Kandidaten diskutieren: Mehr für Radfahrer oder doch lieber ein Shuttlebus?

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Mit dem Auto, dem Rad, zu Fuß oder doch per ÖPNV - wo liegt Wernes Zukunft in Sachen Mobilität? Darüber haben die Bürgermeister-Kandidaten bei der Veranstaltung „Werne vor der Wahl“ diskutiert.

Werne

, 18.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Dominik Bulinski (CDU), Benedikt Striepens (Grüne) und Lothar Christ (parteilos), stellen sich am 13. September drei Kandidaten zur Wahl für das Amt des Bürgermeisters in Werne. Bei der Diskussionsveranstaltung „Werne vor der Wahl - der Bürgermeister“ traten die Kontrahenten in „Rededuellen“ gegeneinander an. Dabei ging es unter anderem ums Thema Verkehr und um die Frage: Ist der öffentliche Verkehrsraum richtig zwischen Autofahrern, Radfahrern, dem ÖPNV und den Fußgängern aufgeteilt?

CDU-Kandidat Bulinksi geht das Thema offensiv an. Sein Blick richtet sich allerdings mehr auf die Zukunft, statt auf den Ist-Zustand. Und er hat offensichtlich Großes vor. Grundsätzlich müssten alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt behandelt werden, sagt Bulinski. Fußgänger schützen, die vorhandene Infrastruktur des Autoverkehrs instandhalten und die Lücken beim Radverkehr schließen stehen auf seiner Agenda.

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Wernes Bürgermeister-Kandidaten über die Verkehrssituation

Mit dem Rad von Horst nach Werne zu gelangen, sei beispielsweise nämlich gar nicht so einfach, meint der CDU-Mann. Und weiter: „Ich werde auch den ÖPNV unterstützen, mit nachhaltigen Antrieben. Ich würde zudem einen Shuttlebus installieren wollen, der eine Schleife fährt.“

Ein Vorhaben, für das er von seinem Kontrahenten Benedikt Striepens Kopfschütteln erntet. „Wenn Herr Bulinski Bürgermeister wird, dann möchte ich schon, dass er 10 bis 20 Millionen Euro mitbringt. Denn bei ein paar Sachen, da sehe ich überhaupt nicht, wie wir die hier finanzieren können“, so der Grünen-Kandidat.

Das liege unter anderem daran, dass „der ÖPNV von uns ganz schwer zu beeinflussen ist. Wir haben nur ein Zehntel Mitspracherecht in der VKU. Und wenn ich da einen Shuttlebus einrichten möchte, dann möchte ich mal wissen, was wir hier in Werne noch alles streichen müssen.“

Kandidaten diskutieren: Mehr für Radfahrer oder doch lieber ein Shuttlebus?
„Wenn Herr Bulinski Bürgermeister wird, dann möchte ich schon, dass er 10 bis 20 Millionen Euro mitbringt.“
Benedikt Striepens (Grüne)

Striepens sieht das größte Problem beim Innenstadtverkehr. Vor allem der schlechte Zustand der Radwege und fehlende Abstellmöglichkeiten für die Drahtesel müssten angegangen werden. Genauso wie die Parkraumbewirtschaftung, um Parksuchverkehr aus der Innenstadt herauszuhalten. All das sei nur auf der Grundlage eines übergeordneten Mobilitätskonzepts machbar, bei dem Radfahrer und Fußgänger Vorrang haben sollten - auch, um Klimaziele zu erreichen.

Das Mobilitätskonzept ist ein Spielball, den Wernes amtierender Bürgermeister dann gerne aufgreift. Das bringe man ja jetzt auf den Weg, um zu schauen, was die Stadt braucht, um mehr Menschen dazu zu bewegen, aufs Rad zu steigen, wie Christ betont. Auch für ihn steht der Radverkehr im Mittelpunkt. Dem müsse man in Zukunft „mehr Raum geben und mehr komfortable Radwege schaffen“. Das nötige Geld dafür gebe es - aus Fördertöpfen.

Durch die Stärkung des Radverkehrs in Verbindung mit einem Umdenken Richtung mehr E-Mobilität könne es gelingen, den „Model-Split“, also das Verhältnis der genutzten Verkehrsmittel, zu ändern. Eine Argumentation, der Bulinski skeptisch gegenübersteht. „Die Antriebe werden sich ändern, aber der Model-Split nicht - erst recht nicht im ländlichen Raum“, ist der CDU-Mann überzeugt. Und genau deshalb müsse man eben alle Verkehrsteilnehmer gleich behandeln - auch in einem umfassenden Mobilitätskonzept.

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Vorstellungsrunde, Rededuelle, Wählerfragen - das sind die drei Blöcke der Diskussionsrunde von drei Kandidaten für den Bürgermeister-Posten in Werne. Hier gibt es den Livestream als Nachlese. Von Jörg Heckenkamp

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