Solebad in Werne: Leitender Mitarbeiter entlassen

Umstrittene Personalentscheidung

Mitten in den Streit um die Bezahlung der Solebad-Mitarbeiter platzt eine Personalentscheidung, die für zusätzlichen Wirbel sorgt. Die Badleitung hat einen leitenden Solebad-Mitarbeiter, der sich in der Gewerkschaft engagiert, fristlos entlassen.

WERNE

, 03.04.2014 / Lesedauer: 3 min
Solebad in Werne: Leitender Mitarbeiter entlassen

Dem Solebad in Werne drohen unbefristete Streiks.

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Was genau passiert ist im Vorfeld der Entlassung, lässt sich nicht genau rekonstruieren. Die Badleitung verweist darauf, dass Personalangelegenheiten kein Thema für die Öffentlichkeit sein dürfen. Die Gewerkschaft ist da zwar gesprächiger, erzählt die Geschichte aber aus ihrer Sicht: „Es ist ganz offensichtlich, dass die Geschäftsführung ihre Muskeln spielen lassen will“, so Berger, der Bezirkssekretär der Gewerkschaft. Ein objektives Bild von dem Vorfall wird sich jetzt wohl ein Arbeitsgericht versuchen zu machen. Ohne auch an dieser Stelle in die Details einzusteigen: Fest steht, dass die Fronten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern so verhärtet sind wie selten zuvor. „Die Stimmung ist auf dem Nullpunkt“, bestätigt Thöne. Nach vier Warnstreiktagen sprechen die etwa 30 Mitarbeiter im Ausstand und die Badleitung eher übereinander als miteinander.  Und meistens nichts Gutes. 

Jüngstes Beispiel: Die Geschäftsführung habe „falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte“, schreibt Christian Berger über Jürgen Thöne und dessen Kollegen Ralf Gründgen. Die beiden leiten die vor sieben Jahre privatisierte Solebad GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Stadt Werne, die ihre ab 2007 angestellten Mitarbeiter aber nicht nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt: „ Gewerkschaft ablehnen, Betriebsrat diskreditieren und Beschäftigte unter Druck setzen führt nun einmal zu einem lauten Ruf nach einem tariflichen Schutz, wenn ein Schutz auf andere Weise nicht sichergestellt ist.“ So etwas will Thöne inzwischen gar nicht mehr kommentieren.

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Genauso wenig will er sich zur Zukunft äußern. Das haben dafür schon andere getan: die Vorsitzenden der fünf Fraktionen im Rat und Bürgermeister Lothar Christ. Alle  - darunter auch die gewerkschaftsnahe SPD – sind sich einig, dass es keinen finanziellen Spielraum gäbe für die Umsetzung der Verdi-Forderung. Der geplante Umbau des Bades bringe die Stadt schon an die Grenzen der finanziellen Leistungsfähigkeit. „Mehr geht nicht“, so der Bürgermeister.

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Mehr muss gehen, hält Verdi dagegen. Wie beflügelt durch die bundesweiten Ausstände im öffentlichen Dienst oder bei den Lufthansa-Piloten will auch Verdi vor Ort langen Atem beweisen.  „Auch den unbefristeten Streik werden wir intelligent und effizient gestalten“, verspricht Christian Berger. Wie hoch schon jetzt die Verluste sind, die das Bad – und damit die Stadt – ertragen muss nach dem Warnstreik, lässt Badchef Thöne derzeit erfassen. In der Beantwortung dieser Frage zeigt sich der ganze Gegensatz der beiden Positionen.  Während Thöne die Verluste in jedem Fall bereits zu hoch sein dürften, sind sie in Bergers Augen noch nicht hoch genug. Schließlich habe sich die Stadt noch nicht an den Verhandlungstisch gesetzt: Die Badleitung wisse wohl noch nicht , was ein unbefristeter Streik „in der Konsequenz bedeutet, aber diese Erfahrung müssen sie nun machen“. 

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