Schraube sorgt für Wasserschaden in Turnhalle

Berufskolleg in Werne

Eigentlich war die neue Doppelturnhalle des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne fertig. Eigentlich sollten dort längst Schüler rennen, schießen und werfen. Eigentlich. Denn die neue Halle wird – Stand jetzt – in diesem Jahr nicht mehr freigegeben. Hier die Geschichte, wie eine einzige Schraube das verhindert hat.

WERNE

, 13.10.2017, 12:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wegen eines großen Wasserschadens verzögert sich die Inbetriebnahme der neuen Turnhalle am Berufskolleg. Ausgerechnet eine kleine Schraube soll für das Dilemma verantwortlich sein.

Wegen eines großen Wasserschadens verzögert sich die Inbetriebnahme der neuen Turnhalle am Berufskolleg. Ausgerechnet eine kleine Schraube soll für das Dilemma verantwortlich sein.

Eigentlich hätte in seinem Kalender „finale Baubesprechung“ gestanden, sagte am Donnerstag Jürgen Artmann, stellvertretender Leiter des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs. Eigentlich hätten an diesem Tag auch schon die ersten Schüler durch die Doppelturnhalle rennen können. Eigentlich. Denn die neue Halle, die der Kreis Unna am Becklohhof baut, wird – Stand jetzt – in diesem Jahr nicht mehr fertig. Was ist passiert?

Gar nicht so viel – und hier wären wir wieder beim „eigentlich“. Ein Handwerker hatte wohl während der Arbeiten im Inneren der Halle versehentlich eine kleine Schraube in den Spülkasten einer Toilette gedreht – und sie anschließend wieder entfernt. Was zurückblieb, war ein kleines Leck, aus dem permanent das Wasser lief, ein Spülkasten, der sich permanent mit Wasser füllte – und ein großer Schaden, der die Inbetriebnahme der Halle bis auf Weiteres verhindert.

Zweiter Wasserschaden

„Bisher waren wir mit dem Verlauf der Bauarbeiten sehr zufrieden“, sagte Detlef Schroeder, Fachbereichsleiter Bauen beim Kreis Unna, als er am Donnerstag auf den Fliesen des betroffenen Umkleideraums stand. „Jetzt steht der Boden unter dem Estrich in Teilen der Halle komplett unter Wasser.“

Vor einem Monat – am 11. September – hätte man den Schaden bemerkt, als der Geräteraum der Halle „zu 75 Prozent mit Wasser voll war“. Seit 14 Tagen steht das kleine Leck im Spülkasten als Ursache fest – aber damit nicht genug.

Einen zweiten Wasserschaden konnte der Kreis Unna am Dach der Halle ausmachen – eine Dichtung im vorderen Teil des Gebäudes sei wohl falsch oder verschoben eingesetzt worden, sodass das Wasser in den Dachaufbau lief. Dieser zweite Schaden sei zwar nicht relevant für die Öffnung der Halle, dafür aber ein zusätzliches Ärgernis.

Trockenlegung beginnt

Nun ruhen die Arbeiten, bis der Schaden behoben ist. Am Montag, 16. Oktober, will der Kreis Unna mit der Trockenlegung beginnen. Dafür soll Heißluft durch mehrere gebohrte Löcher in den Boden geblasen werden. „Das kann drei bis vier Wochen dauern“, sagte Detlef Schroeder am Donnerstag. Dann beginnt der Wiederaufbau. „Wir gehen davon aus, dass wir die Turnhalle erst im Januar an das Berufskolleg übergeben können.“

Immerhin: Der Sportunterricht der Berufsschüler kann solange in der Fürstenhofhalle stattfinden – wie gehabt. „Außerdem hat die Sekundarschule bereits signalisiert, dass sie uns aushelfen möchte“, sagte Artmann.

Die Höhe des Sachschadens kann Fachbereichsleiter Schroeder nach eigener Aussage noch nicht beziffern. Die Kosten spielen in dem ganzen Dilemma ohnehin eine eher nebensächliche Rolle. „Das übernimmt die Versicherung.“

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