Tödlicher Behandlungsfehler am Hellmig-Krankenhaus? Gutachten liegt vor

rnHellmig-Krankenhaus Kamen

Eine Wernerin hat schwere Vorwürfe gegen das Krankenhaus in Kamen erhoben. Sie glaubt, dass ihr Partner bei richtiger Behandlung noch leben könnte. Nun liegt das Gutachten zu dem Fall vor.

Kamen

, 24.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Bei ordnungsgemäßer ärztlicher Behandlung wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der konkrete Todeszeitpunkt überlebt worden.“ Diese Zeilen hat der Unnaer Anwalt Mirko Koch zu Beginn des Jahres zu dem Fall verfasst, der bei der Staatsanwaltschaft Dortmund liegt.

Darin geht es um eine Wernerin, die dem Personal des Hellmig-Krankenhauses in Kamen vorwirft, eine Schuld am Tod ihres 85-jährigen Lebensgefährten zu tragen. Der Mann wurde am 5. Januar mit einer Oberschenkelfraktur ins Krankenhaus eingeliefert und starb wenige Tage später.

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Die Wernerin erstattete Strafanzeige, sie wirft dem Krankenhaus unter anderem vor, ihren Partner mit einem Medikamenten-Cocktail „abgeschossen“ zu haben. Diesen und weitere Vorwürfe beschrieb ihr Anwalt Koch ausführlich in seiner Stellungnahme, die der Staatsanwaltschaft Dortmund vorliegt. Kurz gesagt lautet der Vorwurf „Fahrlässige Tötung“.

Abschließendes Gutachten liegt der Staatsanwaltschaft vor

Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein, in dem untersucht werden sollte, ob es tatsächlich zu einem strafbaren Verhalten gekommen ist und wenn ja, von wem. Denn erst dann kann überhaupt Anklage erhoben und ein Verfahren eingeleitet werden. Das Hellmig-Krankenhaus selbst, das sich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht zu dem Fall äußerte, kann nicht angeklagt werden.

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Ob denn nun tatsächlich ein oder gar mehrere Fehler im Umgang mit dem Werner unterlaufen sind, dürfte in der kommenden Woche feststehen. „Das abschließende Gutachten ist eingegangen und wird nun von einer Kollegin ausgewertet“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund, Henner Kruse. Die Staatsanwaltschaft hatte Rechtsmediziner mit dem Fall betraut. Sie haben das Gutachten erstellt.

Bald ist klar, ob es zu einem Verfahren vor Gericht kommt

Der Stand des Verfahrens ist also weiterhin schwebend, allerdings beginnt nun wohl die heiße Phase, denn eine erste Einschätzung haben die Juristen der Staatsanwaltschaft bereits, wie Kruse sagt.

Welche das ist, teilt er jedoch noch nicht mit. Daher ist noch nicht sicher, ob es zu einem Verfahren kommen wird. Doch bis darüber Klarheit herrscht, dauert es wohl nur noch wenige Tage.

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