Lauter Knall erschreckt Spaziergänger - Trauerweide stürzt in Stadtsee

rnStadtsee Werne

Spaziergängern am Stadtsee in Werne fuhr am Dienstagvormittag der Schreck in die Glieder. Ein lauter Knall erschreckte sie gegen 11 Uhr. Der Knall kam von der kleinen See-Insel.

Werne

, 23.06.2020, 13:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Dienstagvormittag, 23. Juni 2020, gingen etliche Werner in der warmen Sonne am Stadtsee spazieren. So auch Wilhelm Bußkamp. Der 82-Jährige saß auf einer Bank, „als ich plötzlich einen lauten Knall hörte“. Dann sah er Wasser hochspritzen und schon war deutlich, woher das laute Geräusch kam: Die Trauerweide auf der kleinen Stadtsee war mit lautem Krachen umgekippt.

Ursache für den Baum-Fall? Völlig unklar. „Es war fast windstill. Die alte Trauerweide ist einfach umgekippt“, sagt Bußkamp. So wie es aus der Ferne aussieht, ist der Baum, der schon schräg stand, nicht mit den Wurzeln aus dem Erdreich der kleinen Insel herausgebrochen. Sondern die Bruchstelle scheint in Höhe des Bodens zu liegen.

Wilhelm Bußkamp (82) war dabei, als die Trauerweide in den Stadtsee gestürzt ist.

Wilhelm Bußkamp (82) war dabei, als die Trauerweide in den Stadtsee gestürzt ist. © Jörg Heckenkamp

Wie geht es nun weiter? Der Bauhof erhielt am späten Vormittag Kenntnis von der umgestürzten Trauerweide und will sich den Schaden im Laufe des Dienstags anschauen. Es geht letztlich um die Frage, ob das Gewächs aus dem Stadtsee herausgefischt wird oder nicht.

„Das würde aber sehr aufwendig“, sagt Burkhard Klinkhammer, bei der Stadt Werne zuständig für Natur und Grün, auf Nachfrage der Redaktion. Er könnte sich einen anderen Weg vorstellen. Nämlich, den umgekippten Baumriesen einfach im See liegen lassen.

Möglicherweise bleibt Trauerweide im Stadtsee liegen

Dafür gebe es mehrere Gründe. Zum einen „ist die Verkehrssicherungspflicht hier nicht gegeben“, sagt Klinkhammer mit einem Schmunzeln. Außerdem würde sich der jetzt noch in vollem Grün stehende alte Baum allmählich in Totholz verwandeln. Das wäre ökologisch sinnvoll, meint der Experte. So könnten die ins Wasser reichenden Äste ein dichtes Versteck für Fische sein.

Letztlich sei aber noch keine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen, sagt Klinkhammer. Dafür sei der Baumsturz einfach noch zu frisch, „wir müssen uns das vor Ort erst einmal in Ruhe anschauen“. Dann könne man entscheiden, was mit dem großen Baum-Wrack passiere.

Der mächtige Baustamm ist gebrochen, die Weide Richtung katholischer Friedhof in den Stadtsee gefallen.

Der mächtige Baustamm ist gebrochen, die Weide Richtung katholischer Friedhof in den Stadtsee gefallen. © Jörg Heckenkamp

Das genaue Alter der Trauerweide ist Burkhard Klinkhammer nicht bekannt. Er schätzt, dass sie in der Zeit des Nationalsozialismus in den 1930er Jahren, als der Stadtsee entstand, gepflanzt worden ist. Dann hätte sie ein Alter von rund 90 Jahren erreicht.

Viele ältere Werner steht die Trauerweide noch als mächtiger Baum vor Augen, der allerdings vor vielen Jahren schon mal einen großen Ast verloren hat. Als Kinder sind die Werner in kalten Wintern oft über den zugefrorenen Stadtsee mit Schlitten oder Schlittschuhen zu der Insel mit der großen Weide als Mutprobe herübergefahren.

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