Näherei verkauft Masken auf dem Markt und vor dem Horne-Center

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In den vergangenen Tagen dreht sich in den Schneidereien alles um Mundschutz-Masken. Die kleine Schneiderei aus dem Horne-Center nähte am Freitag an der frischen Luft.

Werne

, 27.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während viele Werner aktuell im Home-Office arbeiten, hat Selime Aytis (37) ihren Arbeitsplatz nach draußen verlegt. Die Änderungsschneiderin näht üblicherweise im Horne-Center. Da der Bedarf an Mundschutzmasken jedoch immens und die Schlangen innerhalb des Centers lang sind, zog sie mit ihrer Nähmaschine vor die Tür des Ladenkomplexes. Vor den Augen der Kunden näht sie die Masken.

„Wir wollen den Kunden zeigen, dass wir da sind und jeder eine Maske bekommen kann“, erzählt die Schneiderin. „Außerdem ist hier draußen das Einhalten des Sicherheitsabstandes viel einfacher“, fügt sie hinzu. Wie am Fließband produziert Aytis die begehrten Masken.

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„Die Kunden sind überglücklich, denn in manchen Städten gibt es weit und breit keine Mundschutz-Masken mehr. Ich habe schon von Leuten gehört, die unsere Masken quer durch Deutschland schicken, um ihre Familien zu versorgen“, erzählt die Schneiderin.

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Obwohl das Mundschutz-Nähen bereits zu einer Routineaufgabe geworden ist, lerne sie noch immer dazu. „Anfänglich haben wir dicke, gepolsterte Masken genäht. Doch dadrunter bekommen gerade ältere Menschen schlecht Luft“, nennt sie ein Beispiel.

Abiturientin Hediya Aytis (17) verkauft die Masken auf dem Marktplatz.

Abiturientin Hediya Aytis (17) verkauft die Masken auf dem Marktplatz. © Sylva Witzig

Hediye Aytis (17), Tochter der Schneiderin, hilft beim Verkauf der Masken aus. Auf dem Marktplatz hat sie gegen halb zwölf bereits um die 150 Stoffmasken verkauft. „Es macht richtig Spaß, die Masken zu verkaufen, denn man tut ja auch etwas Gutes dabei. Es fühlt sich gut an, zum Schutze der Menschen beizutragen“, so die Abiturientin.

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„Eine Kundin war ganz verzweifelt, weil ihre Maske nicht passte. Bei mir bekam sie eine passende Maske. Solche Momente machen mich glücklich“, fügt sie hinzu. Die häufigsten Fragen der Kunden drehen sich um die Waschbarkeit und die Größe der Masken. Bei den Masken gibt es eine Einheitsgröße; Sonderanfertigungen seien aber möglich.

Selime Aytis näht für die kleine Schneiderei im Horne-Center unermüdlich Masken. Wie viele sie in den letzten Tagen produziert hat, kann sie gar nicht zählen.

Selime Aytis näht für die kleine Schneiderei im Horne-Center unermüdlich Masken. Wie viele sie in den letzten Tagen produziert hat, kann sie gar nicht zählen. © Sylva Witzig

Die Baumwollmasken sind waschbar und verfügen weder über einen Nasendraht noch über eine Einschubtasche für Filter. Eine Maske kostet fünf Euro. Aytis rät Kunden, denen schnell warm wird, von schwarzen Masken ab, denn die heizen sich besonders schnell auf.

Ob die Schneiderei Mehmet aus dem Horne-Center auch in der kommenden Woche wieder an der frischen Luft arbeiten wird, stand am Freitag noch nicht fest. In jedem Fall bleibt das 5-köpfige Team der kleinen Schneiderei im Inneren des Ladenkomplexes erreichbar.

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