Steuern und Familie: Was steuerlich machbar ist und was nicht, kann ganz schön kompliziert zu durchblicken sein. Unser Familien-Steuerexperte gibt Eltern Tipps, was sie bei der Steuererklärung beachten können. © Montage Klose
Steuer-Kolumne für Familien

Steuern und Familie: Immobilie sanieren und Steuervorteile sichern

Familien, die in einem älteren Haus wohnen, können sich durch die Energetische Sanierung einigen Steuervorteil verschaffen. Was maximal möglich ist, erklärt Steuerexperte Uwe Erbach aus Werne.

Haben Sie sich mit Ihrer Familie einen Traum erfüllt und konnten Sie zu einem annehmbaren Preis Ihre Traumimmobilie finanzieren? Oder mussten Sie etwas tiefer in die Tasche greifen, um an Ihr Ziel zu kommen? Vielleicht leben Sie ja auch schon mehrere Jahre in Ihrer Eigentumswohnung oder Ihrem Haus und fragen sich nun, welche Steuervorteile Sie als Immobilienbesitzer in Anspruch nehmen können.

Das Stichwort lautet: Energetische Gebäudesanierung für selbst genutztes Wohneigentum. Sie leben in einer Eigentumswohnung oder einem Haus, das älter als 10 Jahre ist? Dann können Sie für Sanierungsmaßnahmen eine besondere steuerliche Förderung in Anspruch nehmen, sofern es sich um eine energetische Gebäudesanierung handelt. Kurz: Die Energiebilanz des Objektes muss sich verbessern.

20 der Kosten können von Steuern auf Antrag abgezogen werden

An welche Voraussetzungen ist die Förderung gekoppelt? Eine Grundvoraussetzung ist, dass das Gebäude bei Beginn der Sanierung älter als 10 Jahre sein muss und die Immobilie selbst genutzt wird. Wie lange Sie die Immobilie selbst nutzen, ist unbeachtlich. Wichtig ist, dass Sie die mindesten zehn Jahre alte Immobilie im Zeitpunkt der Sanierung selbst nutzen.

Welche Maßnahmen fallen unter die Begünstigung? Begünstigt ist die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken. Auch die Erneuerung der Fenster, der Außentüren und der Lüftungs- und Heizungsanlagen fallen darunter. Daneben ist auch der Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung begünstigt und auch die Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind.

Im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung können auf Antrag 20 Prozent der Kosten von Ihrer Steuerlast abgezogen werden. Hierunter fallen die gesamten Kosten inkl. Material und notwendige Umbauten – was unüblich für haushaltsnahe Leistungen ist. Der Höchstbetrag der Steuerermäßigung beträgt 40.000 Euro. Demzufolge können die Sanierungskosten bis zu 200.000 Euro betragen, um den Steuervorteil voll auszuschöpfen.

Maximaler Steuerabzug auf 40.000 Euro ist möglich

Die Steuervergünstigung wird auf drei Veranlagungszeiträume verteilt. Im Jahr der Beendigung der energetischen Maßnahmen und im folgenden Jahr können Sie jeweils 7 Prozent der Aufwendungen, maximal jedoch 14.000 Euro abziehen. Im dritten Jahr können Sie dann 6 Prozent, höchstens 12.000 Euro abziehen. Durch diese Verteilung beläuft sich der maximale Steuerabzug auf 40.000 Euro.

Da diese Sanierungsmaßnahmen nur unter strengen Voraussetzungen abgezogen werden dürfen, benötigen Sie eine Rechnung des Fachunternehmens, die die förderungsfähigen energetischen Maßnahmen, die Arbeitsleistung sowie die Adresse des begünstigten Objektes ausweist. Die Rechnung muss in deutscher Sprache ausgefertigt sein, damit das Finanzamt diese anerkennt.

Auch muss die energetische Maßnahme vom Fachunternehmen durch eine nach amtlichem Muster erstellte Bescheinigung nachgewiesen werden. Achtung: Wie bei allen haushaltsnahen Leistungen gilt: Die Zahlung der Leistung muss auf ein Konto des ausführenden Unternehmens erfolgen. Barzahlungen werden vom Finanzamt – wie immer – nicht akzeptiert.

Der Steuer-Experte

Uwe Erbach (32) ist Steuerberater und selbst junger Familienvater. Er arbeitet seit November 2016 bei Blumrich, Bispinghoff & Partner in Werne, einer mittelständischen Steuerberatungskanzlei mit zwei weiteren Standorten in Kamen und Hamm (www.blumrich-bispinghoff.de). Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt neben den alljährlichen Steuererklärungen für Unternehmer und Privatpersonen auf der Erstellung von Jahresabschlüssen und der laufenden steuerlichen sowie betriebswirtschaftlichen Beratung.

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