Turm des ehemaligen Schwesternwohnheims am Krankenhaus fällt in wenigen Wochen

Neue Kita geplant

Es hätte längst passieren sollen, doch noch steht der Turm des ehemaligen Schwesternwohnheims am Krankenhaus. Nun steht der Abriss kurz bevor, um Platz für eine neue Kita zu schaffen.

Werne

, 16.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Turm des ehemaligen Schwesternwohnheims am Krankenhaus fällt in wenigen Wochen

Das ehemalige Schwesternwohnheim am Krankenhaus steht kurz vor dem Abriss. Das kleinere Gebäude rechts im Bild bleibt stehen. © Jörg Heckenkamp

Seit eineinhalb Jahren ist das höhere der beiden ehemaligen Schwesternwohnheime am Krankenhaus leer gezogen – nun wird es bald komplett abgerissen.

Wie berichtet, plant die Jugendhilfe Werne, an gleicher Stelle einen Kita-Campus zu errichten, der einen Regelkindergarten und einen Betriebskindergarten für die Mitarbeiter des Krankenhauses und der Jugendhilfe umfasst.

Neuer Name wohl „Kita am Wald“

„Kita-Campus“ war lange der Arbeitstitel des Architekten, heißen wird die neue Einrichtung aller Voraussicht nach „Kita am Wald“. „Der Name wird gerade hoch gehandelt“, sagte Uwe Schenk, Geschäftsführer der Jugendhilfe, am Dienstag (16. Juli) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Geplant sind sechs Gruppen mit insgesamt 105 Kindern, wobei die beiden Einrichtungen als eingeständige Betriebe betrachtet werden, sowohl räumlich als auch auf dem Papier. Geplant sind zwei eingeschossige, großflächige Gebäude, die man per Durchgang miteinander verbindet, zwei Gruppen für den Betriebs-, vier Gruppen für den Regelkindergarten.

Entkernung in den nächsten drei bis vier Wochen

„Die knabbern den Turm von oben ab.“
Uwe Schenk, Geschäftsführer der Jugendhilfe

Doch bevor überhaupt etwas passiert, fällt der Turm des ehemaligen Schwesternwohnheims – zwar nicht abrupt, sondern peu à peu innerhalb der nächsten Wochen. Ursprünglich wollte man im März, spätestens im April mit den Abrissarbeiten beginnen, doch Versorgungsleitungen für das Krankenhaus behinderten den Projektfortschritt, mussten erst neu verlegt werden.

Drei bis vier Wochen wird die Firma Robers nun mit dem Innenleben des Hochhauses beschäftigt sein, bevor auch seine Hülle in acht bis zehn Wochen komplett verschwunden ist. „Die entkernen den Turm und knabbern ihn dann von oben ab“, so Schenk. Bis Mitte September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, stehen soll die neue Kita im Sommer 2020, der Neubau kostet – Stand jetzt – 3,5 Millionen Euro.

Wer zahlt für auswärtige Mitarbeiter?

Eigentlich alles geregelt, oder? Nicht ganz. Denn eine Kostenfrage kann Uwe Schenk in diesen Tagen noch nicht beantworten. Wer kommt in welchem Umfang für die Kosten des geplanten Betriebskindergartens auf, den in Zukunft wohl auch Kinder auswärtiger Mitarbeiter des Krankenhauses besuchen werden? Für diese Mitarbeiter würden wohl auch Sonderzeiten anfallen. Entsprechende Kosten für die Betreuung wären nicht durch das Kinderbildungsgesetz abgedeckt.

Aktuell sind Jugendhilfe und Stadt Werne noch zu keinem Ergebnis gekommen. Unklar ist in diesem Zusammenhang aber auch, wie groß die Nachfrage nach Kita-Plätzen bei Krankenhaus-Mitarbeitern am Ende überhaupt sein wird.

In dem Turm, der bald fällt, hatte das Krankenhaus bis Ende 2017 noch günstige Wohnungen vermietet. Rund 50 Mieter hatten die Kündigung erhalten, seitdem steht das Gebäude an der Straße „Am See“ leer.

Lesen Sie jetzt