Trauergäste stehen im Regen

Friedhofskapelle

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Werne hält die Friedhofskapelle auf Dauer für zu klein. Dem mochte auch Pfarrdechant Klaus Martin Niesmann nicht widersprechen.

WERNE

von Von Arndt Brede

, 20.01.2011, 14:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Trauerhalle am Südring bietet für die Trauergemeinde oft nicht genug Platz. Viele Angehörige müssen dann vor der Tür stehen bleiben.

Die Trauerhalle am Südring bietet für die Trauergemeinde oft nicht genug Platz. Viele Angehörige müssen dann vor der Tür stehen bleiben.

"Trauergäste müssen häufig an Trauerfeiern im Stehen teilnehmen, teilweise auch vor der Kapelle stehen", sagt Adelheid Hauschopp-Francke, sachkundige Bürgerin für die SPD im Betriebsausschuss für den Kommunalbetrieb Werne. Die SPD beantragt für die nächste Sitzung des Betriebsausschusses (22. Februar), dass Kommunalbetrieb und Kirchengemeinde St. Christophorus gemeinsam prüfen, ob und wie die Kapelle erweitert und renoviert werden kann.Friedhofskapelle statt Kirche

"Das Nutzungsverhalten der Friedhofskapelle durch die Bürger unserer Stadt hat sich in den letzten Jahren verändert", heißt es im SPD-Antrag. Immer mehr Bürger nutzen demnach die Friedhofskapelle für die gesamte Beerdigung. Ist die Kapelle dann voll und die Menschen müssen draußen stehen, seien sie den Widrigkeiten des Wetters ausgesetzt. Die Friedhofskapelle werde in den nächsten 30 bis 40 Jahren weiter an Bedeutung gewinnen, meint die SPD. Und: "Angesichts der Altersstruktur der Bevölkerung unserer Stadt ist auch nicht damit zu rechnen, dass die Zahl der Beisetzungen rückläufig sein wird."

Der SPD-Vorstoß sei "sehr überlegenswert", meint Pfarrdechant Klaus Martin Niesmann. Eine Erweiterung sei vorstellbar. "Kommunalbetrieb und Kirchengemeinde müssten sich an einen Tisch setzen", nimmt Niesmann den Pass der SPD verbal auf. Vom Gelände her sei eine Erweiterung machbar. "Es ist dann nur die Frage, wie das finanziell zu stemmen ist." Doch das könne in Gesprächen geklärt werden.

In einem Punkt widerspricht der Pfarrdechant jedoch der SPD-Fraktion: "Die Kapelle ist erst kürzlich gestrichen und isoliert worden und ist in einem guten Zustand", hält Niesmann eine Renovierung für nicht unbedingt nötig. Der Leiter des Kommunalbetriebs Werne, Frank Adamietz, sieht im SPD-Antrag "eine gute Anregung." Den Vorschlag, sich mit der Kirchengemeinde an einen Tisch zu setzen, nehme der Kommunalbetrieb gern entgegen.

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