Jahrgänge möchten sich gegenseitig übertreffen: Abibälle werden in Werne immer pompöser

rnSchul-Abschluss

Mit dem Beginn der Oberstufe beginnt für viele Schüler in Werne auch das Sparen für den Abiball. Denn die Abschlussfeiern für die Schulabsolventen werden immer teurer. Auch in Werne.

Werne

, 03.06.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Abibälle werden immer pompöser und teurer. Auch in Werne erkennt Thorsten Schröer, Schulleiter am St.-Christophorus-Gymnasium, diesen Trend: „Wir sind bald an einem Punkt angekommen, an dem ich mich frage, ob das alles so sein muss. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in finanzielle Dimensionen kommen, die jenseits von Gut und Böse sind.“ Auch die Tatsache, dass die Jahrgänge sich gegenseitig weiter übertreffen möchten, stimmt ihn nicht positiv.

Früher das Essen von den Eltern mitgebracht

Er hofft, dass man „irgendwann das Ende der Fahnenstange“ erreicht hat. Denn nicht alle Eltern könnten 200 bis 300 Euro für einen Abend berappen. Deshalb zahlen die Schüler auch bereits seit dem Beginn der Oberstufenzeit Gelder ein. Etwa 100 Euro kämen so im Vorfeld des Abi-Balls zusammen, weitere Aktionen der Schüler lassen weitere Euro in die Kasse fließen.

Beim Abiball, den die Schüler im Hansesaal in Lünen feiern, bekommt jede Familie vier Eintrittskarten. Dabei ist nur das Essen inkludiert. Auch das Büfett werde immer pompöser, wie Schröer erzählt. „Wir haben früher von unseren Eltern Essen mitbekommen“, sagt der Schulleiter. Die Zeiten sind längst vorbei.

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25.000 Euro für den Ball

Als bodenständig bezeichnet Ulrich Stüeken, Jahrgangsstufenleiter am Anne-Frank-Gymnasium (AFG) Werne, den geplanten Abi-Ball seiner Absolventen. „Das spielt sich alles im normalen Rahmen ab. Natürlich richten die Schülerinnen und Schüler ihre Aufmerksamkeit auf das Kleid oder den Anzug“, sagt der 37-Jährige.

Neben diesen privaten Ausgaben kostet die Eintrittskarte für den Abiball, der am 5. Juli im CK-Eventcenter Rünthe steigt, 20 Euro – ohne Getränke. Etwa 300 bis 400 Gäste werden erwartet. Etwa 300 Euro – 10 Euro pro Monat – hat jeder Schüler laut Stüeken seit der Oberstufe auf ein Konto gezahlt.

Dazu kommen Einnahmen etwa aus Vor-Abitur-Partys oder Kuchen-Verkäufen bei Schulveranstaltungen. Etwa 25.000 Euro kosteten die Abibälle des AFG in der Vergangenheit, so Stüeker. Damit liegt die Stufe mit den 82 Schülern im Durchschnitt.

Werner Schulen organisieren Abibälle in Eigenregie

Mittlerweile gibt es auch Agenturen, die ein Riesen-Geschäft mit der Organisation von Abibällen machen. In Werne verzichten beide Gymnasien auf die Hilfe von Agenturen. Die Schüler organisieren ihre Abschlussfeier in Gremien und in Eigenregie.

„Aber wir bekommen regelmäßig Post von diesen Agenturen. Da gibt es wirklich alles. Das ist ja ungefähr wie bei einer Hochzeitsmesse“, sagt Ulrich Stüeken vom Anne-Frank-Gymnasium.

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