Sohn in Quarantäne: Vater fühlt sich endlich gut vom Gesundheitsamt informiert

rnCorona-Fall in Kita in Werne

Von offizieller Seite hat David Rathmer lange keine Infos bekommen, wie er mit der Quarantäne seines Sohnes umgehen soll. Nachdem er seinen Ärger öffentlich gemacht hat, reagierte das Gesundheitsamt.

Werne

, 20.08.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem sein Sohn Liam (4) aufgrund des Corona-Falls in der Kita Arche Noah in Werne in Quarantäne geschickt wurde, hatte David Rathmer (32) viele Fragen. Doch die wurden lange nicht vom zuständigen Gesundheitsamt des Kreises Unna beantwortet. Nun fühlt sich Rathmer aber gut über die Ausnahmesituation informiert.

Mit der zuständigen Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes des Kreises steht er mittlerweile sogar eng in Kontakt. „Man hat sich erkundigt, wie es meinem Sohn mit dem Fieber geht. Außerdem hat man meiner Frau, die Halsschmerzen bekommen hat, gleich auch einen Test angeboten“, erzählt David Rathmer.

Corona-Test findet nicht in Kita in Werne statt

Während das Testergebnis seiner Ehefrau noch aussteht, ist auch der zweite Test von Sohn Liam negativ. Für den Test ist der Vierjährige aufgrund der Fieber-Symptome nicht in die Kita Arche Noah gekommen. „Der Test wurde im Treppenhaus des Gesundheitsamtes gemacht. Eigentlich sollte das in angenehmerer Atmosphäre, eben im Kindergarten, stattfinden. Aber das ging ja nicht, weil mein Sohn Fieber hat“, erklärt Rathmer.

Wo der zweite Test auf Covid 19 stattfinden sollte, war für die Familie Rathmer lange nicht klar. Denn genau auf diese Frage hatten die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes lange keine Antwort gegeben. Alle Anfragen - ob telefonisch oder schriftlich per E-Mail - wurden tagelang nicht beantwortet.

Reaktionen von anderen Betroffenen und aus dem Gesundheitsamt

Die Informationen, die die Familie bekam, hat sie ausschließlich direkt von der Erzieherin der betroffenen Kita Arche Noah bekommen. „Da hat man wirklich das Bestmögliche getan - auch am Wochenende. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass man auch von offizieller Seite so schnell es geht Informationen bekommen muss“, sagt David Rathmer.

Nachdem er seine Kritik an der Informationspolitik des Gesundheitsamtes öffentlich gemacht hat, kümmert sich nicht nur die zuständige Mitarbeiterin mit Nachdruck um die Fragen der Familie, sondern erfahren die Rathmers auch viel Zuspruch von anderen Familien.

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Ob Nachbarn, andere betroffene Familien oder Freunde - viele Mitmenschen hätten sich nach der Berichterstattung dieser Redaktion nach dem Gesundheitszustand von Liam und der Situation der Quarantäne der ganzen Familie erkundigt.

„Es gibt viele Familien, denen es genauso geht“, erzählt David Rathmer. Demnach hat er beispielsweise mit einer betroffenen Familie gesprochen, die nach Deutschland gezogen ist und mit der Quarantäne überrumpelt wurde. „Die wussten gar nicht, was los ist.“

Auch Mutter wird auf Coronavirus getestet

Unklarheit herrscht weiter darüber, wie die Familie Rathmer auf ein mögliches positives Testergebnis der Mutter reagieren soll. „Offiziell heißt es ja, dass man, solange kein negativer Test vorliegt, in Quarantäne gehen muss. Die Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes hat aber jetzt wiederum erklärt, dass es dafür gar keine gesetzliche oder juristische Grundlage gibt. Man muss also nur in Quarantäne, wenn man mit dem Infizierten in Erstkontakt stand. Ansonsten gibt es nur eine Empfehlung, in Quarantäne zu gehen“, erzählt Rathmer.

Und dem Hinweis sind die Rathmers auch nachgekommen. Bis zum 27. August gilt noch die Quarantäne für Sohn Liam. Einen Tag vorher wird der Vierjährige nochmals und dann zum dritten Mal auf Corona getestet.

Denn weil der Junge Fieber-Symptome zeigt, wolle man auf Nummer sicher gehen, bevor er wieder in die Kita gehen darf. Der Arzt geht zwar davon aus, dass Liam einen Infekt hat. „Aber es könnte sein, dass er fiebert und zwei Wochen später positiv getestet wird“, erklärt David Rathmer.

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