Thora-Rolle wurde in der Pogromnacht gerettet

Stolpersteine

Mit feierlichem Ernst liest der Junge mit der Kippa aus der Thora. Der Junge ist Mark Joseph Heimann und er feiert seine Bar-Mizwa am 23. September 1983 in New York.

WERNE

von Von Irene Steiner

, 30.12.2010, 13:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mark Joseph Heimann mit der Werner Thora Rolle bei seiner Bar Mizwah.

Mark Joseph Heimann mit der Werner Thora Rolle bei seiner Bar Mizwah.

Dann wurden die Männer zur Synagoge gebracht – am Markt 12 – dort forderten die SS-Männer, dass die Männer die heilige Thora-Rolle zerstören sollten. Albert Heimann widersetzte sich dem Druck der Nazis und kehrte schließlich blutüberströmt mit der Thora-Rolle heim. Die Heimanns begannen, ihre Ausreise vorzubereiten. Da sie niemanden in den USA hatten, der eine sechsköpfige Familie aufnehmen konnte, versuchte die Familie, getrennt auszureisen. Als erste verließ die älteste Tochter Julie Werne. Albert Heimann emigrierte im August 1939. Er nahm die Werner Thora-Rolle mit. Im Februar 1940 schließlich konnte Rosa Heimann mit den drei Kindern Hannelore, Ruth und Herbert Deutschland verlassen. Sie bekamen eine Überfahrt auf der „Veendam“, dem letzten Schiff, das von Rotterdam aus vor dem Krieg über den Ozean fuhr.   Von Deutschland aus fuhr zu dieser Zeit schon kein Schiff mehr in die Vereinigten Staaten. Kontakt bis heute Hanna Heimann wurde Sekretärin und heiratete den ebenfalls deutschstämmigen Juden Howard Adler. Ihre Tochter Lauren schrieb eine Studienarbeit über das Leben ihrer Mutter. Hanna Adler selbst hält bis zum heutigen Tag Kontakt zu Heidelore Fertig-Möller, der Leiterin des Stadtmuseums und des Stadtarchivs. Daher stammt auch das Bild von Mark Joseph Heimann mit seinem Sohn Jonah. Die nächste Generation. Überlebende.

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