Tödlicher Unfall an Heiligabend: Ein Mann verurteilt

Fall in Werne

Beim Urteil flossen Tränen der Wut und der Trauer: Das Amtsgericht Lünen hat am Montag den Prozess um den Horror-Unfall in Werne von Heiligabend 2014 abgeschlossen. Ein 50-jähriger BMW-Fahrer soll eine Geldstrafe zahlen. Der mitangeklagte Rentner wurde freigesprochen.

WERNE

04.07.2016, 17:26 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Ich weiß, dass diese Strafen in ihren Augen viel zu milde sind“, sagte der Richter in der Urteilsbegründung zu den weinenden Nebenklägern. „Aber keine Strafe der Welt hätte ihren Verlust ausgleichen können.“ Ein angeklagter BMW-Fahrer soll wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung eine Geldstrafe von 21 000 Euro (140 Tagessätze) zahlen. Der mitangeklagte Rentner wurde freigesprochen.

Bei dem Unfall nahe der Ausfahrt Hamm-Bockum/ Werne war ein 31-jähriger Mann ums Leben gekommen. Er hatte neben der Autobahn die Bergung seines zuvor liegen gebliebenen Fahrzeugs beobachtet, als die beiden Autos der Angeklagten zusammenstießen und ins Schleudern gerieten. Die drei Beifahrerinnen des 31-Jährigen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Der Mann selbst wurde unter einem der Wracks eingeklemmt und starb wenige Stunden später im Krankenhaus.

Zu hohe Geschwindigkeit für Gefahrenstelle

Über die Frage, wer den Unfall zu verantworten hat, wurde in dem Prozess lange und zum Teil auch mit Argumenten unterhalb der Gürtellinie gestritten. Fakt ist, dass der Rentner von der rechten auf die linke Fahrspur wechselte, als er sich der Bergungsstelle näherte. Fakt ist auch, dass der BMW-Fahrer auf der linken Spur mit so hohem Tempo unterwegs war, dass er nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte.

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Der Richter legte sich schließlich fest. Über den Rentner sagte er: „Es ist nicht auszuschließen, dass er den BMW im Rückspiegel nicht sehen konnte, weil dieser von einem anderen Auto verdeckt war.“ Deshalb der Freispruch. Über den 50-Jährigen hieß es: „Er hat sich mit überhöhter Geschwindigkeit einer schlecht einsehbaren Gefahrenstelle genähert. Ein gewissenhafter und besonnener Autofahrer hätte in so einem Moment seine Geschwindigkeit deutlich reduziert.“

Die Geldstrafe darf der Mann aus dem Münsterland in monatlichen Raten von 1000 Euro zahlen. Es ist jedoch sicher, dass er vorher gegen das Urteil Berufung beim Landgericht Dortmund einlegen wird.

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