarossa

Vortrag über deutschen Kaiser

Eine kleine Erhellung für das dunkle Mittelalter: Praktisch mit einem Suchscheinwerfer beleuchtete Professor Norbert Reimann in der Stiftskirche Schloss Cappenberg diese Zeit. Welche Spuren hinterließ der bekannteste deutsche Kaiser des Mittelalters, Friedrich I. Barbarossa, in Cappenberg?

CAPPENBERG

, 24.04.2015, 10:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

180 Menschen lauschten, hörten und sahen am Donnerstagabend interessante Details. Es ging in diesem Vortrag nicht allein um Cappenberg. Denn Professor Norbert Reimann hat eine große Kenntnis auch aus Dortmund: Hier arbeitete er lange Jahre als Stadtarchivar, später wurde er LWL-Landesarchivar. Und dadurch, dass er auch ein umfangreiches Archiv des Klosters Cappenberg für die gräfliche Familie von Kanitz verwaltet, ist kaum einer so nah dran wie er. 

In Cappenberg steht ein Schatz aus dieser Zeit: der vergoldete Barbarossakopf, eine Büste, und eine Taufschale, die in Andenken an die Taufe des späteren Kaisers Friedrich I. geprägt wurde. Darauf zu sehen ist auch sein damaliger Taufpate, Otto von Cappenberg, Bruder von Gottfried von Cappenberg, zwei der Gründe des Klosters. Das Cappenberger Kloster war das erste Kloster des Prämonstratenser-Ordens in Deutschland, den Norbert von Xanten um 1120 gründete. Es wurde 1122 geweiht, der Bau der Kirche an diesem Ort begann in jenem Jahr. 

Aus dieser Zeit stammen Urkunden, die das belegen und die Norbert Reimann mitbrachte: Für den Vortrag zeigte er sie per Projektion, anschließend lud er ein zur Besichtigung der Originale in der Vitrine, die in einer Kapelle der Stiftskirche steht. Nach dem Vortrag bestand Gelegenheit, sie sich anzusehen. Darunter war zum Beispiel ein Dokument des Papstes Honorius II., der zur Gründung des Klosters eine Urkunde ausstelle und besiegelte.

50 Urkunden aus dem 12. Jahrhundert

Das 12. Jahrhundert sei quellenarm in unserer Region. Deswegen sind die Urkunden, die im Archiv des Klosters Cappenberg bis heute liegen, sehr wertvoll. Rund 50 allein, sagte Reimann, stammten aus der Zeit zwischen 1100 und 1200. 

FOTOSTRECKE
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Barbarossa-Vortrag in der Stiftskirche Cappenberg

Rund 180 Besucher hörten sich auf Einladung des Rotary Club Selm Kaiser Barbarossa einen Fachvortrag an, in dem es um die Spuren Kaiser Friedrichs I. Barbarossa im 12. Jahrhundert ging, die er in Dortmund und Cappenberg hinterlassen hat. So sah es beim Vortrag aus.
23.04.2015
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Die Besucher des Vortrages hatten im Anschluss die Möglichkeit, sich in der sonst verschlossenen Vitrine den Barbarossakopf, die Taufschale aus dem 12. Jahrhundert und die Urkunden-Originale anzusehen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Urkunden aus den Jahren zwischen 1120 und 1160 brachte Norbert Reimann mit in die Stiftskirche. Sie lagen in der Vitrine am Barbarossakopf zur Ansicht aus.© Foto: Tobias Weckenbrock
Urkunden aus den Jahren zwischen 1120 und 1160 brachte Norbert Reimann mit in die Stiftskirche. Sie lagen in der Vitrine am Barbarossakopf zur Ansicht aus.© Foto: Tobias Weckenbrock
Rund 180 Gäste kamen in die Stiftskirche, um den Worten von Professor Norbert Reimann zu lauschen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Diese Kopie des Barbarossa-Kopfes steht auf einer Grabplatte im Seitenschiff der Kirche.© Foto: Tobias Weckenbrock
180 Gäste verfolgten den Vortrag zur Heimatgeschichte des Mittelalters.© Foto: Tobias Weckenbrock
Ein Vorwort zum Vortrag hielt Bürgermeister Mario Löhr, der sagte, er interessiere sich seit der Initiative der Selmer Rotarier verstärkt für das Mittelalter. Er freue sich, dass man hier in Cappenberg über so einen historischen Schatz verfüge.© Foto: Tobias Weckenbrock
180 Gäste verfolgten den Vortrag zur Heimatgeschichte des Mittelalters.© Foto: Tobias Weckenbrock
Ein Vorwort zum Vortrag hielt Bürgermeister Mario Löhr, der sagte, er interessiere sich seit der Initiative der Selmer Rotarier verstärkt für das Mittelalter. Er freue sich, dass man hier in Cappenberg über so einen historischen Schatz verfüge.© Foto: Tobias Weckenbrock
Ein Vorwort zum Vortrag hielt Bürgermeister Mario Löhr, der sagte, er interessiere sich seit der Initiative der Selmer Rotarier verstärkt für das Mittelalter. Er freue sich, dass man hier in Cappenberg über so einen historischen Schatz verfüge.© Foto: Tobias Weckenbrock
Ein Vorwort zum Vortrag hielt Bürgermeister Mario Löhr, der sagte, er interessiere sich seit der Initiative der Selmer Rotarier verstärkt für das Mittelalter. Er freue sich, dass man hier in Cappenberg über so einen historischen Schatz verfüge.© Foto: Tobias Weckenbrock
Ein Vorwort zum Vortrag hielt Bürgermeister Mario Löhr, der sagte, er interessiere sich seit der Initiative der Selmer Rotarier verstärkt für das Mittelalter. Er freue sich, dass man hier in Cappenberg über so einen historischen Schatz verfüge.© Foto: Tobias Weckenbrock
Professor Norbert Reimann, ehemaliger Archivar im LWL und im Dortmunder Stadtarchiv, trug einige Dokumente und Inhalte daraus zusammen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Professor Norbert Reimann, ehemaliger Archivar im LWL und im Dortmunder Stadtarchiv, trug einige Dokumente und Inhalte daraus zusammen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Professor Norbert Reimann, ehemaliger Archivar im LWL und im Dortmunder Stadtarchiv, trug einige Dokumente und Inhalte daraus zusammen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Professor Norbert Reimann, ehemaliger Archivar im LWL und im Dortmunder Stadtarchiv, trug einige Dokumente und Inhalte daraus zusammen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Professor Norbert Reimann, ehemaliger Archivar im LWL und im Dortmunder Stadtarchiv, trug einige Dokumente und Inhalte daraus zusammen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Professor Norbert Reimann, ehemaliger Archivar im LWL und im Dortmunder Stadtarchiv, trug einige Dokumente und Inhalte daraus zusammen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Professor Norbert Reimann, ehemaliger Archivar im LWL und im Dortmunder Stadtarchiv, trug einige Dokumente und Inhalte daraus zusammen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Reimann hat Zugriff auf die Archive - das des LWL, aber vor allem auch das Klosterarchiv in Cappenberg. Er brachte einige Original-Urkunden aus dem 12. Jahrhundert mit, die in der Vitrine nebst Barbarossakopf zu sehen waren.© Foto: Tobias Weckenbrock
Reimann hat Zugriff auf die Archive - das des LWL, aber vor allem auch das Klosterarchiv in Cappenberg. Er brachte einige Original-Urkunden aus dem 12. Jahrhundert mit, die in der Vitrine nebst Barbarossakopf zu sehen waren.© Foto: Tobias Weckenbrock
Reimann hat Zugriff auf die Archive - das des LWL, aber vor allem auch das Klosterarchiv in Cappenberg. Er brachte einige Original-Urkunden aus dem 12. Jahrhundert mit, die in der Vitrine nebst Barbarossakopf zu sehen waren.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Besucher des Vortrages hatten im Anschluss die Möglichkeit, sich in der sonst verschlossenen Vitrine den Barbarossakopf, die Taufschale aus dem 12. Jahrhundert und die Urkunden-Originale anzusehen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Besucher des Vortrages hatten im Anschluss die Möglichkeit, sich in der sonst verschlossenen Vitrine den Barbarossakopf, die Taufschale aus dem 12. Jahrhundert und die Urkunden-Originale anzusehen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Besucher des Vortrages hatten im Anschluss die Möglichkeit, sich in der sonst verschlossenen Vitrine den Barbarossakopf, die Taufschale aus dem 12. Jahrhundert und die Urkunden-Originale anzusehen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Besucher des Vortrages hatten im Anschluss die Möglichkeit, sich in der sonst verschlossenen Vitrine den Barbarossakopf, die Taufschale aus dem 12. Jahrhundert und die Urkunden-Originale anzusehen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Besucher des Vortrages hatten im Anschluss die Möglichkeit, sich in der sonst verschlossenen Vitrine den Barbarossakopf, die Taufschale aus dem 12. Jahrhundert und die Urkunden-Originale anzusehen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Besucher des Vortrages hatten im Anschluss die Möglichkeit, sich in der sonst verschlossenen Vitrine den Barbarossakopf, die Taufschale aus dem 12. Jahrhundert und die Urkunden-Originale anzusehen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Besucher des Vortrages hatten im Anschluss die Möglichkeit, sich in der sonst verschlossenen Vitrine den Barbarossakopf, die Taufschale aus dem 12. Jahrhundert und die Urkunden-Originale anzusehen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Besucher des Vortrages hatten im Anschluss die Möglichkeit, sich in der sonst verschlossenen Vitrine den Barbarossakopf, die Taufschale aus dem 12. Jahrhundert und die Urkunden-Originale anzusehen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Besucher des Vortrages hatten im Anschluss die Möglichkeit, sich in der sonst verschlossenen Vitrine den Barbarossakopf, die Taufschale aus dem 12. Jahrhundert und die Urkunden-Originale anzusehen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Schlagworte Cappenberg

Reimann ging auf einzelne Inhalte der Urkunden ein, besprach auch die Taufschale und das, was sie zeigt, im Detail. Fest steht für ihn, wie er am Ende zusammenfasste: Kaiser Friedrich I. Barbarossa war mehrfach in Dortmund, förderte Dortmund auf dem Weg zur Freien Reichsstadt, hielt hier mehrere bedeutende Hoftage ab und feierte dort auch das Osterfest mehrfach. Cappenberg habe in diesem Zusammenhang eine große Bedeutung, denn im Kloster seien viele Urkunden aus dieser Zeit verblieben - 1400 sind es insgesamt. Ein Schatz, auf den die Region stolz sein könne. 

Wie Freiherr vom Stein ins Mittelalter gelangte

Und den auch Freiherr vom Stein, der 1816 das Schloss Cappenberg kaufte und seinen Lebensabend hier verbrachte, beförderte: "Der hatte eine Leidenschaft für deutsche Geschichte", sagte Reimann. "Er war zwar Protestant, die Stiftskirche entging trotzdem aufgrund seiner Initiative der Profanisierung." Im Schloss selbst hängt das Gemälde vom Tode Kaiser Barbarossas, der auf einem Kreuzzug ertrank. Freiherr vom Stein gab es bei einem Künstler in Auftrag. Dann starb er selbst noch vor der Fertigstellung. Der Künstler machte sich das zunutze: Er malte in Gedenken den Freiherrn selbst in diese mittelalterliche Szenerie ein. 

Es gab großen Applaus für den Vortrag, der einen Rahmen erhielt durch ein Harfen-Vor- und Nachspiel von Verena Volkmer. Rotary-Präsident Ralf Schaltenbrand moderierte den Abend und kündigte schon an, dass die Vortragsreihe weiter geht: Nach den ersten drei Vorträgen in den vergangenen Monaten ist am 24. September Professor Dr. Gerhard Lubich der nächste Historiker. Er hat einen Lehrstuhl für Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum und spricht dann zum Thema "Ungleiche Gegner - Barbarossa, das Papsttum und die neuen Netzwerke des Hochmittelalters".

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