Feiern den Queertag mit jungen Leuten aus der Region (v.l.): Rebecca Hinsken, Josie Schieblon und Leoni Schmidt. © Janka Hardenacke
Queertag in Werne

Vielfalt vor der Haustür: Der Queertag in der Holiday Lounge

In dieser Woche fand der Queertag in der Holiday Lounge statt. Nicht nur Jugendliche aus Werne, sondern auch aus Dortmund, Münster und Hamm waren dabei. Initiatorin Leoni Schmidt verfolgt damit eine Herzensangelegenheit.

In wenigen Tagen sind die Herbstferien wieder vorbei und somit auch die „Holiday Lounge“, das Ferienprogramm der Werner Jugendtreffs „Juwel“ und „Paradise“. Das Angebot war in diesem Jahr bunt, vom Cultural Cooking über die Rap School bis hin zum Café Chaos.

Genauso bunt ging es auch am vergangenen Dienstag (19.10.) zu, denn an diesem Tag stand der Queertag auf dem Programm der Holiday Lounge.

Zur Erklärung: Das Wort „queer“ kommt aus dem Englischen und hat sich als Selbstbezeichnung für Menschen etabliert, die Teil der lesbischen, schwulen, bi-, trans- oder intersexuellen, nicht-binären oder asexuellen Community sind oder sich generell nicht mit einer traditionellen Geschlechtsidentität und/oder sexuellen Orientierung identifizieren.

Der Queertag ist Vernetzungstreffen für die ganze Region

Schon seit Ende 2019 hat sich im Stockumer Jugendtreff Paradise ein regelmäßiger Treff für junge Queers etabliert. „Der Treff ist als Schutzraum für die Jugendlichen gedacht“, sagt Initiatorin Leoni Schmidt. „Außerdem können sie sich vernetzen und kriegen mit: Es gibt Leute, die reden über ähnliche Themen, es gibt Parallelen zwischen mir und den anderen“, so Schmidt.

Aus dieser Intention heraus sei auch die Idee zum Queertag erwachsen. „Wir wollten gemeinsam mit dem Queertreff ‚Track‘ aus Münster ein Vernetzungstreffen für die gesamte Region organisieren“, sagt Leonie Schmidt. Beim Queertag sind deshalb nicht nur Jugendliche aus Werne und Münster mit dabei, sondern auch aus Hamm, Dortmund und Nottuln. Rebecca Hinsken ist eine Teilnehmerin, die auch regelmäßig das Angebot in Münster wahrnimmt. „Es ist richtig schön, einen Ort zu haben, an dem man unter sich sein kann, ohne irgendjemanden aufklären zu müssen“, so die 20-Jährige.

„Im Treff herrscht große Akzeptanz!“

Komische Blicke kennt die junge Frau: „Wenn meine Freundin und ich in Münster Hand in Hand durch die Straße gehen, gucken viele Leute oder geben Kommentare ab. Im Treff ist das nicht so, da gibt es eine große Akzeptant.“ Doch nicht nur Freizeiteinrichtungen sollten ihrer Meinung nach Aufklärungsarbeit leisten. „In meiner gesamten Schulzeit haben wir nie über diese Themen gesprochen. Und ich finde, es ist auch Aufgabe der Schulen, dass mehr über Sexualität und auch Queerness geredet wird“, sagt die junge Frau.

Sozialarbeiterin Leoni Schmidt wünscht sich eine größere Sichtbarkeit im Alltag: „Die Leute vor Ort sollen mitbekommen, dass wir in Werne so ein Angebot haben und auch, welche Vielfalt es hier gibt.“ Sie spricht eine Einladung an queere Jugendliche aus, an den regulären Queertreffs im Paradise teilzunehmen, die in der Regel donnerstags von 16 bis 20 Uhr in Stockum stattfinden.

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