Tarifabschluss belastet Haushalt der Stadt

Kämmerei

Zwei Tage hat die Kämmerei akribisch gerechnet: Welche Auswirkungen hat der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst auf die Finanzen der Stadt? Seit Dienstagmittag kann es Kämmerer Marco Schulze-Beckinghausen genau beziffern: "Es sind Mehrkosten von 153 680 Euro in diesem Jahr."

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von Von Jörg Heckenkamp

, 03.04.2012, 19:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stadtkämmerer Marco Schulze-Beckinghausen.

Stadtkämmerer Marco Schulze-Beckinghausen.

Der Betrag für die erhöhten Gehaltszahlungen splittet sich auf in 105 681 Euro im Kernhaushalt sowie 47 999 Euro im Kommunalbetrieb. "Für die Folgejahre rechnen wir dann mit rund 100 000 Euro Mehrbelastung im Gesamthaushalt", so der Kämmerer.

Noch sei nicht klar, wie er die Zusatzkosten auffangen kann. Verschiedene Szenarien stehen zur Wahl: Erhöhung von Beiträgen und Gebühren oder die Kappung von Leistungen, zum Beispiel. Schulze-Beckinghausen: "Derzeit gibt es noch keine konkreten Überlegungen, wie wir das auffangen können."Personalkosten-Planung über den Haufen geworfen

Er glaube aber, dass die Gespräche mit der Kommunalaufsicht trotz des sowieso schon eng auf Kante genähten Haushaltes (geplantes Defizit 2012: 9,3 Millionen Euro) positiv verlaufen werden.

Der relativ hohe Tarifabschluss (Schulze-Beckinghausen: "Aus Sicht der Beschäftigten ist er sicherlich richtig.") warf die Personalkosten-Planung der städtischen Schatzmeister über den Haufen. Sie hatten ab März 2012 lediglich ein Plus von zwei Prozent einkalkuliert.

Nun hat verdi für dieses Jahr eine Erhöhung von 3,5 Prozent verhandelt sowie Verbesserungen bei den Azubis. Das schlägt in Werne mit gut 150 000 Euro Mehrkosten durch.

Vielleicht sorgt aber auch die Finanz-Fortuna für einen Ausgleich dieser Zusatzbelastung. Denn allein in der kurzen Zeit zwischen Einbringung und Verabschiedung des Haushaltes der Stadt Anfang des Jahres ergab sich laut Schulze-Beckinghausen durch unplanmäßige Veränderungen ein Plus von 30 000 Euro für die Stadtkasse.

 

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