Solebad: CDU will Schadenersatzansprüche prüfen

Kosten für Sanierung explodiert

Eine definitive Entscheidung zur Zukunft des Solebades wird es zeitnah nicht geben. Nach der SPD hat nun auch die CDU signalisiert, dass es keinen Schnellschuss geben soll, nachdem die Kosten für die Sanierung explodiert waren. Nun wollen die Christdemokraten Schadenersatzansprüche gegen das verantwortliche Planungsbüro prüfen.

WERNE

, 24.06.2015, 06:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Solebad: CDU will Schadenersatzansprüche prüfen

Die Kosten für die Sanierung des Solbades sind explodiert. Wie es jetzt mit der Sanierung weitergeht, ist unklar.

Wie es mit der Sanierung des Solebads nach Bekanntwerden der Kostenexplosion weitergeht, ist unklar. Die SPD war auf ihrer Klausurtagung am Wochenende zu dem Schluss gekommen, dass die Situation zwar ernst sei. „Aber wir brauchen belastbare Berechnungen über die finanziellen Auswirkungen“, so Fraktionschef Lars Hübchen. Es sei klar, dass diese Zahlen so kurzfristig nicht vorlägen.

CDU kritisiert Planungsbüro

Am Donnerstag beschäftigt sich der Betriebsausschuss Bad mit dem Thema. Geht es nach der SPD, wird es keinen Beschluss geben. Hübchen befürchtet, dass dieser „uns später vor die Füße fällt“. Deshalb will die SPD mit einer Entscheidung noch warten, ließ aber durchblicken, dass ein Verzicht auf die Sauna denkbar ist.

In die gleiche Richtung geht die CDU, die sich am Montagabend mit dem Problem befasste: „Die Preisexplosion ist einzig dem Planungsbüro pbr zuzuschreiben“, machte Fraktionsvorsitzender Christian Schmid klar. Es dränge sich der Eindruck auf, dass pbr die Zahlen geschönt habe, um den Auftrag zu sichern. „Die CDU kann nicht erkennen, dass man die Entwicklung früher hätte sehen können.“

"Schadenersatzansprüche prüfen"

Schmid fordert deshalb, Schadenersatzansprüche zu prüfen. Sollte man mit pbr weiterarbeiten, „dann bekommen die für die Mehrkosten jedenfalls kein zusätzliches Honorar“. Die CDU wolle sich jedoch auch die Möglichkeit offenhalten, mit einem anderen Planungsbüro nochmal neu anzufangen.

Was das Finanzierungsproblem angeht, kommen für die CDU weder eine Erhöhung des Budgets noch die von pbr vorgeschlagenen kleinteiligen Sparmaßnahmen in Frage. „Werne ohne Saunaangebot wäre schade, aber nicht undenkbar“, sagt der planungspolitische Sprecher Michael Zuhorst. „Es sollte möglich sein, für die vorhandene Sauna einen privaten Investor zu finden. Da lassen sich Kooperationsmodelle darstellen.“

Verkauf der Sauna ist wieder Thema

Die Sauna verkaufen – diese Idee hatte die FDP im Zuge ihrer Fragestellung zum Bürgerentscheid 2013 bereits ähnlich formuliert. Schmids Kommentar damals: „Ich frage mich, wer eine Sauna ohne notwendige Infrastruktur wie Umkleidekabinen kaufen will.“ Die Antwort hat er heute auch noch nicht, wie er im Gespräch erklärt: „Wir wissen nicht, ob es einen Markt dafür gibt. Aber angesichts der neuen Situation macht es Sinn, diese Möglichkeit zu prüfen.“

Erst wenn belastbare Zahlen zum Haushalt vorliegen, die Schadenersatzfrage geklärt ist und die Einschätzung zu privaten Saunabetreibern vorliegt, könne es eine konkrete Entscheidung geben. Die Tendenz der CDU laut Schmid: „Die Option, einen Generalunternehmer zu suchen, finden wir Stand heute nicht unsympathisch.“

Das Planungsbüro pbr sieht sich Vorwürfen ausgesetzt – kommentiert diese aber nicht: „Zum jetzigen Zeitpunkt möchte ich dazu nichts sagen“, so Projektleiter Oliver Langhammer auf Anfrage. Das Verhältnis zur Stadt Werne sei „sehr gut“ und der Umgang freundlich, wie Langhammer betont. Zur Sitzung am Donnerstag sei man nicht gebeten worden.

Was bisher geschah: Wir haben die Ereignisse zur Sanierung des Solebades in einer Zeitleiste zusammengefasst.

 

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