Christophorus-Schüler in Quarantäne: Eltern fordern Rückkehr zum Homeschooling

rnCoronafall an Schule

Nach einem Coronafall befinden sich zurzeit 90 Schüler des Werner St.-Christophorus-Gymnasiums in Quarantäne. Dass die gesamte Stufe betroffen ist, sorgt bei einigen Eltern für Unverständnis.

Werne

, 11.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Junge aus der Q2 des St.-Christophorus-Gymnasiums in Werne wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Am Montag (9. November) wurden deshalb 103 Schüler und 4 Lehrer in Quarantäne geschickt. Einen Tag später konnten 13 Schüler wieder von der Maßnahme des Gesundheitsamtes des Kreises Unna freigestellt werden. „Denn sie hatten keinen gemeinsamen Kurs mit dem besagten Schüler“, erklärt Schulleiter Thorsten Schröer.

Für 90 Mädchen und Jungen gilt bis einschließlich 19. November Quarantäne und Unterricht auf Distanz. Die Nachricht sorgte bei einigen Eltern für Unverständnis, wie Schröer erzählt. Das Problem: Weil Kreise und Kommunen keine einheitlichen Quarantäne-Regeln haben, müssen bei einem Coronafall an einer Schule unterschiedlich viele Schüler nach Hause geschickt werden.

Manchmal vereinzelt Schüler in Quarantäne, manchmal ganze Stufe

Während an einigen Orten laut Schröer nur die Sitznachbarn und die Freunde von betroffenen Schülern in Quarantäne müssen, geht der Kreis Unna mit Blick auf die aktuellen Infektionszahlen mittlerweile strenger vor. Dort werden die Mädchen und Jungen nach Hause geschickt, die mit dem positiv getesteten Schüler einen Kurs zusammen hatten.

Weil die Schüler in der Q2 in Grund- und Leistungskursen und nicht im Klassenverbund unterrichtet werden, ist somit gleich die gesamte Stufe von der Quarantäne betroffen. Nur ein geringer Teil - eben die besagten 13 Schüler, die keinen Kurs mit dem betroffenen Schüler hatten - wurde von der Maßnahme wieder freigestellt.

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Andere Jugendliche aber hatten mit dem Jungen zwar einen gemeinsamen Kurs, aber gar keinen Kontakt. „Sie saßen vielleicht acht Meter von ihm entfernt und kennen ihn vielleicht gar nicht“, sagt Schröer. Sie müssen nun dennoch zuhause bleiben. Für einige Eltern würde das wie ein „Hop-oder-Top-System“ wirken, so Schulleiter Thorsten Schröer.

Eltern fordern Rückkehr zum Homeschooling

Er habe deshalb auch Anfragen bekommen, ob man nicht gleich wieder generell zum Homeschooling zurückkehren könnte wie im ersten Lockdown im Frühjahr. „Dann hätten die Schüler wenigstens Kontinuität, argumentieren die Eltern“, erzählt Schröer. Das Thema wird derzeit rege in NRW diskutiert mit Blick auf die nun insgesamt mehr als 300.000 Schülern und etwa 30.000 Lehrern, die sich derzeit in Quarantäne befinden.

So kritisiert etwa der Städtetag NRW, dass es keine flexiblen Regelungen gibt. Die Verantwortlichen fordern, dass es ein Wechselmodell geben sollte zwischen Präsenz- und Distanzunterricht. Die Landesregierung hatte der Stadt Solingen untersagt, die Klassen zu halbieren und im Wechsel in der Schule und daheim zu unterrichten. Am Mittwoch (11. November) erteilte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer einem generellen Wechsel der beiden Modelle ein Absage. Zunächst könne man über Maßnahmen wie einen zeitlich versetzten Unterrichtsbeginn nachdenken.

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St.-Christophorus-Gymnasium Werne hält Hygieneregeln streng ein

Die Verantwortlichen des St.-Christophorus-Gymnasiums in Werne selbst könnten nur reagieren und die vom Gesundheitsamt des Kreises Unna vorgeschriebenen Regeln der Coronaschutzverordnung umsetzen. Das gilt auch für die Hygienemaßnahmen, die das Land NRW für den Schulbetrieb vorgibt. Diese würden akribisch von Schülern und Lehrer eingehalten, so Schulleiter Thorsten Schröer.

Ob und inwiefern der nun positiv auf das Coronavirus getestete Schüler aus der Q2 aber in der Pause, aus dem Weg zur Schule oder in seiner Freizeit mit anderen Jugendlichen in Kontakt gekommen ist, ist für den Schulleiter aber nicht darstellbar.

Mit Material von dpa


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