Skateboards mit Motor - ein gefährlicher Trend

Lebensgefährlicher Unfall in Werne

Wie geht es dem 36-Jährigen aus Werne, der nach einem Sturz mit seinem elektrischen Skateboard in Lebensgefahr schwebte? Sind Skateboards mit Motor ein neuer Trend? Was sind technische und rechtliche Hintergründe? Antworten finden Sie hier.

WERNE

, 23.08.2016, 14:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Skateboards mit Motor - ein gefährlicher Trend

Elektrische Motoren für Skateboards gibt es von diversen Herstellern.

Der 36-Jährige am Freitagabend aus unbekannter Ursache im Baaken mit seinem elektrisch angetriebenen Board gestürzt und hatte sich dabei lebensgefährliche Verletzungen zugezogen.

Nach Aussage der Polizei hatte sich der Werner den Motor selbst an das Skateboard gebaut. "Das war auch nicht irgendeine Bastelei. Der Mann hatte sich schon etwas dabei gedacht", erklärte Vera Howanietz, Pressesprecherin der Kreispolizei Unna, auf Anfrage.

Mann stürzt auf die Fahrbahn - ohne Helm

Es habe sich dabei um ein höherwertiges Board mit Fußschlaufen gehandelt. "Für ein Longboard allerdings zu kurz", meint Howanietz. Nach Aussage des Bekannten, mit dem der Werner unterwegs war, habe das Board abrupt gestoppt. "Warum genau, ist nicht zu klären", so die Polizeisprecherin. Der Mann sei nach vorne gestürzt und hart auf die Fahrbahn aufgeschlagen – ohne Helm.

Motorbetriebene Skate- oder Longboards sind ein Trend aus den USA und kommen langsam auch in Deutschland in Mode. Der Einstiegspreis liegt bei rund 600 Euro, im Durchschnitt werden 800 bis 1000 Euro für ein motorisiertes Brett fällig, plus die übliche Schutzausrüstung.

Rechtslage zu elektrischen Skateboards
-Das elektrische Skateboard wird in Deutschland als Kleinkraftfahrzeug eingeordnet.
-Da E-Skateboard schneller als sechs Kilometer pro Stunde fahren, dürfen sie auch nicht auf Gehwegen benutzt werden.
-Mehr Informationen zur Rechtsgrundlage finden Sie . (Quelle:)

Experten warnen allerdings immer wieder davor, die Boards leichtsinnig oder unvorsichtig zu nutzen. Mithilfe der Motoren erreichen sie eine Geschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde – mindestens, je nach Stärke des Antriebs. Deshalb sind sie für den Straßenverkehr nicht zugelassen. "Das gilt für alle öffentlichen Flächen. Sie dürfen also auch nicht im Park oder auf einem Supermarktparkplatz gefahren werden", sagt Vera Howanietz.

Grundsätzlich gilt: Alles, was schneller als sechs Kilometer pro Stunde fährt, braucht eine Zulassung. "Und die wird es für solche Skateboards natürlich nicht geben, ebenso wenig wie Führerscheine, die dann erforderlich wären", stellt die Sprecherin klar. Im Grunde dürften Elektro-Skateboards nur auf Privatgrundstücken – und dann auf eigene Gefahr – genutzt werden. "Ein Helm ist sowieso immer Pflicht."

Auch Skaterparks wie der hinter dem Alten Amtsgericht seien nicht unbedingt für motorisierte Bretter geeignet. "In Halfpipes zum Beispiel könnte es bei diesen Geschwindigkeiten schnell zu gefährlichen Situationen kommen."

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