Stadt Werne gestaltet Piepenbach komplett neu

Renaturierung des Gewässers

Schnurgerade nebeneinanderher verlaufen am Anfang des Werner Stadtwaldes der Trimmpfad und der Piepenbach. Das soll sich jedoch ändern: In zwei Jahren soll sich das Gewässer in wild geschwungenen Linien präsentieren. Dabei spielt auch ein zweiter Piepenbach zwischen Waldgrenze und der Straße Münsterfort eine wichtige Rolle.

WERNE

, 19.06.2016, 10:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stadt Werne gestaltet Piepenbach komplett neu

Neben der Trimmstrecke am Anfang des Stadtwaldes verläuft ebenso schnurgerade der Piepenbach. Noch. Schon in zwei Jahren soll sich das Gewässer wie ein urzeitlicher Bach in wild geschwungenen Linien präsentieren. „Der Stadtwald wird einen ganz anderen Charakter bekommen“, sagt Wilko Böcker.

Erstes Projekt soll nächsten Monat beendet sein

Der 48-jährige Bauingenieur ist bei der Stadt für die Kanalisation und Co. zuständig. Ein Riesenprojekt – Umbau des Piepenbaches zwischen Goetheweg und Horne sowie neues Regenrückhaltebecken – ist nächsten Monat beendet. In zwei Jahren geht es dann mit dem Piepenbach westlich des Goethewegs weiter. Statt Hochwasserschutz steht hier die ökologische Aufwertung im Vordergrund. Was auch finanzielle Vorteile bietet.

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Bisher verströmt der Piepenbach im Stadtwald den Charme einer Wasserautobahn. Schnurgerade, zum Teil mit befestigten Böschungen, verläuft er parallel zum lang gezogenen Trimmpfad. Was viele nicht wissen: Zwischen Waldgrenze und Grundstücken an der Straße Münsterfort verläuft ein zweiter Piepenbach, der Altarm des Gewässers.

Altarm soll anliegende Grundstücke weiterhin entwässern

Den will die Stadt in Höhe der Straße Stadtwald abbinden und in großem Bogen in den neuen Piepenbach führen. Wilko Böcker: „Wir schütten den Altarm aber nicht zu. Er soll die Funktion zur Entwässerung der anliegenden Grundstücke behalten.“

Zur naturnahen Umgestaltung des Baches gehört natürlich auch, dass für den Umbau keine großen Bäume weichen müssen. Böcker: „Wir haben uns mit Experten jeden einzelnen Baum angeschaut und die Bach-Trasse so gewählt, dass kein größeres Exemplar weichen muss.“ Der neue Piepenbach – ökologisch wertvoll von Anfang an.

2 Millionen Euro gegen Hochwasser
Die Entschärfung des Piepenbaches in puncto Hochwasserschutz läuft seit 2015. Aus Richtung Horne baute die Stadt den Bach um, schuf neue, leistungsfähigere Durchlässe etwa an Grevinghof oder Ludgeristraße. Auf der Freifläche im Lindert, hinter dem Anne-Frank-Gymnasium, entsteht derzeit ein Hochwasserbecken, das bei extremem Wetter die Flutspitze aufnehmen soll. Der Bau soll im Juli 2016 vollendet sein. Insgesamt knapp zwei Millionen Euro aus der eigenen Kasse investiert die Stadt in diese Maßnahmen, da keine Fördermittel zur Verfügung standen. 

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