Stadt geht gegen verrostete Fahrräder am Bahnhof vor - im Eiltempo

rnBahnhof in Werne

Schon seit einer gefühlten Ewigkeit sind die kreuz und quer abgestellten Fahrräder auf dem Bahnhofsvorplatz manch einem Werner ein Dorn im Auge. Jetzt handelt die Stadt - und zwar im Eiltempo.

Werne

, 14.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kreuz und quer geparkte Fahrräder, teils verwahrlost und verrostet - der Bahnhofsvorplatz in Werne ist alles andere als ein Aushängeschild der Lippestadt. Das ist kein neues Phänomen. Ganz im Gegenteil: Es hat eine lange Vorgeschichte - und kochte auf politischer Ebene zuletzt Ende Januar 2020 noch einmal hoch.

Da forderte die Werner FDP, auf dem Bahnhofsvorplatz zeitnah große Parkzonen für das Abstellen von Fahrrädern zu schaffen und diese mit ausreichend Bügeln zum sicheren Abschließen der Räder zu versehen, um dem Wildparken ein Ende zu bereiten. Geschehen ist das bis heute nicht - auch aus Rücksicht auf die benachbarte Radstation, der man seitens der Verwaltung keinen Strich durch die Rechnung machen wollte. Stattdessen zeigte man sich resigniert ob des vermeintlich unlösbaren und uralten Problems.

Problem ist gelöst - zumindest vorübergehend

Nun, ein paar Monate später, geht plötzlich alles ganz schnell. Schon am Mittwoch (15. Juli) könnte das Problem - zumindest vorübergehend - gelöst sein. Davon zeugen die kürzlich vom Bauhof der Stadt angebrachten Zettel an den scheinbar bei ihren Besitzern in Vergessenheit geratenen Rädern auf dem Bahnhofsvorplatz.

Ab dem 8. Juli, so ist auf dem Schriftstück zu lesen, hätten die Eigentümer eine Woche Zeit, um ihren Drahtesel von hier zu entfernen. Andernfalls werde die Stadt das Rad als Fundsache in Verwahrung nehmen. Die Uhr tick also. Es ist kurz vor Zwölf. Aber warum geht die Stadt gerade jetzt gegen die Wildparker vor und setzt ihnen dieses Ultimatum?

Werner Kneip vom Ordnungsamt der Stadt erklärt den Anlass auf Anfrage unserer Redaktion so: Der Bauhof habe das Ordnungsamt darüber informiert, dass es ihm aufgrund der abgestellten Fahrräder nicht möglich sei, die Rasenfläche zu pflegen. „Das Unkraut ist schon hoch gewachsen. Und wir können die Fläche dort ja nicht verkommen lassen“, so Kneip.

Damit liege ein „triftiger Grund“ vor, die Fahrräder zu entfernen. Gleiches gelte etwa, wenn ein Fluchtweg blockiert wäre. „Die Stadt Münster verfährt genauso. Man muss die Besitzer der Räder dann nur rechtzeitig vorwarnen“, so Kneip. Sobald die Frist abgelaufen ist - also am Mittwoch - würden die Mitarbeiter des Bauhofes die Räder einsammeln, um ihrem eigentlichen Job nachkommen zu können, in diesem Fall also der Grünpflege.

Die Drahtesel landen dann fürs Erste im Fahrradkeller der Stadt und können von ihren Besitzern unentgeltlich abgeholt werden. Dass Letzteres tatsächlich geschieht, glaubt aber selbst Werner Kneip nicht. Der Verdacht liege nahe, dass die Räder einfach zurückgelassen worden seien. Und zwar so lange, bis Gras über die Sache gewachsen ist.

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