Ungewisse Zukunft: Tafel verhängt Aufnahmestopp

Mietvertrag gekündigt

Eine ungewisse Zukunft und knappe Lebensmittel haben dafür gesorgt, dass die Unnaer Tafel mit ihren Ausgabestellen kreisweit keine neuen Kunden mehr aufnimmt. Dabei ist der Bedarf aktuell besonders hoch. Eine "letzte Hoffnung", den Betrieb an einem neuen Standort zu sichern, haben die Tafel-Organisatoren jedoch noch.

KREIS UNNA

, 24.05.2015, 07:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ungewisse Zukunft: Tafel verhängt Aufnahmestopp

Günter Brück kümmert sich um die Erdbeeren.

Nachdem die Paul-Gerhardt-Gemeinde der Unnaer Tafel den Mietvertrag in Unna-Königsborn zum 30. September gekündigt hat, ist die Organisation händeringend auf der Suche nach neuen Räumen. „Bisher hat sich leider nichts ergeben“, teilte Tafel-Vorsitzende Ulrike Trümper mit.

"Unsere letzte Hoffnung"

Drei Immobilien waren der Tafel angeboten worden, kamen jedoch aufgrund verschiedener Gründe nicht in Frage. „Unsere letzte Hoffnung ist ein Haus, dass verkauft werden soll. Der potenzielle Käufer wäre bereit, an uns zu vermieten“, so Trümper. Allerdings stehe zur Zeit weder fest, ob das Haus in Unna tatsächlich verkauft wird, und ob es sich überhaupt für die Tafel eignet.

Einen alternativen Standort im Kreis Unna hält Ulrike Trümper für schwierig. „Wir haben zehn ehrenamtliche Fahrer, die das Benzin selbst zahlen müssen. Die werden zum Beispiel kaum erst nach Werne fahren, um das Essen anschließend an die Ausgabestellen zu verteilen.“ Auch bringt die Tafel Kühlhäuser und Bedarf an Büroräumen mit. „Das ist ein erheblicher logistischer Aufwand – erst recht für einen Verein wie uns.“

Frist läuft am 30. Juli ab

Wenn sich keine neue Bleibe findet, muss der Verein aufgeben. „Unsere Frist läuft am 30. Juli ab. Spätestens dann müssen wir mit der Abwicklung beginnen.“ Weil die Zukunft ungewiss ist, hat Ulrike Trümper einen kreisweiten Aufnahmestopp verhängt. „Ich kann keine neuen Kunden aufnehmen, um ihnen zwei Wochen später zu sagen: Wir machen dicht.“ In Werne beobachtet Dieter Schimmel, Organisator der Tafel-Ausgabe in der ehemaligen Steintor-Schule, ein weiteres Phänomen: „Die Lebensmittel werden knapp.“ Die Tafel sei auf Spenden angewiesen. „Und um diese Jahreszeit wird es erfahrungsgemäß weniger, weil noch nicht so viel Obst und Gemüse da sind.“

Zahl der Tafel-Kunden gestiegen

Im Gegenzug sei die Zahl der potenziellen Tafelkunden jedoch gestiegen. „Zum Beispiel die Flüchtlinge, von denen mittlerweile schon recht viele nach Werne gekommen sind, gehören ja auch dazu.“ Gerne würde Schimmel alle betroffenen Menschen mittwochs zur Ausgabe begrüßen. „Aber das geht zur Zeit eben leider nicht.“ Er hofft aber, dass die Tafel-Ausgabe auch in Werne eine Zukunft hat und sich bald wieder neuen Kunden öffnen kann.

Hier sehen Sie, wo es im Kreis Unna Ausgabestellen der Tafel gibt:

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