Altbürgermeister Willi Lülf: „Wir können schon stolz auf uns in Werne sein.“

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Im großen Ortsteilcheck bitten wir Sie um Ihre Meinung zu Ihrem Wohnort. Seine eigene Meinung zur Entwicklung Wernes hat der langjährige Bürgermeister Willi Lülf.

Werne

, 03.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dazu holt der Altbürgermeister (81) den Stadtplan Wernes hervor. Wohlgefällig lässt er seinen Blick darüber schweifen: „Am Stadtplan sieht man schon die gute Entwicklung, die Werne genommen hat.“

Nur 15 bis 20 Prozent der gesamten Ortsfläche seien bebaut. Und das in einem geordneten, komprimierten Verfahren. „Schauen Sie auf den Stadtplan“, sagt Lülf, „das ist alles sehr gut arrondiert und abgerundet“.

Altbürgermeister Willi Lülf: „Wir können schon stolz auf uns in Werne sein.“

Mitte der 1960er-Jahre entstanden die Pläne, die Werner Innenstadt zur Fußgängerzone zu machen. © Jörg Heckenkamp (A)

Lülf, der 15 Jahre als Vize- und 13 Jahre als Bürgermeister mit für die Entwicklung verantwortlich zeichnete, blickt in die 1960er Jahre zurück. 1966 gelangte er in den Stadtrat: „Der Schwerpunkt der Stadtentwicklung lag damals auf der Stadtkernsanierung.“

Das Credo lautete: die B233 muss raus aus der Innenstadt und damit der steigende Lkw- und Pkw-Verkehr; stattdessen eine Fußgängerzone in Stein- und Bonenstraße einrichten. „Das war nicht ohne Widerstand durchzusetzen“, erinnert sich Lülf.

Parallel zum Umkrempeln der Innenstadt ging es an den Bau neuer Wohnungen. Ausgehend von der Kirche St. Johannes entstanden die Baugebiete Holtkamp und sich im Osten anschließend der Dornberg. „Dieser Bebauungsplan bescherte uns ein dicht bebautes, geschlossenes Siedlungsgebiet.“

Baumöglichkeiten gibt es noch östlich des Dornbergs

Dort sieht Lülf heute noch Expansionsmöglichkeiten. Er stößt den Finger auf den Stadtplan: „Östlich vom Dornberg, da geht noch was.“ Ansonsten seien Wernes große Flächen für neue Siedlungsgebiete ausgereizt. „Noch ein bisschen was im Norden, aber viel mehr geht nicht.“

Ähnliches Bild in Stockum. Der Ortsteil ist wohnungsbautechnisch sogar an drei Seiten eingeschränkt: westlich die Autobahn, südlich die Lippe, östlich das große Gersteinwerk-Gelände. „Hier könnte man höchstens noch etwas in Richtung Norden sich ausweiten.“

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Pluspunkte der Stadtentwicklung laut dem Altbürgermeister:

  • Holtkamp und Dornberg
  • Baugebiet Lütkeheide („Geradezu mustergültig.“)
  • Evenkamp („Die Privatisierung hat dort viel Gutes bewirkt.“)

Altbürgermeister Willi Lülf: „Wir können schon stolz auf uns in Werne sein.“

Baulückenschließung, verdichtetes Wohnen - das sieht Altbürgermeister Willi Lülf als Erfolg für Wernes Stadtentwicklung. Hier auf dem Gelände des ehemaligen Freiherr-vom-Stein-Stadions. © aerometrics (A)

Etwas weniger euphorisch blickt er auf den Baaken. Der sei doch sehr uneinheitlich: „Da ist der große Schuss nicht gelungen.“ Allerdings glaubt Lülf, dass sich dort noch Baugrundstücke erschließen lassen könnten und städtebauliche Verbesserungen möglich sind.

Enttäuschung klingt in seiner festen Stimme, wenn er über den Autobahnzubringer Nordlippestraße spricht. „Als der gebaut werden sollte, haben wir uns rechts und links davon Gewerbegebiete vorgestellt.“

Daraus ist bis heute nichts geworden. Zumal heute nicht mehr die ungebremste Expansion auf der politischen Agenda ganz oben steht, sondern der Flächen- und der Umweltschutz hohe Priorität genießen. „Es gibt nun andere Menschen mit anderen Vorstellungen“, sagt Lülf.

Doch die kleinen Wermutstropfen können aus seiner Sicht das Resultat jahrzehntelanger, umsichtiger Planung nicht verderben. Lülf schaut ein letztes Mal auf den Stadtplan: „Wir können schon stolz auf uns in Werne sein.“

  • Sie können noch bis Mitte Februar 2019 unseren Online-Fragebogen ausfüllen.
  • Darin geht es unter anderem um Fragen nach der Lebensqualität Ihres Wohnortes, Einkaufsmöglichkeiten, Lärmbelästigungen, Verkehrsanbindungen, etc.
  • Die Ergebnisse präsentieren wir in einer Artikel-Serie ab dem 18 März.
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