Sim-Jü in Werne ist vorbei - Festzelt-Wirt geht mit Verlusten

Nach dem Stinkbomben-Debakel

„Das war nur noch Schadensbegrenzung“: Nach dem Stinkbomben-Debakel im Festzelt verlässt Wirt Thomas Lübcke die Werner Kirmes Sim-Jü mit Verlusten. Der Vorfall fällt auch beim Fazit des Ordnungsamtes ins Gewicht.

Werne

von Vanessa Trinkwald

, 25.10.2017, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wirt Thomas Lübcke sitzt am Dienstag hinter seinem Zelt. Er verlässt die Kirmes mit einem unguten Gefühl.

Wirt Thomas Lübcke sitzt am Dienstag hinter seinem Zelt. Er verlässt die Kirmes mit einem unguten Gefühl. © Vanessa Trinkwald

Thomas Lübcke sitzt am Dienstag auf einer kleinen Laderampe hinter seinem Zelt. Er hört die Musik nur noch gedämpft – und genau so ist auch seine Stimmung. Zweieinhalb Tage ist es her, dass das Bayernzelt am Hagen wegen einer Stinkbombe evakuiert werden musste. Am letzten Kirmestag für dieses Jahr bilanziert der 49-jährige Wirt: „Ich verlasse Sim-Jü mit Verlusten.“

Wie berichtet, hatte sich zur Hauptgeschäftszeit am Samstagabend ein widerlicher Geruch im Festzelt breitgemacht. Als immer mehr Gäste das Zelt verließen, habe Lübcke das Ordnungsamt eingeschaltet. Rund 100 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Sanitätern waren schließlich im Einsatz. Immerhin: Das Sicherheitskonzept hat gegriffen, sagt Ordnungsamtschefin Kordula Mertens, die am Samstagabend Bereitschaftsdienst hatte. „Die Alarmkette hat funktioniert.“

Vorläufiges Fazit

Trotz des Vorfalls und der im Vorfeld eher widrigen Wetterprognosen zieht die Leiterin des Ordnungsamtes am Dienstag ein vorläufiges positives Fazit. „Im Grundsatz sind wir sehr zufrieden.“ Bis auf ein paar Kleinigkeiten am Rande, hätten die Leute friedlich gefeiert. Ein fader Beigeschmack aber bleibt. „Dass überhaupt jemand auf die Idee kommt, ein Glas mit Kohlenwasserstoff bei sich zu haben, ist irre und in keinster Weise vertretbar.“

Für Thomas Lübcke bleibt indes nur der Blick nach vorn – auch wenn es schwerfällt. Einnahmen aus fast drei Stunden seien ihm am Samstag verloren gegangen. „Der Haupttag war futsch“, sagt der Wirt. Er sitzt noch immer auf der Rampe, ist sichtlich geknickt und auch müde. Geschlafen habe er am Wochenende nicht, weil das Zelt noch in der Nacht gereinigt werden musste.

„Das war nur noch Schadensbegrenzung“

Auf die Frage, ob er mit den Besucherzahlen in den Tagen nach dem Stinkbomben-Debakel zufrieden gewesen sei, weiß der Wirt kaum etwas zu sagen: „Ok kann das sowieso nicht mehr sein, das war nur noch Schadensbegrenzung.“ Wie viel Geld er auf Sim-Jü 2017 verloren hat, will Lübcke am Dienstag nicht sagen. Zu viel. Von einem fünfstelligen Betrag sprach er kurz nach dem Vorfall.

Jetzt geht es für ihn und insgesamt elf Transporter zur nächsten Veranstaltung nach Wilhelmshaven – um das gutzumachen, was kaum noch gutzumachen ist. Ob er noch mal nach Werne kommt? Das ist im Moment noch offen.

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