Schausteller wollten trotz Sim-Jü-Absage traditionelles Fußballspiel austragen

Tradition zu Sim-Jü

Zu jeder Sim-Jü-Kirmes gehört am Freitag zuvor stets das Fußball-Duell: Trotz der Kirmes-Absage wollten einige Schausteller an der Tradition, gegen die Werner Allstars zu kicken, festhalten.

Werne

, 23.10.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sturmspitze Lothar Christ: Die Bürgermeister der Stadt Werne haben stets an dem Sim-Jü-Fußballspiel teilgenommen. In diesem Jahr findet das traditionelle Duell nicht statt, obwohl sich einige Schausteller das gewünscht hätten.

Sturmspitze Lothar Christ: Die Bürgermeister der Stadt Werne haben stets an dem Sim-Jü-Fußballspiel teilgenommen. In diesem Jahr findet das traditionelle Duell nicht statt, obwohl sich einige Schausteller das gewünscht hätten. © Helga Felgenträger

Noch bevor die Sim-Jü-Kirmes stets am Samstagnachmittag mit dem Hissen der Freifahne offiziell eröffnet wird, beginnt die Kirmes-Zeit für viele Werner Bürger bereits am Tag zuvor. Am Freitagnachmittag, Anpfiff 16 Uhr, stehen sich immer wieder die Werner Allstars mit den Schaustellern im Fußball-Duell gegenüber.

Auch diese Veranstaltung hat eine lange Tradition. In diesem Jahr hätte es die 48. Auflage des Spiels gegeben. Doch mit der Absage der Kirmes fällt auch dieses Event in diesem Jahr aus.

Viele Zuschauer verfolgen das Sim-Jü-Fußballspiel

Dabei wollten einige Schausteller gern das Fußballspiel sehen oder selbst antreten, obwohl es gar keine Kirmes in Werne gibt, wie Rainer Schulz, Kirmes-Fachmann und Organisator des Fußballspiels, erzählt. „Sie haben mich gefragt, ob es nicht doch das Fußballspiel geben kann, um die Freundschaft zwischen Werne und den Schaustellern aufrecht zu erhalten. Wir haben allerdings nichts in Angriff genommen. Ein Spiel hätte nur vor leeren Rängen stattfinden können“, sagt Schulz.

Dass viele Zuschauer das Spiel verfolgten, machte es immer zu einer besonderen Veranstaltung. Dabei ging es neben dem freundschaftlichen, sportlichen Wettkampf vor allem darum, Geld für den guten Zweck zu sammeln. Und so ist es seit den Anfängen dieser Traditionsveranstaltung.

Blick ins Archiv: Der ehemalige Bürgermeister Willi Lülf im Duell mit Schausteller Willi Krenz.

Blick ins Archiv: Der ehemalige Bürgermeister Willi Lülf im Duell mit Schausteller Willi Krenz. © Philip Watson

Fußballspiel ist seit fast 50 Jahre Tradition

Das erste Sim-Jü-Fußballspiel fand bereits 1973 statt. Zugunsten des neuen Werner Hallenbads standen sich seinerzeit erstmals Schausteller und Werner Prominente gegenüber. 250 D-Mark wurden in diesem Zusammenhang eingenommen. Eigentlich sollte es eine einmalige Sache sein. „Doch wir fanden Geschmack daran“, erzählt Schulz. Immer höher wurden dann die Zuschauerbeteiligung und damit auch die finanziellen Einnahmen. Im Laufe der Jahre hat die Familie Schulz viele Lose für die beliebten Bummelpäckchen, also Freikarten für die Sim-Jü-Kirmes, verkauft. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 4100 Euro eingenommen. Dies sei das zweithöchste Netto-Ergebnis aller Zeiten, erzählt Schulz.

Insgesamt rund 70.000 Euro eingenommen

Vor allem das Kapuzinerkloster in Werne profitiert von den Spenden. Aber auch die Waldschule Cappenberg, der Kindergarten Lütkeheide, die Hospizgruppe Werne oder der Verein Herzenswünsche in Münster wurden mit Spendengeldern bedacht, wie Schulz beispielhaft aufzählt. Insgesamt sind durch das Fußballspiel zu Sim-Jü rund 79.000 Euro Spenden zusammengekommen.

Im kommenden Jahr soll es wieder ein Fußballspiel geben. „Wir hoffen, dass es im nächsten Jahr wieder möglich ist. Es ist sehr schade, dass das Spiel in diesem Jahr nicht stattfinden kann. Wir haben uns schon sehr darauf gefreut“, sagt Rainer Schulz.

Meistens sind übrigens die Schausteller als Sieger vom Platz gegangen. Eine Bilanz von 60 zu 40 zugunsten der Schausteller, schätzte der Trainer der Schausteller, Patrick Arens, am Rande des Spiels im vergangenen Jahr. 2019 endete die Partie im Sportzentrum am Grote-Dahl-Weg mit einem 2:2-Unentschieden.

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