Der Inhaber der Elan-Tankstelle Daniel Atak und seine Mitarbeiterin Anja Üzel spüren die Unzufriedenheit der Kunden. © Janka Hardenacke
Benzinpreise

Tankstellen-Mitarbeiter in Werne kündigt: Spritpreise sind ihm zu hoch

Diesel- und Benzinpreise haben ein Rekordhoch erreicht. An der Elan-Tankstelle in Werne äußern Kunden ihren Unmut. Ein Mitarbeiter hat bereits Konsequenzen gezogen.

Der Blick auf die Anzeigetafeln der Tankstellen verdirbt so manch einem Autofahrer zur Zeit die Laune. Ein Mitarbeiter der Elan-Tankstelle in Werne hat allerdings drastischere Folgen zu tragen: „Mein Kollege musste kündigen. Er hatte hier einen Minijob und kam immer mit dem Auto aus Kamen. Bei den momentanen Spritpreisen hat sich das nicht mehr rentiert“, erzählt Anja Üzel, ebenfalls eine Mitarbeiterin der Elan-Tankstelle.

Der gravierende Entschluss ist nachvollziehbar. Der ADAC meldete vor einigen Tagen beim Diesel ein Rekordhoch von 1,55 Euro pro Liter. Mittlerweile ist er weiter gestiegen und auch der Benzinpreis bewegt sich in Richtung 1,70 Euro. Tendenz: steigend.

Kunden beschweren sich bei Werner Tankstelle

„Die Stimmung unserer Kunden ist im Keller, die beschweren sich wirklich oft bei uns“, sagt Anja Üzel, „aber wir Tankstellen-Mitarbeiter haben überhaupt keinen Einfluss auf die Preise.“ Aufs Tanken verzichteten die Menschen dennoch nicht, sagt Anja Üzel: „Die haben ja keine andere Wahl!“

Sie kann aber eine Veränderung im Tankverhalten beobachten. „Die Kunden tanken nur für 15 oder 20 Euro und hoffen wahrscheinlich, dass die Preise in ein paar Tagen wieder runter gehen“, so die Mitarbeiterin.

Ein Hauptgrund für die steigenden Rohölpreise und somit für die hohen Spritkosten sei die verstärkte Nachfrage, so berichten es Experten. Die Wirtschaft erhole sich nach den Einschränkungen in der Corona-Pandemie wieder. Zur Zeit sei Öl deshalb auch ein begehrter Brennstoff in den Betrieben.

Ein Autofahrer, der die Elan-Tankstelle an diesem Nachmittag aufsucht, ist Klaus Steinweg. Noch nimmt er die Situation mit Humor. So antwortet er auf die Frage, wie er die aktuellen Spritpreise bewerte, lachend: „Bisschen hoch, ne?“ Er habe Konsequenzen gezogen. „Ich fahre jetzt öfter mit dem Rad. Das tut der Umwelt gut, aber ich spare auch Benzinkosten,“ sagt er.

„Bei jeder Fahrt überlege ich, ob das wirklich sein muss!“

Eine andere Autofahrerin, die ihren Wagen an der Aral-Tankstelle in Werne betankt, zeigt sich hingegen resigniert: „Es war ja zu erwarten, dass die Preise steigen. Mich würde es wirklich nicht wundern, wenn die bald 2 Euro pro Liter nehmen.“ Die Wernerin lasse ihr Auto jetzt öfter mal stehen. „Bei jeder Fahrt überlege ich genau, ob das wirklich sein muss“, sagt sie.

Anja Üzel spricht eine Empfehlung für all diejenigen aus, die nicht auf Fahrrad oder öffentlichen Nahverkehr ausweichen können. „Entweder am Wochenende tanken oder ab 19 Uhr am Abend. Ich habe den Eindruck, dass die Preise dann ein weniger runter gehen.“ Auch den Preisvergleich mit der App „Clever Tanken“ erachtet sie als sinnvoll.

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