Stadt will Kontaktbörse für Winterdienst einrichten

Internet-Plattform

Firmen helfen Bürgern: Mit diesem Prinzip hofft die Stadt Werne, die Wintersaison 2011/12 ohne größere Schwierigkeiten zu überstehen. Ähnlich wie bei der Gemeinde Ascheberg soll eine Kontaktbörse im Internet helfen, den Winterdienst zu koordinieren.

WERNE

von Von Daniel Claeßen

, 21.11.2011, 19:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Im vergangenen Winter gab es Schnee en masse. Deshalb will die Stadt in diesem Jahr auch im Internet einen Räumdienst anbieten, falls ein Bürger Hilfe braucht.

<p>Im vergangenen Winter gab es Schnee en masse. Deshalb will die Stadt in diesem Jahr auch im Internet einen Räumdienst anbieten, falls ein Bürger Hilfe braucht.

In Ascheberg bieten zum Beispiel Landwirte, die über einen Trecker samt Frontlader verfügen, online ihre Hilfe an. Kommt der Winterdienst mit der Arbeit nicht nach, kann ein Bürger, der ein Räumfahrzeug benötigt, auf das Angebot im Internet zurückgreifen. "Wir möchten eine ähnliche Börse noch für diesen Winter schaffen", erklärte Frank Adamietz, Leiter des Kommunalbetriebs Werne, gestern auf Anfrage. Konkrete Planungen gibt es noch nicht.

Nachdem im vergangenen Winter das Streusalz knapp wurde und Nachbestellungen bis zu 350 Euro pro Tonne gekostet hätten, hat sich die Stadt Werne wie berichtet an der Ausschreibung für Streugut durch den Landesbetrieb beteiligt und wird nun von der Deutschen Straßen-Dienst GmbH beliefert.

Zielmenge 800 Tonnen

Dabei bezieht der Bauhof eine "Zielmenge" von 800 Tonnen zum Festpreis. "Benötigen wir am Ende nur 80 Prozent oder weniger, müssen wir einen Aufschlag pro Tonne zahlen - benötigen wir mehr, fällt der Aufschlag geringer aus", so Adamietz. Außerdem beteiligt sich die Stadt mit 100 Tonnen an der Streusalzreserve NRW. Neben Kosten für das Streugut selbst fallen 1500 Euro für Betrieb und Verwaltung an. Muss das Salz dann tatsächlich nach Werne transportiert werden, kommen nochmal 18 Euro pro Tonne hinzu.

Der Fuhrpark wurde entgegen der Planungen bisher nicht erweitert. Ursprünglich waren 150.000 Euro für Neuanschaffungen vorgesehen, der strenge Winter führte jedoch zu einem Umdenken: Der alte Streuanhänger wurde durch einen Aufsatzstreuer ersetzt, wodurch das Einsatzfahrzeug beweglicher wird. Für 2012 plant der KBW Ersatz für den Unimog, im Etat stehen dafür insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung.

Drei Firmen

Sofern es annähernd gleiche Mengen wie im vergangenen Winter gibt, hat die Stadt mit drei ortsansässigen Firmen den Abtransport des Schnees vereinbart. Eine vertragliche Übertragung von Winterdienstpflichten auf externe Firmen scheiterte laut KBW an den "horrenden Versicherungsprämien", die die betroffenen Firmen dann zu leisten hätten. Dieses Haftungsrisiko bestehe beim Abtransport nicht. In jedem Fall werden die Bürger die Neuerungen auch finanziell zu spüren bekommen, weil der Winterdienst über den Gebührenhaushalt abgerechnet wird.

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