Spielplatz der Steinkamp-Siedler erhält Bewährung

Krisengespräch erfolgreich

Vergangenen Woche ist bekannt geworden, dass es Streit um Lärmbelästigung am Spielplatz der Steinkamp-Siedler in Werne gibt. Nun haben sich beschwerdeführende Nachbarn und Vertreter der Steinkampsiedler zum Gespräch im Stadthaus getroffen. Ergebnis: Ein Kompromiss scheint möglich.

WERNE

, 22.06.2017, 06:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den Moment einigten sich beide Parteien darauf, bis Ende des Jahres eine Testphase durchzuführen. Danach wolle man ein Resümee ziehen. 

Unter Moderation der Verwaltung trafen sich die beschwerdeführenden Nachbarn und Vertreter der Steinkampsiedler, die den Spielplatz am Grevinghof gepachtet haben, am Montag zum Gespräch im Stadthaus. „Es dauerte gut eineinhalb Stunden und war aus meiner Sicht ein gutes und konstruktives Gespräch“, sagt Liane Jäger vom Schul- und Kulturdezernat der Stadt auf Anfrage.

Geplante Veranstaltungen können stattfinden - Einschränkungen möglich

Das bestätigt Mathias Reimann, Anwalt der Siedlergemeinschaft. „Es war sehr fruchtbar und wir haben unsere Argumente ausgetauscht und das weitere Vorgehen besprochen.“ Über Einzelheiten möchten beide Seiten zunächst Stillschweigen bewahren.

Klar ist aber, dass in der besagten Testphase alle bisher geplanten Veranstaltungen stattfinden können, wohl aber mit Einschränkungen. Ob es sich um zeitliche Begrenzungen, mehr Kontrollen, abgespeckte Programme handelt? „Einzelheiten kann ich nicht verraten, weil wir, wie gesagt, darüber Stillschweigen vereinbart haben“, sagt Siedler-Anwalt Reimann.

Zumindest bedeutet dieser Kompromiss, dass das Sommer- und Kinderfest am 7. und 8. Juli stattfinden kann.

Anwohner beschwerten sich wegen Ruhestörung

Es sind im Wesentlichen zwei Anwohner des Steinkamp-Spielplatzes, die sich über Lärm und Ruhestörungen beschweren und dafür gesorgt haben, dass die bisherigen Aktivitäten auf dem beliebten Platz weitgehend zum Erliegen kamen.

Das ganze Ausmaß des Ärgers erfuhren die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses in ihrer jüngsten Sitzung in der vergangenen Woche. Vorsitzender Rolf Weißner berichtete über die alles in allem positiv verlaufene Spielplatz-Begehung. Bis auf eine Ausnahme: „Das ist der Ärger um den Spielplatz der Steinkamp-Siedler.“

Pflege des Bolzplatzbereiches wegen Beschwerden eingestellt

Er schilderte den Lokalpolitikern: Wegen Beschwerden der Nachbarn ist der Betrieb eingeschränkt. Vor allem das bei den – meisten – Anwohnern beliebte Fußballspielen von Eltern und Kindern ist untersagt.

Um kein Öl ins Feuer zu gießen, hat die Stadt die Pflege des Bolzbereiches bis auf Weiteres eingestellt. „Der Bauhof hat sonst die Wiese gemäht, jetzt lassen wir das Gras wachsen“, sagt Liane Jäger vom Schul-und Jugenddezernat. Die massiven Fußballtore sind zur Seite geräumt.

Ehemalige Anwohnerin: Ärger konnte bislang immer schnell beseitigt werden

Angelika Römer, sachkundige Bürgerin im Jugendhilfeausschuss, hat drei Jahrzehnte am Spielplatz gewohnt: „Das war immer eine tolle Einrichtung“, sagt sie auf Anfrage. Zwar habe es auch in der Vergangenheit mal Ärger gegeben, den man aber schnell ausräumen konnte.

Es könne doch nicht sein, sagt Römer, dass Werne mit dem Etikett familienfreundlich werbe und „nun ein generationen-verbindender Platz vor dem Ende steht“.

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