Strenge Corona-Regeln im Kreis: Droht die Absage der Mini-Sim-Jü in Werne?

rnCoronavirus in Werne

Nach den steigenden Corona-Zahlen gelten im Kreis Unna strengere Regeln. Für private Feiern gibt es eine Obergrenze an Gästen. Ist ein Grenzwert auch für die Mini-Sim-Jü in Werne angedacht oder droht gar die Absage?

Werne

, 08.10.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange war unklar, ob und wie eine kleine Variante der Sim-Jü-Kirmes in Werne stattfinden könnte. Antworten darauf gaben die Verantwortlichen am 29. September. Eine Mini-Sim-Jü soll vom 22. bis 27. Oktober auf dem Hagen stattfinden.

Doch nun haben sich die Zahlen an Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Kreis Unna so entwickelt, dass das Gesundheitsamt strengere Regeln eingeführt hat. Dazu gehört etwa die begrenzte Gästezahl auf privaten Feiern auf maximal 50 Gäste. Ist damit auch die Mini-Sim-Jü gefährdet?

Neue Regeln gelten bis zum Datum der Mini-Sim-Jü in Werne

Die neue Allgemeinverfügung, die aufgrund der überschrittenen 7-Tages-Inzidenz von 35 Fällen auf 100.000 Einwohner aufgelegt wurde, gilt zunächst bis zum 25. Oktober und fällt damit genau in den Veranstaltungszeitraum der Kirmes.

Wie das Ordnungsamt der Stadt Werne nun damit umgeht, wollte Jörg Weber (CDU-Ratsmitglied und Mitglied des Sim-Jü-Arbeitskreises) in der jüngsten Stadtratssitzung von der Stadtverwaltung beantwortet wissen: „Bei Sim-Jü werden viele Besucher auch in die Innenstadt kommen. Gibt es hier auch einen Grenzwert? Und wenn dieser überschritten werden sollte, sagt die Stadt selbst die Kirmes ab oder lässt man das Gesundheitsamt diese Entscheidung fällen?“

Neben den steigenden Zahlen im Kreis Unna verwies Weber auch auf die Entwicklung im Nachbarort Hamm. „Wir stehen im ständigen Austausch mit dem Gesundheitsamt. Man muss bei den Zahlen immer berücksichtigen, woher die 7-Tages-Inzidenzzahl kommt. Man muss sich fragen, ob Werne ein Ausgangspunkt dessen ist oder nicht. Wenn die Infiziertenzahlen hier in die Höhe schießen, dann schrecken wir auch nicht davor zurück, die Veranstaltung abzusagen“, erklärte Ordnungsdezernent Frank Gründken daraufhin.

„Was vertretbar ist, möchten wir ermöglichen“

Die neuen Corona-Regeln im Kreis Unna machen auch vor geplanten Veranstaltungen nicht halt. „Es gibt im Moment keinen Bestandsschutz für vorher geplante Sachen. Das gilt auch für die Mini-Sim-Jü“, so Gründken weiter. „Das steht alles unter Vorbehalt der Infektionszahlen.“

Einen Grenzwert für Besucher in der Innenstadt während der Mini-Sim-Jü-Kirmes hat sich die Stadtverwaltung bisher nicht aufgelegt. „Wir müssen genau schauen, an welchem Punkt es nicht mehr zu vertreten ist. Sobald wir an diesem Punkt sind, werden wir hier keine Veranstaltung haben. Wir werden nichts verantworten, was nicht verantwortbar ist. Was vertretbar ist, möchten wir ermöglichen. Wir können nicht in guten Zeiten gemeinsam ein Bier an der Theke trinken und in schlechten Zeiten uns umdrehen und so tun, als ob man die Schausteller nicht kennen würde“, fand Bürgermeister Lothar Christ deutliche Worte zum Wunsch, die Mini-Sim-Jü zu veranstalten.

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