Meinung

Verweigerer darf es hier nicht geben: Führt endlich die Impfpflicht in der Pflege ein!

Für fast alle Menschen gibt es eine Impfempfehlung. Trotzdem gibt es Verweigerer - sogar bei Mitarbeitern in Pflegeeinrichtungen. Und die Chefs können nichts dagegen tun. Führt endlich die Impfpflicht in der Pflege ein!

Für fast alle Menschen gibt es in Deutschland mittlerweile eine Impfempfehlung. Dazu gehören Schwangere oder Diejenigen, die es werden wollen: Die Ständige Impfkommission empfiehlt Frauen im gebärfähigen Alter eine Impfung, damit bereits vor der Schwangerschaft ein „sehr guter Schutz vor dieser Erkrankung“ besteht.

Dennoch ist die Angst vor Unfruchtbarkeit einer von verschiedenen Gründen, weshalb sich ein kleiner Teil des Personals bei dem Werner Palliativpflegedienst Constanze Jakubke nicht impfen lassen will. Die Sorge scheint unbegründet: Das sei ein Irrglaube, erklärte die Werner Kinder- und Jugendärztin Jasmin Lidgett gegenüber dieser Redaktion.

Auch das Universitätsklinikum Jena kam zu dem Entschluss, dass die Behauptung, man könne durch eine Corona-Impfung unfruchtbar sein, trotz der Ähnlichkeit der Proteine durch die Impfung und in der menschlichen Plazenta „höchst unwahrscheinlich“ sei und durch die bisherigen Erfahrungen mit Covid-erkrankten Schwangeren nicht bestätigt werden könnte.

Wäre dies der Fall, müsste auch oder erst recht eine Covid19-Erkrankung zu einer Unfruchtbarkeit führen, „da in diesem Fall die Antigen-Belastung der Patientin durch das Corona-Spike-Protein und somit auch die potenzielle Antikörper-Bildung deutlich höher und unkalkulierbarer als im Falle einer Impfung

wäre“, heißt es in der Begründung. Würde bedeuten, dass der Kinderwunsch eher wegen einer Corona-Erkrankung platzt als wegen einer Impfung gegen das Virus.

Impfverweigerer in der Pflege ist ein Unding

Die Geschäftsleitung des Palliativpflegedienstes Constanze Jakubke mit Einrichtungen in Werne, Herbern, Ascheberg und Lünen muss hinnehmen, dass sich einige wenige Mitarbeiter – warum auch immer – partout nicht impfen lassen wollen. Das geht gar nicht! Es muss schnellstmöglich eine rechtliche Grundlage her. Dass Personal in einem kritischen Bereich wie in der Pflege heute nicht einmal geimpft ist, ist ein Unding.

Während man Menschen andernorts nicht zu einer Impfung zwingen kann, ist das in gewissen gesellschaftlichen Bereichen unumgänglich. Wer eng mit anderen Menschen in Kontakt tritt, benötigt den maximal möglichen Schutz vor einer Infektion – um sich und Patienten, Kollegen und Besucher zu schützen.

Nicht umsonst gehörten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern zu der Gruppe, die mit höchster Priorität seit Dezember 2020 zuerst eine Impfung hierzulande erhalten hat. Genau dort, wo ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf bei einer Virusinfektion vorliegt.

Jetzt, wo es genügend Impfstoff und eine Impfempfehlung für fast alle Personen gibt, sollte für jeden Mitarbeiter in diesen Berufen gelten: Ohne Impfung geht es nicht. Führt also wie in Frankreich in Deutschland endlich die Impfflicht in der Pflege ein!

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek