So sieht die Erdgasverdichterstation in Werne aus

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150 Millionen Euro investiert der Betreiber Open Grid Europe in seine Erdgasverdichterstation in Werne. Bis 2018 soll der ohnehin schon wichtigste Knotenpunkt im Erdgasnetz ausgebaut sein. Zurzeit fließt ein Viertel des gesamtdeutschen Jahresverbrauchs an Erdgas durch Werne. Wir haben uns auf dem Gelände in Ehringhausen umgesehen.

WERNE

, 26.08.2015, 18:28 Uhr / Lesedauer: 1 min

Als "Operation am offenen Herzen" bezeichnet Dr. Thomas Hüwener, Technischer Geschäftsführer der Betreibergesellschaft "Open Grid Europe", die bevorstehenden 150 Millionen Euro schweren Bauarbeiten auf der Anlage in Ehringhausen. "Während wir hier arbeiten, muss ja weiter Erdgas transportiert werden." Da sei es schwierig, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. "Wenn eine Maschine ausfällt, dann werden wir hier sehr nervös."

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Erdgasverdichterstation in Ehringhausen

150 Millionen Euro investiert der Betreiber Open Grid Europe in seine Erdgasverdichterstation in Werne. Bis 2018 soll der ohnehin schon wichtigste Knotenpunkt im Erdgasnetz ausgebaut sein. Zurzeit fließt ein Viertel des gesamtdeutschen Jahresverbrauchs an Erdgas durch Werne. Wir haben uns auf dem Gelände in Ehringhausen umgesehen.
26.08.2015
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Jürgen Hambrecht, Leiter der Erdgasverdichterstation in Werne, erläutert die Arbeitsweise des Kontrollzentrums.© Foto: Daniel Claeßen
Im Kontrollzentrum werden die einzelnen Gasleitungen überwacht.© Foto: Daniel Claeßen
Die 1970 erbauten Hallen für die Verdichtung von L-Gas mit einem niedrigeren Brennwert.© Foto: Daniel Claeßen
Gas verliert während des Transports zum Beispiel von der Nordsee nach Werne an Druck. Deshalb wird es an dieser Stelle mit Hilfe einer Turbine (im blauen Hinterbau) verdichtet.© Foto: Daniel Claeßen
Stationsleiter Jürgen Hambrecht zeigt die älteste Turbine, eine Rolls Royce von 1970. Die neueren Maschinen stammen von Siemens und ähneln den Turbinen, die in einer Boeing 767 verbaut werden.© Foto: Daniel Claeßen
Bundestagsabgeordneter Michael Thews (SPD, r.) überzeugte sich von der Arbeit der Station. Das Gas erreicht Werne mit einem Druck zwischen 40 und 75 bar und wird hier wieder auf 67 bis 100 bar gebracht.© Foto: Daniel Claeßen
Rund ein Viertel des gesamtdeutschen Gasumsatzes - 25 Milliarden Kubikmeter - laufen durch die Erdgasverdichterstation in Werne-Ehringhausen.© Foto: Daniel Claeßen
Pro Stunde fließen rund sechs Millionen Kubikmeter Erdgas durch die Station. Es kommt aus den Niederlanden, Norddeutschland und der norwegischen Nordsee und wird in Richtung Süddeutschland und Frankreich weitergeleitet.© Foto: Daniel Claeßen
Mit Hilfe dieser "Schleusen" schickt Netzbetreiber Open Grid Roboter in dem Gasstrom auf die Reise, um nach Lecks in den Leitungen zu suchen. Die Roboter sind mit feinen Sensoren ausgestattet und bewegen sich analog zum Gas mit vier Meter pro Sekunde - rund 12 km/h.© Foto: Daniel Claeßen
Acht Verdichtereinheiten stehen auf dem Werner Gelände, drei weitere sollen bis 2018 hinzukommen. Das Investitonsvolumen beträgt laut Open Grid 150 Millionen Euro.© Foto: Daniel Claeßen
Nicht nur neue Verdichtereinheiten, auch neue Leitungen werden verlegt. Das Gas soll künftig nicht nur von Norden nach Süden, sondern auch in die umgekehrte Richtung verteilt werden können.© Foto: Daniel Claeßen
Auch die Gasversorger unterliegen Regulierungen. So muss Open Grid seine Anlagen an das Bundes-Immissionsschutzgesetz anpassen. Bei den Arbeiten beauftragt der Betreiber nach eigenen Angaben auch regionale Firmen.© Foto: Daniel Claeßen
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Ein Problem, das auch Michael Thews nicht bewusst war. Der SPD-Bundestagsabgeordnete machte auf seiner Wahlkreis-Tour Mittwoch, 26. August, Station in Werne: "Ich dachte immer, dass die Erdgasspeicher die Versorgung sicherstellen würden."

Gasnetz wird weiter ausgebaut

Tatsächlich würden diese Speicher jedoch nicht mal ein Viertel des gesamtdeutschen Jahresverbrauchs von rund 90 Millionen Kubikmetern abdecken, selbst eine Notreserve von zwei Milliarden Kubikmetern findet laut Hüwener derzeit keine politische Mehrheit. "Solange alles funktioniert, beschwert sich auch keiner."

Damit das so bleibt, baut Open Grid den ohnehin schon wichtigen Knotenpunkt Werne in seinem Gasnetz weiter aus: Drei zusätzliche Verdichtereinheiten sollen ab 2018 dafür sorgen, dass das Erdgas nicht nur in Nord-Süd-Richtung, sondern auch umgekehrt fließen kann.

 Konzerne setzen auf leistungsstärkeres H-Gas

Außerdem rechnet Hüwener damit, dass in Zukunft weniger L-Gas, also Gas mit niedrigerem Brennwert, transportiert wird. Stattdessen setzen die Konzerne auf leistungsstärkeres H-Gas, was auch neue Anforderungen an die insgesamt 26 Verdichterstationen im Open-Grid-Netz stellt.

Die Bauarbeiten haben einen positiven Nebeneffekt: „Hier kommen Firmen aus der Umgebung zum Zuge“, erläuterte Hüwener. Thews pflichtete dem Geschäftsführer bei, dass die Anlage in Werne damit auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region sei.

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