Strobels im Solebad: Erneute Zwangsschließung sorgt für drastische Konsequenzen

rnGastronomie in Werne

Wie alle anderen Gastronomiebetriebe muss das Strobels im Solebad ab Montag schließen. In kurzer Zeit bleibt das Restaurant nach einem Coronafall erneut zwangsweise zu. Und das hat Konsequenzen.

Werne

, 29.10.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schwerer Schlag für die Betreiber des Strobels‘ im Solebad in Werne: Schon wieder muss die Gastronomie geschlossen bleiben. Wie für alle anderen Gastronomiebetriebe in Deutschland gilt auch hier ab Montag (2. November) ein Betriebsverbot. Es ist bereits die dritte Schließung des Restaurants Strobels in kurzer Zeit.

„Wir hatten schon fast über zwei Monate geschlossen. Das ist wirtschaftlich eine Katastrophe für uns. Wir müssen schauen, welche Unterstützung wir von der Regierung bekommen. Aber für einige Kollegen kann es düster aussehen. Und vielleicht trifft es uns auch“, sagt Björn Lepke, einer der beiden Betreiber des Strobels‘ im Solebad Werne.

Dritte Schließung des Strobels‘ im Solebad Werne in kurzer Zeit

Nachdem ein Coronafall in den eigenen Reihen bekannt wurde, mussten die beiden Gastronomiebereiche im Solebad vom 25. September bis 5. Oktober schließen. Danach öffnete das Strobels für kurze Zeit, ehe mit den turnusmäßigen Revisionsarbeiten im Solebad auch die Gastronomie wieder vom 26. Oktober bis 5. November geschlossen bleibt. Danach, wollte man eigentlich wieder eröffnen.

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Doch mit dem nun angekündigten Lockdown, der vorerst bis Ende November gilt, wird nichts daraus. So sind die Betreiber gezwungen, zu reagieren. Alle 16 Mitarbeiter in Werne muss man nun in Kurzarbeit schicken, so Lepke. Kündigungen seien noch nicht ausgesprochen worden.

Entscheidung aus Berlin „nur schwer nachvollziehbar“

„Es ist aber durchaus denkbar, dass der eine oder andere Mitarbeiter sich etwas anderes sucht - eben nicht in der Gastronomie“, sagt Lepke. Dass es nun wieder diese Branche trifft, kann er nur schwer nachvollziehen.

„Wenn man sich die Infektionszahlen anschaut, dann heißt es vom Robert-Koch-Institut, aber auch von Virologen, dass die Ansteckungsgefahr in der Gastronomie ein geringes Maß annimmt. Deshalb ist es für mich irritierend, dass man mit der Schließung der Gastronomie die Leute zu privaten Partys animiert. Einige werden immer Schlupflöcher finden“, erklärt Lepke.

Betreiber Björn Lepke, hier auf einem Archivbild, kann nicht nachvollziehen, wieso die Gastronomiebetriebe wieder schließen müssen.

Betreiber Björn Lepke, hier auf einem Archivbild, kann nicht nachvollziehen, wieso die Gastronomiebetriebe wieder schließen müssen. © Jörg Heckenkamp

„Zelt bleibt erst einmal leer“

Die Betreiber des Strobels‘ haben sogar bewusst kürzlich noch eine hohe Summe in ein großes Zelt investiert, das bereits im Biergarten aufgebaut wurde. Mit einer Fläche von 200 Quadratmetern und ausgestattet mit einer Ölheizung und Lüftungsanlage wollten die Betreiber die Sitzplätze entzerren und weitere 50 Gäste dort bewirtschaften.

Das Zelt im Biergarten kann mit seiner Höhe von 5,50 Metern sogar die Platanen überdecken. Nun bleibt das Zelt aber erst einmal leer stehen.

Das Zelt im Biergarten kann mit seiner Höhe von 5,50 Metern sogar die Platanen überdecken. Nun bleibt das Zelt aber erst einmal leer stehen. © Jörg Heckenkamp

„Jetzt bleibt das Zelt aber erst einmal leer da stehen“, sagt Björn Lepke, der nach der neuen Hiobsbotschaft für sein Restaurant, die dieses Mal aus Berlin kommt, fast sprachlos ist. Ob es nach dem Lockdown ab Dezember dann geöffnet werden kann, bleibt abzuwarten. Ob der Wunsch, hier Weihnachtsfeiern stattfinden zu lassen, erfüllt wird, ist ebenso ungewiss. „Das einzige, was es im Moment gibt, sind Reservierungsabsagen.“

Strobels bietet keinen Lieferservice an

Eine alternative Verwendung sieht Björn Lepke für das Zelt derweil nicht. Auch einen Lieferservice, wie ihn viele seiner Kollegen derzeit anbieten und der im Lockdown erlaubt ist, werden er und sein Team nicht anbieten.

„Das funktioniert schlichtweg nicht. Das ist der klägliche Versuch, kleine Beträge zu erwirtschaften. Für ein paar Außer-Haus-Essen müssten wir den ganzen Betrieb hochfahren. Das ergibt für uns wirtschaftlich keinen Sinn. Es sollten die machen, die darin Kernkompetenzen haben. Aber jetzt machen es wieder viele. Aber ich frage mich auch, wer das eigentlich alles essen soll“, so Lepke weiter.

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