Stadt will weitere Turnhalle in Werne sanieren – muss sich aber beeilen

Sporthallen in Werne

Es ist ein sportliches Vorhaben: Noch in diesem Jahr möchte die Stadt kurzfristig eine der Turnhallen in Werne sanieren. An anderer Stelle werden sich die Sportler hingegen noch gedulden müssen.

Werne

, 04.09.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diese Turnhalle will die Stadt Werne sanieren - und zwar möglichst schnell, um noch Fördermittel abgreifen zu können.

Diese Turnhalle will die Stadt Werne sanieren - und zwar möglichst schnell, um noch Fördermittel abgreifen zu können. © Jörg Heckenkamp (A)

Fördermittel von Bund und Land sind stets heiß begehrte Ware - und in Zeiten von Corona wohl noch etwas mehr als sonst. Von zusätzlichen Geldern der öffentlichen Hand will jetzt auch die Stadt Werne profitieren. Konkret geht es dabei um die Turnhalle der ehemaligen Wiehagenschule an der Horster Straße. Denn die versprüht immer noch den Charme längst vergangener Jahrzehnte und ist durchaus sanierungsbedürftig. Was die Vereine, die die Halle derzeit nutzen, noch freudiger stimmen dürfte als das Vorhaben selbst, ist der Zeitplan.

„Wir müssen schnell sein. Die Bezirksregierung erwartet Projekte, die unmittelbar nach der Vergabe umgesetzt werden“, sagte Sportdezernent Alexander Ruhe am Donnerstag (3. September) im Ausschuss für Kultur, Sport und Partnerschaften. Bis zum 15. Oktober müsse die Stadt einen entsprechenden Förderantrag stellen. Weil am 7. Oktober der Stadtrat tagt, würde das zeitlich so gerade eben passen. Vorausgesetzt, die Ratsmitglieder geben grünes Licht.

Sanierung der Halle kostet bis zu 600.000 Euro

Gefördert würden Projekte zwischen 25.000 Euro und 1,5 Millionen Euro - und zwar zu 100 Prozent. Die Sanierung der Turnhalle an der ehemaligen Wiehagenschule würde laut Ruhe mit 500.000 bis 600.000 Euro zu Buche schlagen und diverse Maßnahmen wie die Erneuerung der Decke sowie der Heizung umfassen. Starten würden die Arbeiten dann sogar noch in diesem Jahr.

Dabei kommt der Stadt zugute, dass ganz ähnliche Arbeiten in den Herbstferien bereits in der Halle der Uhlandschule anstehen. Man wäre also gewissermaßen schon im Spielrhythmus. Andere Projekte müssten dafür allerdings hinten anstehen. „Wir mussten priorisieren und würden gerne die Halle als Schwerpunkt für dieses Jahr nehmen“, so Ruhe. Denn die sei der kostspieligste Posten.

Stadt will weitere Turnhalle in Werne sanieren – muss sich aber beeilen
„Da sollten wir die Kirche im Dorf lassen und die Sportstättenzielplanung weiterführen. Wir haben größere Baustellen als die Laufbahn in Stockum.“
Jürgen Zielonka

Weil es ebenfalls für Projekte im kommenden Jahr zusätzliche Fördermittel geben soll, hofft man auf Seiten der Verwaltung darauf, auch für weitere Umbau- und Sanierungsmaßnahmen öffentliche Gelder zu erhalten. Dann allerdings mit einer kommunalen Eigenbeteiligung von 10 Prozent. Einen Austausch der Flutlichtanlage im Lindert würde die Stadt am liebsten schon in diesem Jahr über die Bühne bringen. Die Chancen, dass man kurzfristig zwei Projekte gefördert bekomme, seien aber gering, so Ruhe.

Ausschuss- und Ratsmitglied Uta Leisentritt (CDU) hätte sich dennoch zumindest einen Alternativvorschlag gewünscht - etwa eine Sanierung der Sportanlage in Stockum, inklusive der Laufbahn. Der Grund: Coronabedingt würden auch in Zukunft viele Sportangebote überwiegend im Freien stattfinden. „Da sollte man zumindest mal die Kosten ermitteln“, forderte Leisentritt.

Stadtsportverbandsvorsitzender tritt auf die Bremse

Ausgerechnet Jürgen Zielonka als Vorsitzender des Stadtsportverbandes trat da auf die Bremse: „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen und die Sportstättenzielplanung weiterführen. Wir haben größere Baustellen als die Laufbahn in Stockum.“ Zwar sei eine zugewachsene Laufbahn nicht besonders schön, doch werde die in Stockum eben auch nicht besonders häufig genutzt.

In der kommenden Sitzung des Kommunalbetriebs (KBW) am 23. September wird das Thema erneut auf dem Tisch liegen - dann möglicherweise auch mit der geforderten Kostenkalkulation für Stockum.

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