Digitale Schulen in Werne: „2025 schaut kein Kind mehr ins Schulbuch“

Schulen in Werne

Die Schulen in Werne werden digitaler. Alle Einrichtungen bekommen nicht nur eine Breitbandverbindung, sondern werden auch mit neuer Technik ausgestattet. Dafür gibt die Stadt selbst viel Geld aus.

Werne, Stockum

, 25.06.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hausaufgaben auf dem Tablet - so wird die Zukunft aussehen, glaubt Bürgermeister Lothar Christ. Die Stadt Werne investiert in die Digitalisierung der Schulen.

Hausaufgaben auf dem Tablet - so wird die Zukunft aussehen, glaubt Bürgermeister Lothar Christ. Die Stadt Werne investiert in die Digitalisierung der Schulen. © picture alliance / Carmen Jasper

Auch die Corona-Krise hat gezeigt: An den Werner Schulen muss sich etwas tun in Sachen Digitalisierung. Zuletzt hatte Hubertus Steiner, Schulleiter der Marga-Spiegel-Sekundarschule, gewarnt, dass nicht alle Schüler über die entsprechende Technik verfügen, um vernünftig von zu Hause aus zu lernen. Das soll sich bald ändern.

Denn die Stadt Werne hat nun einen Medien-Entwicklungsplan im Stadtrat einstimmig verabschiedet, der es in sich hat, wie Bürgermeister Lothar Christ meint: „Es ist ein Millionen-Paket, das wir auf den Weg gebracht haben.“ Im ersten Schritt geht es demnach um Investitionen in Höhe von 1,8 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre. Jährliche zusätzliche Aufwendungen von etwa 85.000 Euro kommen hinzu. Dabei geht es unter anderem um schnelles Internet.

Schnelles Internet an allen Schulen

Alle Schulen in städtischer Trägerschaft sollen bis spätesten zum August 2021 eine Gigabit-Internetanbindung bekommen. Darüber hinaus soll es laut Christ W-Lan-Hotspots, Lernplattformen und neue Präsentationstechniken in den Schulen geben. Dafür nimmt auch die Stadt Werne selbst viel Geld in die Hand.

Allein für die entsprechende Infrastruktur an den Einrichtungen, also etwa die Verkabelung für das schnelle Internet, sei die Stadt Werne federführend und allein finanziell verantwortlich.

Für jeden Schüler ein Endgerät?

Denn die Fördermittel des Bundes und Landes reichen bei Weitem nicht aus, um die Schulen insgesamt digitaler zu machen. Knapp 738.000 Euro fließen laut Christ aus dem „DigitalPakt Schule“ zur Stadt Werne. Daraus können neben der Gebäude-Infrastruktur auch neue Präsentationstechniken in den Schulen sowie Endgeräte für die Schüler finanziert werden.

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Ob jeder Schüler dann wie etwa am Anne-Frank-Gymnasium mit einem iPad ausgestattet wird, ist ungewiss. Hier müssten auch die Eltern die Endgeräte mitfinanzieren, glaubt Alexander Ruhe, Jugenddezernent der Stadt Werne.

Bürgermeister Lothar Christ hingegen glaubt, dass man dafür auch weitere Fördermittel bekommen könnte: „Die Kinder müssen die Endgeräte auch mit nach Hause nehmen dürfen. Sie müssen auf dem Tablet ihre Hausaufgaben machen können. Ich glaube, dass im Jahr 2025 alles digital passiert und kein Kind mehr in ein Schulbuch guckt.“

Digitaler Weg an Werner Schulen soll konsequent verfolgt werden

Umso wichtiger ist es, den digitalen Weg einzuschlagen. „Wir können gar nicht in die falsche Richtung investieren. Es ist nicht die Frage, ob, sondern wann und wie konsequent wir diesen Weg gehen. Wenn wir es nicht machen, können Schulen irgendwann abgehängt sein“, sagt Lothar Christ.

Zunächst gilt es, die technischen Grundlagen an den Schulen, die ganz unterschiedlich ausgestattet sind, zu schaffen. Für ein schnelles Internet müssen zunächst Leitungen verlegt werden. Dies soll laut Alexander Ruhe nicht im Schulbetrieb passieren.

Breitbandanbindung bis August 2021

Im Herbst allerdings sollen die ersten Fördergelder abgerufen werden, im Frühjahr die ersten Schulen mit der Breitbandverbindung ausgestattet sein. Bis zum August 2021 sollen dann alle städtischen Schulen so weit sein.

Dabei sollen neue Medien verstärkt auch in den Werner Grundschulen zum Einsatz kommen, wie Liane Jäger aus dem Schulamt erklärt. Wie genau jede Schule das in die Praxis umsetzt, entscheiden die Verantwortliche individuell. „Jede Schule hat ein technisch-pädagogisches Konzept geschrieben. Das benötigen wir auch als wichtige Voraussetzung für die Förderung“, erklärt Jäger, die den neuen Medien-Entwicklungsplan mit einer Arbeitsgruppe federführend erarbeitet hat.

Christ: „Man hat gesehen, dass das Homeschooling eine große Herausforderung ist und man dort nachsteuern muss.“

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