"Theoretisch können wir alle Wunden zukriegen"

Krankenhaus St. Christophorus

Anna Schönfeld, Krankenschwester seit 2007 am Christophorus-Krankenhaus, verfügt gemeinsam mit der Kollegin Stefanie Neuhaus über eine Zusatzausbildung: "Wundexpertin ICW". Dazu gehört auch die Versorgung von übel aussehenden Wunden.

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von Von Jörg Heckenkamp

, 24.09.2011, 07:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Anna Schönfeld hat alles vorbereitet. Jetzt können Arzt und Patient kommen.

Anna Schönfeld hat alles vorbereitet. Jetzt können Arzt und Patient kommen.

Sie kümmert sich um Patienten mit chronischen Wunden. Zum Beispiel vom langen Liegen, vom diabetischen Fußsyndrom oder offenen Beinen. Allgemein um Wunden, die schlecht heilen.

Das Ganze nicht nur in der Chirurgischen Ambulanz oder auf den Stationen, sondern auch für ambulante Patienten. Montags und donnerstags steht für Anna Schönfeld jeweils um 13.30 Uhr die "Verbands-Sprechstunde" auf dem Plan. "Dann behandeln wir unter anderem Patienten, die entlassen worden sind", sagt sie.

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Wundmanagement

23.09.2011
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Anna Schönfeld hat alles vorbereitet. Jetzt können Arzt und Patient kommen.© Foto: Jörg Heckenkamp
Krücke gefällig? Die Schwester hat diverse Ausführungen im Angebot.© Foto: Jörg Heckenkamp
Hygiene ist das A und O der Wundversorgung, Handschuhe daher Pflicht. Manchmal sogar drei Paar bei einer Wundversorgung.© Foto: Jörg Heckenkamp
Wer behandelt werden will muss bei Sandra Steinweg (28, r., hier mit Anna Schönfeld) in der Chirurgischen Ambulanz angemeldet sein.© Foto: Jörg Heckenkamp
Naht-Material in Hülle und Fülle.© Foto: Jörg Heckenkamp
Das komplette Set schiebt die Schwester an den Behandlungsplatz des Arztes, damit der damit eine Wunde vernähen kann.© Foto: Jörg Heckenkamp
Bloß nichts anfassen. Verbandsmaterial lässt Anna Schönfeld auf das sterile Wundversorgungsset fallen.© Foto: Jörg Heckenkamp
Anna Schönfeld gießt von oben Desinfektionsmittel in den Behälter.© Foto: Jörg Heckenkamp
Bloss nichts anfassen. Verbandsmaterial lässt Anna Schönfeld auf das sterile Wundversorgungsset fallen.© Foto: Jörg Heckenkamp
Vorsichtig packt Anna Schönfeld das sterile Wundversorgungsset aus.© Foto: Jörg Heckenkamp
Anna Schönfeld zeigt ein doppelt verpacktes, steriles Wundversorgungsset.© Foto: Jörg Heckenkamp
Anna Schönfeld zeigt ein doppelt verpacktes, steriles Wundversorgungsset.© Foto: Jörg Heckenkamp
Hattu wehe tan? Der verarztete Stoffhase soll vor allem Kindern die Angst nehmen. Einen Namen hat der kleine Kerl übrigens nicht.© Foto: Jörg Heckenkamp
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Das so genannte "Wundmanagement" macht der jungen Schwester Spaß: "Das mache ich gerne. Wenn ich Zeit habe, beschäftige ich mich intensiv damit." Selbst übel aussehende oder nicht so gut riechende Verwundungen können sie nicht schocken: "Da gewöhnt man sich dran." Als Ausgleich gibt's die Belohnung, wenn die aufwändige und zeitraubende Versorgung gefruchtet hat. Anna Schönfeld: "Es ist ein Super-Gefühl, wenn eine schwierige Wunde von Mal zu Mal besser heilt." Patienten müssen sich an die Anweisungen halten Für den Erfolg ist allerdings nicht nur die Heil-Kunst der Wundexpertinnen wichtig. Sondern auch die Einstellung und Mitarbeit des Patienten. "Theoretisch", sagt sie, "theoretisch können wir alle Wunden zukriegen". Doch gebe es eben auch die "individuellen Fälle", wie es die 25-Jährige diplomatisch formuliert. Patienten also, die einfach nicht mitspielen und sich nicht an die Anweisungen der Expertin halten.

Sie selber geht mit möglichen Verletzungen pragmatisch um. Der tägliche Umgang mit Verletzten in der Ambulanz hat Anna Schönfeld nicht übervorsichtig gemacht. Sie weiß: "Die meisten Verletzungen holt man sich im Alltag. Dagegen kann man sich nicht schützen." Unfallträchtige Hobbys pflegt sie übrigens nicht. "Ich lese unheimlich viel", sagt sie. "Man kriegt höchstens müde Augen."

 

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