Teile von St. Konrad in Werne werden abgerissen

Neubau statt Kirchenschiff

Teile der katholischen St.-Konrad-Kirche in Werne werden abgerissen. "Die Kirche hat in dieser Größe keine Zukunft mehr", sagt der Pfarrdechant. Der Abriss soll Platz schaffen für einen Neubau, von dem aus bald die Finanzen der Dekanate Werne, Hamm-Nord und Lüdinghausen verwaltet werden. Ein erster Entwurf für den Neubau steht.

WERNE

, 18.05.2017, 14:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Damit ist klar: Die Zentralrendantur - also die Finanzverwaltung - bleibt in Werne. Um ausreichend Platz zu schaffen, soll das Kirchenschiff der St.-Konrad-Kirche durch einen „zweckmäßigen“ Neubau ersetzt werden. Grünes Licht für die Pläne hat die Gemeinde St. Christophorus in dieser Woche von der Verbandsvertretung der katholischen Kirchengemeinden in den Dekanaten Hamm-Nord, Lüdinghausen und Werne erhalten.

Wie unsere Redaktion bereits im Herbst 2016 spekulierte, sollen Teile der Konrad-Kirche abgerissen werden. Stehen bleibt nur noch der alte Glockenturm. Das teilten Pfarrdechant Jürgen Schäfer, Wolfgang Bille vom Bauausschuss des Kirchenvorstands und Rendantur-Leiter Peter Middelhove am Mittwoch während eines offiziellen Pressegesprächs mit.

Einerseits sei man froh, die Zentralrendantur nach der Fusion mit Lüdinghausen nun dauerhaft in Werne halten zu können. Andererseits wolle die Gemeinde auch den Kirchenstandort retten.

„Wir wollen unsere Energie nicht weiterhin in Dinge stecken, die wir nicht mehr brauchen“, sagte Jürgen Schäfer am Mittwoch mit Blick auf die rückläufigen Mitgliederzahlen des Gemeindeteils und das mit Pfarrhaus, Bruder-Konrad-Haus und Kirche vergleichsweise gut ausgestattete Areal auf dem Kirchberg an der Stockumer Straße. „Die Kirche hat in dieser Größe keine Zukunft mehr“, wurde Schäfer deutlich.

Sechs Bewerber-Orte in Lüdinghausen, Ascheberg, Selm und Werne

Laut Peter Middelhove, der die Rendantur für Hamm-Nord, Lüdinghausen und Werne seit Juli 2016 leitet, habe es für den neuen Sitz der Verwaltungseinrichtung insgesamt sechs Bewerber mit Standorten in Lüdinghausen, Ascheberg und Selm gegeben. In der engeren Auswahl sei ein nicht kirchlicher Standort in Selm gewesen, so Middelhove. Entschieden habe sich die Verbandsvertretung letztendlich für Werne, wo die Rendantur bereits seit November 2016 provisorisch beheimatet ist.

Ein halbes Jahr nach dem Umzug „sind wir auf einem guten Weg, die Abläufe zu vereinen“, sagte Middelhove. Derzeit läuft der Rendanturbetrieb parallel im Pfarrhaus und im Bruder-Konrad-Haus. Ausgelegt war das Provisorium auf drei Jahre – „zeitlich wird das mit der Umsetzung der Neubaupläne auch reichen“, sagte Wolfgang Bille vom Bauausschuss des Kirchenvorstands. Geplanter Baustart sei aller Wahrscheinlichkeit nach im Frühjahr 2018.

Nachdem er die Pläne nun öffentlich gemacht hat, will Pfarrdechant Schäfer sie am Sonntag nach dem Gottesdienst der Kirchengemeinde vorstellen. Der erste Abriss eines Gotteshauses in Werne „wird sicherlich eine emotionale Zeit für die Gemeinde“, so Schäfer. „Aber das darf auch so sein.“

Wie soll der Neubau auf dem St.-Konrad-Gelände aussehen?

„Klar und reduziert“, sagte am Mittwoch Wolfgang Bille vom Bauausschuss des Kirchenvorstands. Ein erstes Konzept hat das Architekturbüro Steinhoff aus Nordkirchen entworfen.

Ist der Neubau nur für die Rendantur gedacht?

Nein. Die Kirchengemeinde vermietet als Bauherrin zwar den größten Teil der Fläche an die Zentralrendantur (rund 790 Quadratmeter). In dem zweigeschossigen Neubau aber – 32 Arbeitsplätze verteilt auf 18 Büros – werden zusätzlich eine Sakristei (20 Quadratmeter) und ein Gemeinderaum (70 Quadratmeter) integriert. Für die Gottesdienste soll der alte Glockenturm zu einem Gottesdienstraum (120 Quadratmeter) umgebaut werden – barrierefrei und energetisch saniert. Ein gläserner Eingangsbereich verbindet Verwaltungsgebäude und Turm.

Wie viel kostet der Neubau?

Für den Neubau seien rund 1,7 Millionen Euro veranschlagt, so Bille. Umbau und Sanierung des Kirchenschiffs würden bei schlechterer Energiebilanz sogar eine Million Euro mehr kosten. Kostenträger sind das Bistum Münster und die Kirchengemeinde St. Christophorus.

Was passiert nach dem Umzug der Rendantur mit Pfarrhaus und Bruder-Konrad-Haus?

„Alles noch offen“, so Bille. Eine Nachnutzung komme ebenso infrage wie ein kompletter Abriss.

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