Lange Warteliste in Tattoostudios: Werner Tattoostudio hat viel aufzuholen

rnTattoostudios wieder geöffnet

Die Tätowierer in NRW dürfen wieder ans Werk. Viele Tattoofreunde warten schon lange sehnsüchtig auf einen Termin. Manche konnten es nicht abwarten und wurden ihren Stammtätowierern untreu.

Werne

, 27.05.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tattoostudios durften in NRW in der vergangenen Woche (20. Mai) wieder öffnen - andere Bundesländer hatten das Tätowieren bereits vor Wochen wieder erlaubt. Die Ersten waren Hessen, das Saarland, Sachsen, Bremen und Thüringen am 4. Mai. Das hatte finanzielle Folgen für Chris Smolka, Betreiber von Lion Ink in der Werner Innenstadt.

„Ich bin richtig stinkig, dass die Studios in NRW als Letzte öffnen durften. Manche Kunden mit Großprojekten sind einfach in andere Bundesländer gefahren, weil sie nicht mehr warten wollten. Das tut uns weh“, so Smolka. „Die Leute hatten Langeweile und neue Ideen und konnten sich nicht gedulden“, fügt er hinzu. Doch der Tätowierer hat auch viele treue Kunden, die nun mit den Hufen scharren, um all die ausgefallenen Termine aufzuholen.

Das Telefon steht nicht still

Etwa 100 Termine, schätzt der Tätowierer, seien während der Schließung ausgefallen. Die versucht Smolka nun vor den neuen Terminen in seinem Terminkalender unterzubringen. „Der Andrang ist mega. Jeder will zuerst drankommen. Bei mir klingelt 20 mal am Tag das Telefon. Das steht kaum still“, erzählt er. Kleine Motive könne er kurzfristig stechen, doch bei großen Projekten, die mehrere Stunden in Anspruch nehmen, müssen sich die Kunden rund zwei Monate lang gedulden.

An der Anmeldung gibt es einen Spuckschutz. Plauschen und Kaffeetrinken vor und nach dem Tattoo ist momentan nicht erlaubt.

An der Anmeldung gibt es einen Spuckschutz. Plauschen und Kaffeetrinken vor und nach dem Tattoo ist momentan nicht erlaubt. © Sylva Witzig

Schon im Februar wurden die Kunden aufgrund der Corona-Situation vorsichtiger und sagten zum Teil ihre Termine ab. Die Angst vor dem Virus habe inzwischen abgenommen. „Jetzt ist alles wieder in Ordnung. Die Leute sind richtig guter Laune und freuen sich, dass wir wieder da sind. Ich bekomme privat Whatsapp-Nachrichten und liebe Mails, in denen die Kunden mir schreiben, wie glücklich sie sind, dass es uns gibt“, so Smolka.

Kein Kaffeeklatsch im Tattoostudio

Auch Smolka ist froh, seine Kunden endlich wiederzusehen - auch wenn es in seinem Studio nicht mehr so kuschelig und familiär zugeht wie zuvor. „Normalerweise kommen Leute zum Kaffeetrinken und schwätzen vor und nach dem Termin noch eine Weile mit uns. Das fällt jetzt alles weg“, erzählt er. Nicht nur er, sondern auch seine Kunden müssen einen Mundschutz tragen.

Bisher sei während des Termines noch niemandem die Luft weggeblieben. „Generell sollen die Kunden sich melden, wenn es ihnen nicht gut geht. Dann machen wir zur Not eben fünf Pausen mehr“, so der Tätowierer. Die Hygienestandards seien im Studio ohnehin schon hoch gewesen - daher habe er ohne große Vorbereitung wieder öffnen können.

Kleine Tattoos können recht kurzfristig gestochen werden - wer ein größeres Projekt plant, muss sich etwa zwei Monate gedulden.

Kleine Tattoos können recht kurzfristig gestochen werden - wer ein größeres Projekt plant, muss sich etwa zwei Monate gedulden. © Sylva Witzig

Die Corona-Krise hat ein Loch in Smolkas Portmonee gerissen: „Mit der Soforthilfe bin ich nicht lange ausgekommen. Die Miete für das Studio, meine Miete zuhause, meine Kollegen... das muss man erstmal wieder aufholen.“ Genauso wie die Termine, für die die Kunden nun Schlange stehen.

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