Vereine in Werne: Striepens will Hürden abbauen - Christ setzt auf neue Spielstätten

rnBürgermeister-Kandidaten

Wie steht es um das Vereinsleben in Werne? Und wie lässt es sich weiter fördern? Auch darüber haben die Bürgermeister-Kandidaten bei der Veranstaltung „Werne vor der Wahl“ diskutiert.

Werne

, 19.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Benedikt Striepens (Grüne), Lothar Christ (parteilos) und Dominik Bulinski (CDU) stellen sich am 13. September drei Kandidaten zur Wahl für das Amt des Bürgermeisters in Werne. Bei der Diskussionsveranstaltung „Werne vor der Wahl - der Bürgermeister“ traten die Kontrahenten in „Rededuellen“ gegeneinander an. Dabei ging es auch um die Themen Vereinsleben und Kultur. Wie wichtig sind Vereine und andere Gruppierungen noch für das Leben in der Lippestadt? Und wie kann man sie noch besser fördern als zuletzt?

Bei Frage Nummer eins sind sich alle Kandidaten - wenig überraschend - völlig einig: Vereine sind wichtig, ohne sie geht‘s nicht. Doch wenn es etwas detaillierter um die zukünftige Unterstützung geht, dann haben Christ, Bulinski und Striepens durchaus unterschiedliche Auffassungen.

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Wernes Bürgermeister-Kandidaten über Unterstützung für Vereine

„Vielleicht haben sich die Zeiten wirklich geändert. Es gibt neue Formen der Beteiligung, in Initiativen und Ähnlichem, die dann möglicherweise nicht mehr als eingetragener Verein organisiert sind“, sagt Striepens. Man habe durch solche Gruppen in der jüngeren Vergangenheit in Werne auch einiges erreicht. Sei es die Rad-Initiative, die das Thema Mobilität vorangebracht habe, oder aber die Klima-Initiative. Solche Gruppen brauche man und man müsse sie unterstützen - ohne jedoch die etablierten Vereine zu vergessen.

Und wie genau soll das gehen? Der Grünen-Kandidat möchte sich unter anderem dafür einsetzen, „bürokratische Hürden“ abzubauen. Denn die Auflagen, die an Vereine heutzutage gestellt würden, seien hoch - angefangen bei einer ordnungsgemäßen Finanzführung bis hin zur Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung. Das seien „Hemmnisse, bei denen man gegensteuern und wobei man die Vereine unterstützen muss“.

Kooperation zwischen Vereinen und Schulen stärken

Mit Blick auf die Sportvereine will Striepens vor allem die Kooperation zwischen Vereinen und Schulen stärken. Junge Leute an den Verein heranzuführen sei heute nämlich nicht mehr ganz so einfach. Der Grund: Weil sich der Nachmittagsunterricht an den Schulen ausgeweitet habe, hätten Sportvereine immer mehr Schwierigkeiten, Kinder zu motivieren, abends in den Sportverein zu gehen. Ein mögliche Lösung aus Sicht des Grünen: „Vereinssport im Rahmen des Ganztagsunterrichts anbieten.“

Wenn es um die Förderung von Kultur und Sport geht, dann hat die Stadt ihre Hausaufgaben in den Augen von Wernes amtierendem Bürgermeister schon in der Vergangenheit gut gemacht. Die Aufgabe der Kommune sei es vor allem, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, betonte Christ: „Die kulturtragenden Vereine leisten viel - aber ohne die Stadt würde zum Beispiel die Freilichtbühne nicht existieren.“

Vereine in Werne: Striepens will Hürden abbauen - Christ setzt auf neue Spielstätten
„Wir haben tolle Spielplätze, wir tun auch viel für die Vereine. Aber es gibt hier eben auch Teenager. Und was machen die?“
Dominik Bulinski (CDU)

Dabei gehe es sowohl ums Finanzielle, als auch um die Spielstätten an sich. Und das gelte natürlich ebenso für die Sportstätten. „Wir haben das Sportzentrum im Lindert errichtet und wir werden das Gleiche jetzt im Evenkamp machen, die Sportanlage im Dahl sanieren“, so Christ.

Sein Gegenüber Bulinski sieht dennoch starken Nachholbedarf. Er sei der Überzeugung, dass etwas fehle, betont der CDU-Kandidat. „Wir haben tolle Spielplätze, wir tun auch viel für die Vereine. Aber es gibt hier eben auch Teenager, junge Erwachsene zwischen 14 und 17 Jahren. Und was machen die? Die haben keinen Mofa- oder Autoführerschein, die können nicht wegfahren - und die haben hier keine Disko, keine Flächen für Volleyball oder Basketball“, so Bulinski. In diesen Bereichen müsse die Stadt also deutlich nachbessern und sich „neu aufstellen“. Und dafür müsse man mehr finanzielle Mittel aus dem städtischen Haushalt zur Verfügung stellen.

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