„Es war beklemmend und macht Angst“ - So erlebten Mitarbeiter den Großeinsatz am Stadthaus

rnGroßeinsatz in Werne

Drei Stunden waren sie im Stadthaus eingesperrt, weil weißes Pulver gefunden wurde. Was los war, wussten sie nicht. So erlebten die Mitarbeiter der Stadt Werne den Großeinsatz am Montag.

Werne

, 08.04.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie immer saß Andrea Bergmann am Montagmorgen am Empfang des Werner Stadthauses. Besucher wendeten sich an sie und fragten nach Hilfe. Alles sah nach einem ganz normalen Montag aus - bis plötzlich Feuerwehr und Polizei das Stadthaus absperrten.

Vor der Tür sammelten sich zahlreiche Fahrzeuge, Einsatzkräfte trafen ein. Ein verdächtiges weißes Pulver wurde in einem Brief gefunden. Doch was da genau passierte, war für Bergmann ein Rätsel.

„Ich sollte hier sitzen bleiben und meinen Bereich nicht verlassen“, erinnerte sich Bergmann an das Gespräch mit der Feuerwehr. Klar war ihr, dass etwas nicht stimmt. Doch was genau? Das wusste sie nicht.

Die Angst um die eigene Gesundheit wuchs zusammen mit der Ungewissheit. Minute um Minute. Stunde um Stunde. „Keiner sagt etwas und man muss abwarten. Das ist total beklemmend“, sagte Bergmann.

Ganze drei Stunden dauerte der Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr am Montag, 8. April, bis klar war, dass man die Situation unter Kontrolle hat und es nicht gefährlich ist „Und wir konnten nur warten und alles über uns ergehen lassen und hoffen, dass es gut geht.“

„Man rechnet mit vielen Sachen an einem Montag, aber nicht damit.“
Angelika Seifert, Bürgerbüro Werne

Während die Einsatzkräfte rund um das Rathaus aufwendige Pläne schmiedeten, um die Situation gut zu lösen, staute sich das komische Gefühl der Mitarbeiter der Stadtverwaltung im Gebäude auf. Auch ein paar Türen weiter von Andrea Bergmann - bei Angelika Seifert im Bürgerbüro.

„Man sitzt hier und muss hoffen“, sagte Seifert nach dem Einsatz. Im Internet und über das Radio versuchten sie und ihre Kollegen zu erfahren, wie der Stand der Dinge ist. Was macht die Feuerwehr? Wie geht es weiter? Sind wir wirklich sicher?Durch ihr Bürofenster konnte sie die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sehen, die bereits evakuiert wurden und warteten.

Emotionen und Belastung nicht anzusehen

„Man rechnet mit vielen Sachen an einem Montag, aber nicht damit“, sagt Seifert, die nach dem Einsatz trotzdem gefasst wirkt. Die Emotionen der vergangenen Stunden waren ihr nicht anzusehen. Trotzdem: „Jetzt kann es hoffentlich nur noch ruhiger werden“, scherzte sie.

Für sie und viele ihrer Kollegen ging es nach dem dreistündigen Großeinsatz wie gewohnt weiter. Für Bergmann ging es hingegen nach Hause. „Und zwar schnell, bevor ich wieder nicht mehr raus darf.“

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