Viele Werner hätten sich mehr Zeit gewünscht

Reaktion auf Fusionspläne

Ruhig und beinahe regungslos nahmen die Anwesenden im Barbarahaus in Dülmen am Mittwochabend die Nachricht von den Fusionsplänen auf. In Werne herrschte auch am Tag danach Zurückhaltung. Wir haben viele Reaktionen zusammengetragen.

WERNE

von Von Daniel Claeßen

, 27.01.2011, 19:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sieht so die Zukunft der katholischen Kirche in Werne aus? Legt man die Kriterien des Bistums zugrunde, würde die älteste Kirche St. Christophorus das Zentrum der neuen Gemeinde bilden, St. Johannes (o. r., im Uhrzeigersinn), St. Konrad, St. Sophia und Maria Frieden würden zu Filialkirchen.

Sieht so die Zukunft der katholischen Kirche in Werne aus? Legt man die Kriterien des Bistums zugrunde, würde die älteste Kirche St. Christophorus das Zentrum der neuen Gemeinde bilden, St. Johannes (o. r., im Uhrzeigersinn), St. Konrad, St. Sophia und Maria Frieden würden zu Filialkirchen.

Ähnliches erklärte Josef Meinke, Vize-Vorsitzender des Kirchenvorstands von Seliger Nikolaus Groß: „Wir wurden von der Nachricht am Mittwochabend überrascht und haben uns darauf verständigt, zunächst einmal die Gremien zu informieren.“ Ein entsprechender Termin könne erst festgelegt werden, wenn Pfarrer Heiner Innig von seinem Seminar in Münster zurückkehre. Währenddessen bereiten sich die Pfarrgemeinderäte auf die ersten Beratungen vor. Maria Schäper-Mürmann, Vorsitzende des Gremiums in St. Christophorus, pflichtete ihrem Pfarrer bei: „Wir hätten die erste Fusion gerne noch länger verarbeitet.“ Gleichzeitig habe man gewusst, dass die Zusammenlegung der beiden Großgemeinden irgendwann kommen würde: „Der Zeitpunkt hat uns dann doch überrascht.“

Sorgen macht sich die Vorsitzende vor allem um das Ehrenamt. „Die Gefahr besteht, dass viele sich dem Stress einer noch größeren Gemeinde nicht aussetzen wollen.“ Weniger Probleme sieht sie bei der Mentalität zwischen Christophorus und Nikolaus Groß: „Natürlich ist jede Gemeinde anders. Aber niemand hat irgendwelche Vorbehalte.“ Ihr Amtskollege auf Seiten von Seliger Nikolaus Groß, Martin Döpker, sagte auf Anfrage: „Erfreulich ist diese Entscheidung für keine der beiden Seiten. Wir müssen nun sehen, wie wir damit umgehen.“ Eigentlich habe man gedacht, dass Werne nach den ersten Fusionen gut aufgestellt sei. „Im Nachhinein muss man aber sagen, dass der Plan des Bistums nachvollziehbar ist.“

Auch Döpker hätte sich mehr Zeit gewünscht, um die relativ neuen Strukturen in Seliger Nikolaus Groß zu vertiefen. „Jetzt müssen wir uns in den Gremien zusammensetzen und den neuen Prozess anstoßen.“

  • Zwei Autoren diskutieren kontrovers:  Daniel Claeßen glaubt, eine neuerliche Fusion kann gut tun. Jörg Heckenkamp berfürchtet, eine Fusion wird weh tun. In einem Pro- und einem Kontra-Kommentar legen Sie Ihre Meinung dar - am Freitag (28. Januar 2011) in der Werner Ausgabe der Ruhr Nachrichten.
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