Serienbrandstifter schlägt in Werne zu

Fünf Feuer in einer Nacht

Ein Feuerteufel war in der Nacht zu Sonntag im Werner Stadtgebiet unterwegs: Fünfmal rückte die Feuerwehr aus, um Brände an Mülltonnen und Carports zu löschen. Nach dem Täter wird intensiv gesucht. Ein Sprecher der Polizei betonte, die betroffenen Anwohner hätten "großes Glück" gehabt, dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist. Wir haben mit einem von ihnen gesprochen.

WERNE

, 15.03.2015, 11:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Heiko Traubner ist Anwohner in der Carl-von-Ossietzky-Straße. „Gegen 3.14 wurde ich durch lautet Knallen geweckt, es knallte mehrfach“, berichtet der Familienvater. Zunächst glaubte er an Schüsse aus einer Schreckschusspistole. Doch dann hörte Traubner ein lautes Prasseln. „Ich dachte erst, das regnet aber stark draußen“, erinnert er sich.

Doch dann klingelte es an der Tür. Ein aufmerksamer Nachbar, Magnus See, hatte den Brand bemerkt: "Bei euch brennt die Holzhütte“, rief See.

Das Holzgerüst, das die Mülltonnen der Traubners und ein Fahrrad überdacht, brannte lichterloh. „Die lauten Knallgeräusche waren von den fünf Glasscheiben gekommen, die nacheinander explodiert sind“, erzählt Traubner aufgeregt.

Glück im Unglück

Glück im Unglück hatte die Familie: Das Auto, das direkt neben dem Holzgerüst stand, wurde nicht beschädigt. Für die Traubners ist es innerhalb von fünf Jahren der zweite Brand. „Damals war ein Nachbar mit brennender Zigarette eingeschlafen“, sagt Traubner. Und fügt mit Galgenhumor hinzu: „Mittlerweile sind wir es schon gewohnt, nachts aus dem Schlaf gerissen zu werden.“

Die Feuerwehr, die von den Anwohnern gerufen wurde, war bereits um 2 Uhr im Stadtgebiet unterwegs gewesen. In der Straße Eik wurden Mülltonnen in Brand gesetzt. Auch die Hauswand und ein Carport wurden beschädigt. Gegen halb vier Uhr morgens brannte eine Restmülltonne in der Straße St. Johannes. Ein Brand in der Straße Thünen wurde drei Minuten später festgestellt. Auch hier wurden ein Carport und eine Garagenwand beschädigt. Insgesamt entstand Sachschaden in Höhe von mehreren Tausend Euro. 

"Es hätte viel Schlimmeres passieren können"

Nicht nur Anwohner meldeten die Feuer. In mindestens einem Fall wurden Streifenpolizisten zufällig auf die Flammen in einer Mülltonne aufmerksam, erklärte am Sonntag ein Sprecher der Polizei in Werne. "Dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist, ist wirklich großes Glück", sagte er weiter. "Es hätte viel Schlimmeres passieren können." Noch in der Nacht suchten alle verfügbaren Beamten nach dem oder den Verantwortlichen. Die Fahndung blieb zunächst erfolglos.

Jetzt werden die Ermittler Zeugenaussagen und Spuren auswerten, sagte der Polizeisprecher. "Wir ermitteln in alle Richtungen." Schon in der Nacht zuvor musste die Feuerwehr zu einem Heckenbrand im Wiehagen gerufen werden. Ob ein Zusammenhang besteht, ist derzeit unklar. Es würden auch weitere ungeklärte Brandfälle der jüngeren Vergangenheit - unter anderem Heckenbrände an der Schulstraße und am Beckingshof am 21. Februar - noch einmal genauer geprüft. 

Die Polizei bittet um weitere Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen könnten, unter Telefon (02389) 921 3420. Wegen des örtlichen und zeitlichen Zusammenhangs der Feuer liege, so ein Polizeisprecher, die Vermutung nahe, dass eine einzige Person bzw. Gruppe für die Taten verantwortlich ist.

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