Reisebüros in Werne: „Die Lage ist sehr bescheiden, es geht nicht viel“

rnReisen

Die Corona-Pandemie macht den Reisebüros zu schaffen. Die Büros dürfen zwar öffnen, trotzdem gibt es kaum Kunden. Für Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten gibt es bald neue Regeln.

Werne

, 05.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kurz nach den Herbstferien kam in Deutschland der „ Lockdown-Light“. An Reisen denken gerade wahrscheinlich die wenigsten. Fast ganz Europa gilt als Risikogebiet. Die Lage ändert sich von Tag zu Tag. Planungssicherheit ist nur schwerlich gegeben.

Diese Situation wirkt sich auf die Reisebüros in Werne aus. Diese müssen zwar gesetzlich nicht schließen, in der Realität bucht aber kaum ein Kunde eine Reise. Dabei kämpfen die Reisebüros schon seit Wochen mit starken Umsatzeinbußen.

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Weiterhin schlechte Lage

„Die Lage ist sehr bescheiden. Es geht nicht viel“, sagt Teamleiterin Petra Schmiedeknecht vom Reisebüro Lunemann in Werne. Ein paar Buchungen für die kanarischen Inseln habe man in letzter Zeit gehabt. Von diesen Buchungen gebe es noch keine Absage, erzählt Schmiedeknecht auf Nachfrage.

Auf diesen spanischen Inseln startet im Winter die Hauptsaison. Die kanarischen Inseln gelten nicht als Risikogebiet (Stand 3. November). „Die Kanaren sind im Winter das Reiseziel schlechthin, aber ab dem 14. November brauchen Reisende einen negativen Coronatest. Das sind zusätzliche Kosten“, sagt Petra Schmiedeknecht.

„Zur Zeit sind wir vor allem Ansprechpartner für die Kunden. Wir können mit den Veranstaltern besser kommunizieren, da der Kunde quasi das letzte Glied in der Kette ist“, beschreibt Schmiedeknecht die aktuelle Arbeit.

Petra Schmiedeknecht vom Reisebüros Lunemann in Werne.

Petra Schmiedeknecht vom Reisebüro Lunemann in Werne. © Reisebüro Lunemann

Geschäfte, die im Zuge der verschärften Corona-Regeln schließen müssen, können bis zu 75% des Umsatzes vom Staat erstattet bekommen. Reisebüros fallen nicht unter diese Regel, obwohl sie 80 bis 90% Umsatzeinbußen haben.

„Eigentlich könnten wir wie andere genauso zumachen. Das ist nicht fair. Ich hoffe, wir bekommen doch noch einen Verdienstausfall oder Erstattungen“, sagt Petra Schmiedeknecht vom Reisebüro Lunemann.

Frühbucher sind verhalten

In den Herbstferien habe man im Reisebüro Lunemann einige Buchungen für Reisen nach Griechenland und Zypern gehabt. Aber die Nachfrage sei nicht vergleichbar mit normalen Zeiten.

„Einige Personen wollen unbedingt reisen und buchen für Mitte 2021. Wir sind jetzt in der Hauptbuchungszeit für Frühbucher, aber die Kunden sind trotzdem noch zurückhaltend. Die Hauptbuchungszeit wie in den letzten Jahren spüren wir in der Form noch nicht“, sagt Schmiedeknecht.

Reisebüros sitzen im selben Boot

Ähnlich ist die Lage im Reisebüro Schulze in Werne. Auch hier sei die aktuelle Situation schlecht, wie Inhaberin Iris Droste auf Nachfrage erzählt. „Es herrscht viel Unsicherheit. Die Leute fragen sich, wie lange der 'Lockdown-Light' noch gehen wird und wie es mit Urlauben in Bayern oder Österreich aussieht“, sagt Droste.

Sie hofft ebenfalls auf Unterstützung aus der Politik, schließlich habe man kaum Aufträge. Das Interesse von Frühbuchern sei noch verhalten.

Politik rät von nicht notwendigen Reisen ab

Bund und Länder haben die Bürger aufgefordert, auf nicht notwendige private Reisen zu verzichten. Hotels und Gaststätten im Inland dürfen im November keine Touristen aufnehmen.

Für Einreisende aus ausländischen Risikogebieten sollen ab dem 8. November neue Regeln gelten. Nach Vorstellung des Bundes sollen Reiserückkehrer aus ausländischen Risikogebieten zunächst für zehn Tage in Quarantäne. Zusätzlich müssen die örtlichen Behörden vom Reiserückkehrer informiert werden.

Grundsätzlich soll die Quarantäne frühestens fünf Tage nach der Einreise enden, wenn die Person einen negativen Coronatest vorlegen könne. Der Test dürfe aber frühestens am fünften Quarantäne-Tag durchgeführt werden.

Je nach Bundesland können andere Regeln gelten. Laut Bundesregierung ist geplant, dass die skizzierten Regeln am 8. November in den jeweiligen Länderfassungen in Kraft treten sollen.

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