Theaterprogramm

Theater im Kolpingsaal: Werner Publikum steht göttliches Schauspiel bevor

Welches Theater- und Kulturprogramm erwartet das Werner Publikum in der kommenden Spielzeit im Kolpingsaal? Wenn es nach der Verwaltung geht, ist darunter ein „göttliches“ Schauspiel.
Die Stadtverwaltung möchte das Stück "Gott" auf die Bühne im Kolpingsaal holen. © T. Behind-Photographics

Es liegt auf dem Tisch – nun fehlt noch der Segen von der Politik: Die Stadt Werne hat zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Kultur, Partnerschaften, Stadtmarketing und Brauchtumspflege am 4. November das angestrebte Kulturprogramm für die Theatersaison 2022/2023 auf die Tagesordnung gesetzt. Nach all dem Pandemie-Trubel, der zuletzt unter anderem Verschiebungen und Absagen von Vorführungen mit sich gebracht hatte, hofft man nun darauf, dass die kommende Saison – im wahrsten Sinne des Wortes – nach Plan verlaufen kann.

Letzterer sieht Stücke aus den Sparten Schauspiel, Krimi, Komödie und Musik vor. Ergänzt werden diese durch Kabarett-Veranstaltungen. Am 31. Dezember 2022 steht zudem wieder der Silvesterball auf dem Programm.

Kaum Platz im neuen Spielplan für 2022/23

Sonderlich viel Platz gab es im Spielplan für die Saison 2022/23 allerdings gar nicht mehr. Der Grund: Vier Stücke waren wegen besagter pandemiebedingter Verschiebungen ohnehin schon verbindlich festgelegt. So musste etwa das Gastspiel „Extrawurst“ von der Spielzeit 2021/22 auf 2022/23 übertragen werden. Gleiches gilt für die Gastspiele „Udo Jürgens – Hommage an sein Leben und Werk“ sowie „Spatz und Engel“ und „Dinge, die ich sicher weiß“.

Neu hinzu genommen hat die Verwaltung in ihren Vorschlag das Stück „Gott“, ein Schauspiel von Ferdinand von Schirach mit Ernst Wilhelm Lenik, Klaus Mikoleit, Karin Boyd, Christian Meyer und Wolfgang Seidenberg. Terminiert ist es aktuell auf den 31. Oktober 2022.

Ernstes Thema: Diskussion um Sterbehilfe

Zum Inhalt heißt es: Der 78-jährige ehemalige Architekt Richard Gärtner möchte seinem Leben ein Ende setzen. Dies soll jedoch nicht im Ausland, sondern ganz legal mit der Hilfe seiner Hausärztin geschehen. Für Dr. Brandt kommt es aus persönlicher Überzeugung nicht infrage, ihrem zwar betagten, aber gesunden Patienten ein todbringendes Präparat zu besorgen. Richard Gärtners Fall wird exemplarisch vor dem Deutschen Ethikrat diskutiert.

Strittig ist dabei nicht die Frage, welche Formen von Sterbehilfe für Ärzte straffrei sind, sondern ob Mediziner dem Patientenwunsch eines Lebensmüden gerecht werden müssen – egal ob jung, alt, gesund oder krank. Ethikrat-Mitglied Dr. Keller befragt die Sachverständigen und lässt so die unterschiedlichen Experten zu Wort kommen. Die Verfassungsrechtlerin Prof. Litten und der Anwalt von Richard Gärtner stehen Bischof Thiel und Ärztekammerchef Sperling dabei mit unterschiedlichen Meinungen gegenüber.

Am Ende richtet sich die Ethikrat-Vorsitzende direkt an das Publikum: Soll Richard Gärtner das tödliche Präparat bekommen, um sich selbstbestimmt das Leben zu nehmen?